Versuchsberichte des Kompetenzzentrums Ökogartenbau

Ein Schwerpunkt des Kompetenzzentrums Ökogartenbau ist die Umsetzung und Koordination von Forschungstätigkeiten. In enger Zusammenarbeit mit biologisch wirtschaftenden Gartenbaubetrieben in Bayern werden gartenbauliche Versuche auf den Flächen von Praxisbetrieben durchgeführt. Begleitend dazu werden auf dem Versuchsgelände der LWG eigene Versuche angelegt.

Versuche im Jahr 2025

Eine einzelne reife Erdbeere auf dem Feld
Erdbeersorten für den ökologischen Anbau: 'Marieka' überzeugt mit gutem Aroma, Ertragssieger in diesem Jahr ist die Sorte 'Sonata'
Im Gemüsebauversuchsbetrieb Bamberg wurden im Jahr 2025 zehn Erdbeersorten auf ihre Eignung für den ökologischen Anbau getestet. Die Sorte 'Marieka' überzeugte mit einem sehr guten Aroma und einem durchschnittlichen Ertrag von 1.160 g/m². Den höchsten Ertrag erzielte die Sorte 'Sonata' mit rund 1.631 g/m² und einem guten Geschmack (Note 2,0).

Versuchsbericht Erdbeeren Sortenprüfung 2025 pdf 749 KB

Heidelbeeren an einem Strauch
Heidelbeeren im Substrat: Mykorrhiza-Varianten im zweiten Versuchsjahr mit etwas höheren Erträgen
Im zweiten Erntejahr des Anbauversuchs von Heidelbeeren der Sorte 'Reka' am Versuchsbetrieb der LWG in Bamberg konnten weitere Erkenntnisse für den Heidelbeeranbau gewonnen werden. Insgesamt zeigte sich, dass die Mykorrhiza-Varianten in diesem Versuchsjahr geringfügig höhere Erträge erzielten als die jeweiligen Kontrollvarianten ohne Mykorrhiza. Der stärkste Ertrag war bei der Freiland-Mykorrhiza-Variante zu erkennen.

Versuchsbericht Heidelbeeren Anbauversuch 2025 pdf 5,2 MB

Geerntete Haselnüsse liegen auf einem Netz
Haselnuss Netzversuch 2025
Die Ernte von Haselnüssen mit Netzen ist in Mitteleuropa eine weitverbreitete Methode. Alle vier getesteten Netze der Firmen Padano, Hadi und BayWa überzeugten durch eine effektive Ernte. Die Sauberkeit der Nüsse war bei allen Netzen gegeben. Einen logistischen Mehraufwand verursachten die Hadi-Netze, da diese aufgrund der engeren Maschen deutlich steifer und schwerer waren. Die Hadi-Netze könnten sich auf die Population des Haselnussbohrers auswirken. Hier schafften es die Larven des Haselnussbohrers nicht, durchzukommen und in das Erdreich einzudringen.

Versuchsbericht Haselnuss Netzversuch 2025 pdf 4,0 MB

Eine Weihnachtsbaumplantage im Nebel
Düngeversuche im ökologischen Weihnachtsbaumanbau
Forschungslücken weiter zu schließen und ein klareres Bild der Wirkung ökologischer Düngemaßnahmen zu erhalten, ist für ökologisch wirtschaftende Betriebe wichtig. Das Kompetenzzentrum Ökogartenbau führte dazu über drei Jahre zwei On-Farm-Versuche auf Praxisbetrieben im Spessart und bei Augsburg durch, wo unterschiedliche Düngestrategien getestet wurden. Regelmäßige Nadel- und Bodenproben zeigten, dass Düngeeffekte stark verzögert auftreten und zudem deutlich von den jeweiligen Standortbedingungen und ihren natürlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden.

Versuchsbericht Düngeversuche Weihnachtsbaumanbau 2025 pdf 1,6 MB

Der Striegel auf dem Feld in Aktion
Chancen und Grenzen des Striegeleinsatzes in der Säzwiebel
Die Beikrautregulierung in der Säzwiebel ist ein wichtiger aber zugleich aufwendiger Teil der Kulturführung im ökologischen Anbau, da neben Maßnahmen wie der Maschinenhacke und Abflammen in der Regel auch viele Stunden Handjäte nötig sind. Eine Alternative dazu bietet der Einsatz des Striegels. In einer Art „Stresstest“ für die Säzwiebel wurde untersucht, wie gut die Säzwiebel die mechanische Beikrautregulierung mittels Striegel in empfindlichen Stadien verträgt.

Versuchsbericht Striegeleinsatz bei Säzwiebeln 2025 pdf 314 KB

Eine Klebefalle auf einem Feld mit Roter Beete
Monitoring der Schilf-Glasflügelzikade im Gemüse: Verschiedene Kulturen mit ARSEPH und PHYPSO infiziert
In zwei bayerischen Hotspot-Gebieten der Schilf-Glasflügelzikade wurde ein Monitoring auf 11 verschiedenen Schlägen mit Rote Bete, Pastinake, Möhre, Kopfkohl und Zwiebel durchgeführt, um mehr Erkenntnisse zum Flugverhalten der Zikade zu gewinnen. Die polyphagen Zikaden waren in allen untersuchten Kulturen zu finden, wobei die Rote Bete den stärksten Zuflug verzeichnete. Ihren Höhepunkt erreichten die Fangzahlen Mitte bis Ende Juni.

Versuchsbericht Monitoring Schilf-Glasflügelzikade 2025 pdf 999 KB

AZ29012026-LWG-BA-Versuchsbericht-2025-Stolbur SBR Rote Bete-Spirkaneder
Stolbur und SBR an Roter Bete: Sortenunterschiede und Pflanzenstärkungsmittel
Auf vier verschiedenen Standorten in Bayern und Baden-Württemberg wurden im Rahmen eines Sortenscreenings die Toleranzeigenschaften verschiedener Rote Bete Sorten hinsichtlich der Schadsymptome durch SBR und Stolbur untersucht. Einige Sorten erwiesen sich im Jahr 2025 als robuster, hatten gesünderes Laub und bildeten im Vergleich weniger gummiartige Knollen aus. Sortenunabhängig führte außerdem ein sehr früher oder sehr später Saat- und Erntetermin zu einer besseren Knollenqualität. Die Wirkung von Pflanzenstärkungsmittel konnte in den Versuchen nicht abschließend beurteilt werden.

Versuchsbericht Stolbur und SBR an Roter Bete 2025 pdf 2,7 MB

Versuche im Jahr 2024

Eine Erdbeere in Detailaufnahme.
Erdbeersorten für den ökologischen Anbau: 'Verdi' überzeugt in diesem Jahr mit gutem Aroma und einem guten Ertrag, 'Faith' als ertragsreichste Sorte
Im Gemüsebauversuchsbetrieb Bamberg wurden 2024 zehn Erdbeersorten auf ihre Eignung für den ökologischen Anbau getestet. Als Referenz dienten die Sorten 'Clery' (frühe Saison), 'Sonata' (Hauptsaison) und 'Faith' (späte Saison). Die Sorte 'Verdi' überzeugte dieses Jahr mit einem sehr guten Aroma. Den größten Marktertrag erzielte die Sorte 'Faith' mit rund 2764 g/m². Jedoch wurde 'Faith' (Note: 2,8) als wenig aromatisch bewertet. Mit einem guten Aroma konnten die Sorten 'Verdi', 'Marieka', 'Glorielle' und 'Twist', überzeugen.

Versuchsbericht Erdbeeren Sortenprüfung 2024

Heidelbeeren am Strauch in Detailaufnahme
Heidelbeeren in Substrat: Geschützter Anbau erzielt deutlich höhere Erträge als die ungeschützte Variante, Wirkung von Mykorrhiza-Einsatz noch unklar
Im ersten Erntejahr des Anbauversuches von Heidelbeeren der Sorten 'Reka' und 'Blue Crop' am Versuchsbetrieb der LWG in Bamberg, konnten bereits Prognosen für den Heidelbeeranbau gewonnen werden. Insgesamt konnte festgestellt werden, dass die überdachten Varianten mehr Erträge brachten als ihre jeweiligen Kontrollvarianten ohne Überdachung. Der Einsatz von Mykorrhiza konnte im ersten Ertragsjahr ebenfalls zu höheren Erträgen beitragen. Zudem kam es zu einem starken Pilzbefall an den Pflanzen der Sorte 'Blue Crop', was eine Entnahme der gesamten Sorte zur Folge hatte.

Versuchsbericht Heidelbeeren Anbauversuch 2024

AZ04122024-LWG-VeBe-Seehafer-Robotik-Obstbaumschule-2024
Automatisierte Beikrautregulierung in der Obstbaumschule
Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) hat im Rahmen des Projekts „Innovative Methoden zur ökologischen Beikrautregulierung im Gartenbau“ den Einsatz eines Hackroboters in einer Obstbaumschule erprobt. Der „Oz“ der Firma Naïo Technologies hackte in Apfel, Birne, Zwetschge und Kirsche. Aufgrund der kompakten Abmaße des „Oz“ konnte der Pflanzabstand von den betriebsüblichen 140 cm auf 90 cm reduziert werden. Daher sollte neben der Erprobung und Bewertung des Roboters auch die Auswirkung der Engpflanzung auf die Baumqualität untersucht werden.

Versuchsbericht Hackrobotik Obstbaumschule 2024

Versuchsanlage mit verschiedenen Kulturen
Erste Erkenntnisse zur minimalen Bodenbearbeitung mit dem Geohobel
Im Rahmen des 2023 angelegten Langzeitversuchs, bei dem eine intensive „Standardbodenbearbeitung“ (Pflügen, Grubbern, Fräsen etc.) mit einer flachen Minimalbearbeitung mit dem Geohobel verglichen wird, konnten erste Effekte festgestellt werden: Die Kulturen entwickelten sich zügiger unter Minimalbearbeitung, was sich besonders bei Porree und Kopfsalat in höheren Erträgen äußerte. Zudem wurden eine höhere Infiltrationsleistung und Aggregatstabilität gemessen sowie ein Anstieg der mikrobiellen Biomasse.

Versuchsbericht Vergleich Geohobel mit Standard 2024

Gerste zwischen Porree auf dem Feld
Reduzierung des Thripsbefalls durch Zwischenpflanzung mit Gerste
Auf einem Praxisbetrieb im Knoblauchsland wurde untersucht, inwiefern der Thripsbefall von Porree reduziert werden kann, indem Wintergerste als optische Ablenkung in den Bestand integriert wird. An drei Terminen wurde die Anzahl der Thripse am Porree erfasst, wobei im Juli und August eine leichte Reduktion des Befalls im Vergleich zur Kontrolle festgestellt werden konnte. Zum Zeitpunkt der Ernte im September befand sich der Befall jedoch auf einem Niveau. Eine Ertragsminderung des Porrees durch die Zwischenpflanzung trat nicht ein, jedoch reduzierte sich der Gesamtertrag auf der Fläche aufgrund der geringeren Anzahl an Porreepflanzen.

Versuchsbericht Thripsabwehr bei Porree 2024

Detailaufnahme Haselnuss
Haselnuss Schnittversuch 2024
Im zweiten Erntejahr des Schnittversuchs mit Haselnusssorten liegen erste Zwischenergebnisse vor. Betriebsüblich geschnittene Bäume erzielten höhere Erträge, wobei sich die Vari-anten im zweiten Jahr annäherten. Eine Ertragssteigerung der stärker geschnittenen Bäume ist frühestens in den Folgejahren möglich. Der Haselnussbohrer-Befall und das Schalen-Kern-Verhältnis zeigen bisher keine Zusammenhänge mit der Schnittstärke. Stärker geschnittene Varianten weisen mehr defekte Kerne auf. Belastbare Aussagen sind in den kommen-den Jahren zu erwarten.

Versuchsbericht Haselnuss Schnittversuch 2024

Versuche im Jahr 2023

Aufgeschnittene Sellerieknollen der Varianten zur Beurteilung der Innenqualität
Biologische Borversorgung bei Möhre und Sellerie auf verschiedenen Applikationswegen
2023 wurde auf einem Praxisbetrieb im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen untersucht, wie die Borversorgung im ökologischen Anbau sichergestellt werden kann. Dafür wurden verschiedene Applikationswege miteinander verglichen und deren Auswirkungen bei Möhre und Sellerie untersucht. Eine Borgabe als Boden-Blatt-Düngung und als reine Blattdüngung erwies sich dabei als besonders effizient und führte bei der Möhre zu einer etwas besseren Marktfähigkeit sowie bei Sellerie zu einer besseren inneren Knollenqualität.

Versuchsbericht Biologische Borversorgung Möhre und Sellerie 2023

Teaserfoto Biostimulanzien Salat Und Kohl
Stickstoffbindende Biostimulanzien im Praxiseinsatz bei Salat und Kohl unter reduzierter Düngung
Auf zwei Praxisbetrieben wurde 2023 die Blattapplikation von vier stickstoffbindenden Biostimulanzien an Salat und Weißkohl getestet und untersucht, ob sich die Produkte positiv auf die Stickstoffversorgung unter reduzierter Stickstoffdüngung auswirken. Statistisch konnte bei beiden Kulturen keine Auswirkung auf die Erträge durch die Behandlung der Pflanzen festgestellt werden, eine Tätigkeit der Bakterien daher im Praxiseinsatz nicht sicher nachgewiesen werden.

Versuchsbericht Biostimulanzien bei Salat und Kohl 2023

Versuchsfläche am 04.08.2023 nach dem Abmähen der Untersaaten
Untersaatenversuch bei Hokkaido und Knollensellerie
Im Gemüsebauversuchsbetrieb der LWG in Bamberg wurden 2023 bei Knollensellerie und Hokkaidokürbis Anbauversuche mit Untersaaten durchgeführt. Im Knollensellerie kam es zu signifikanten Unterschieden in Ertrag und Wuchs der Pflanzen. So zeigte die betriebsübliche Kontrolle neben der Ackerbohnenuntersaat einen signifikant höheren Ertrag im Vergleich zu den übrigen dauergrünen Mischungen. Im Kürbis konnten durch die Untersaaten keine signifikanten Auswirkungen festgestellt werden. Grund für die geringen Unterschiede können hier die späte Aussaat und der schwache Aufgang der Untersaaten sein.

Versuchsbericht Untersaaten bei Hokkaido und Knollensellerie 2023

9 grünschalige Kürbisse der Sorte 'Blue Kuri' lieben auf einem Tisch
Sichtung grüner Hokkaidotypen - 4 Sorten im Vergleich
Im Gemüsebauversuchsbetrieb Bamberg wurden 2023 vier grünschalige Hokkaidosorten auf ihren Ertrag, Geschmack und die Lagerfähigkeit getestet. Die Sorte 'Blue Ballet' erreichte den höchsten marktfähigen Ertrag mit 410 dt/ha. Während 'Cha Cha F1' und 'Blue Kuri' gerade einmal auf ca. 270 dt/ha kommen. Im Geschmack überzeugte die Sorte 'Green Hokkaido' in fast jeder Kategorie. Im Vergleich stand die orangefarbige Sorte 'Amoro', welche in der Geschmacksverkostung am schlechtesten abschloss. Auch im Lagerversuch konnten die grünschaligen Hokkaidos überzeugen.

Versuchsbericht Grünschaliger Hokkaidokürbis Sortenprüfung 2023

Blick auf die Versuchsfläche zum Auswertungstermin
Kurzzeitgründüngung im geschützten Anbau - Erste Erkenntnisse der On Farm-Versuche
Im Winterhalbjahr 22/2023 wurde ein erster Versuch zum Anbauverhalten diverser Arten als mögliche Kurzzeitgründüngung im geschützten Anbau durchgeführt. Aus einer Auswahl von zehn Begrünungsvarianten konnten in der lichtarmen Jahreszeit bei kurzer Standzeit nicht alle glänzen. Ohnehin sind die Anforderungen zwischen Freiland und geschütztem Anbau nicht vergleichbar. Am besten mit den Gegebenheiten kamen zurecht: Sand- bzw. Rauhafer, Waldstaudenroggen, Winterroggen und Phacelia.

Versuchsbericht Kurzzeitgründüngungen im geschützten Anbau 2023

Reife Erdbeeren der Sorte Sonata
Erdbeersorten für den ökologischen Anbau: 'Glorielle' überzeugt im dritten Jahr mit einem sehr guten Aroma (Note 1,8) - Spitzenreiter im Marktertrag war allerdings die Sorte 'Falco' (2783 g/m²)
Im Gemüsebauversuchsbetrieb Bamberg wurden 2023 zehn Erdbeersorten auf ihre Eignung für den ökologischen Anbau getestet. Die Sorte 'Glorielle' überzeugte das dritte Jahr in Folge mit einem sehr guten Aroma. 'Falco' erzielte mit Abstand den höchsten Marktertrag mit rund 2800 g/m², allerdings wurde 'Falco' als wenig aromatisch bewertet. Mit einem guten Aroma konnten 'Glorielle' und 'PEZ 546' überzeugen. Unter den Spätsorten überzeugte nur die Neuzüchtung 'Marieka'.

Versuchsbericht Sortenversuch Erdbeeren 2023