Nachbericht zur Veranstaltung am 06.03.2026
Interaktiver Workshop zum Haselnussschnitt

Haselnüsse am Ast in Detailaufnahme

Am 6. März 2026 lud die Öko-Akademie Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Ökogartenbau der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) zu einem praxisnahen Schnittworkshop zur Öko-Haselnuss ein. Rund zehn Teilnehmende trafen sich im Gasthaus „Zum Hühnernest“ in Dittelbrunn. Hier erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in die aktuell laufenden Versuche am Kompetenzzentrum Ökogartenbau. Im Anschluss durften die Teilnehmenden Betriebe ihre Schnittpraxis vorstellen. Nach dem Theoretischen Teil ging es auf die Haselnussanlage des nahegelegenen Betrieb Kimmel im oberen Werntal. Dort erhielten die Teilnehmenden eine praktische Schnittvorführung in der Haselnussanlage.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Ruben Pires Heise vom Kompetenzzentrum Ökogartenbau die derzeit laufenden Versuche im Haselnussbereich an der LWG vor. Aktuell wird ein Erziehungsversuch am Joch auf dem Betrieb Stiegler durchgeführt. Auf der Haselnussanlage des Betriebs Kimmel im oberen Werntal laufen zudem ein Schnittversuch sowie ein Netzversuch. Im Schnittversuch werden mehrere Haselnusssorten miteinander verglichen. Neben dem Ertrag werden dabei auch der Anteil an Haselnussbohrern sowie Nussgröße und Kernzustand erfasst. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sich unterschiedliche Schnittintensitäten auf Ertrag und Qualität der Nüsse auswirken. In diesem Zusammenhang erklärte Ruben Pires Heise auch, dass in dem Versuch auf einen Hohlkronenschnitt gesetzt wird, da diese Schnittform eine gute Belichtung und Durchlüftung der Krone ermöglicht und damit günstige Bedingungen für Fruchtbildung und Baumgesundheit schafft.
Im Anschluss stellten die teilnehmenden Betriebe kurz ihre Höfe vor und berichteten über ihre Erfahrungen mit dem Haselnussanbau. Dabei wurden unter anderem die eigene Schnittpraxis, die Häufigkeit der Schnittmaßnahmen sowie der gewählte Schnittzeitpunkt diskutiert. Dieser Teil bot eine gute Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Austausch zwischen den Betrieben.
Nach dem theoretischen Teil ging es auf die Haselnussanlage des nahegelegenen Betriebs Kimmel. Dort übernahm Nicolas Müller vom Kompetenzzentrum Ökogartenbau die praktische Einführung. Direkt an den Versuchsbäumen erläuterte er wichtige Grundlagen für einen gesunden Aufbau der Haselnussbäume. Themen waren unter anderem ein ausreichender Pflanzabstand, der das Auftreten von Pilzkrankheiten verringern kann, sowie eine gut belichtete Krone, wie sie beim Hohlkronenschnitt angestrebt wird. Auch die Standortwahl spielt eine wichtige Rolle: Ideal sind Lagen ohne Spätfrostgefährdung und ohne Kaltluftsenken. Beim Boden bevorzugt die Haselnuss tiefgründige, humose und eher lehmige Standorte. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass der Pflanzstreifen in den ersten Jahren möglichst frei gehalten werden sollte, um den jungen Bäumen gute Wachstumsbedingungen zu bieten.
Auch grundlegende Aspekte zum Schnitt selbst wurden angesprochen. Wichtig sind ein geeigneter Zeitpunkt, in der Regel zwischen Februar und März bei trockener Witterung, sowie saubere Schnittstellen. Größere Schnitte direkt an der Basis sollten möglichst vermieden werden, da sie Eintrittspforten für Pilzkrankheiten sein können. Bei den Werkzeugen können verschiedene Scherentypen zum Einsatz kommen, von der klassischen Handschere bis zur Elektroschere. Von der Verwendung einer Motorsäge wurde dagegen abgeraten, da sie häufig unsaubere Schnittflächen verursacht.
Im praktischen Teil durften die Teilnehmenden anschließend selbst aktiv werden. In kleinen Gruppen markierten sie an ungeschnittenen Bäumen mit Wäscheklammern die Äste, die sie entfernen würden. Anschließend wurden die Entscheidungen gemeinsam besprochen und diskutiert. Dabei zeigte sich schnell, dass jeder Baum aus einer anderen Perspektive betrachtet werden kann und unterschiedliche Schnittansätze möglich sind. Gerade dieser Austausch verschiedener Sichtweisen machte den Workshop besonders spannend und bot viel Raum für Diskussion und gemeinsames Lernen. Wir freuen uns Sie bei einem unserer nächsten Seminare wieder begrüßen zu dürfen.