02.10. - 05.10.
Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau - Institut für Weinbau und Oenologie
Zum großen Finale der Landesgartenschau in Furth im Wald präsentierte sich das Institut für Weinbau und Oenologie vom 2. bis 5. Oktober 2025 mit einer lebendigen und praxisnahen Ausstellung rund um die Themen Weinbau, Oenologie und Fruchtsaftverarbeitung. Besonders am Freitag, dem 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit und zugleich besucherstärksten Tag der gesamten Gartenschau mit über 9.000 Gästen, war der Stand des Instituts ein wahrer Publikumsmagnet.
Das Institut, angesiedelt an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim, stellte seine vielseitigen Aufgabenfelder vor: Von der Forschung zu Rebsorten und Anbauverfahren über die fachliche Beratung von Winzerbetrieben bis hin zur Aus- und Weiterbildung zum Meister oder Techniker. Das aufgeschlossene Publikum zeigte großes Interesse an Fachgesprächen rund um moderne Anbaumethoden, Bodenpflege, Klimawandel im Weinbau und die Zukunftsperspektiven für junge Winzerinnen und Winzer. Zahlreiche Informationsmaterialien wurden ausgegeben, viele davon waren bereits am zweiten Ausstellungstag vergriffen.
Ein besonderer Anziehungspunkt waren die praktischen Vorführungen des Kelterns. Dabei konnten Besucher hautnah erleben, wie aus frisch geernteten Silvanertrauben ohne Zusatz von Hitze ein aromatischer und nährstoffreicher Saft gewonnen wird. Die Traubenmühle, eine handbetriebene Obstmühle, war insbesondere bei den Kindern sehr beliebt. Sie zerkleinerte die Trauben zu Maische, einer Mischung aus Fruchtfleisch, Kernen, Schalen und Saft, bevor diese in der ebenfalls handbetriebenen Obstpresse ausgepresst wurde. Durch die schonende, kalte Verarbeitung bleiben Vitamine und Aromen besonders gut erhalten. Der frische Traubensaft war nicht nur für Kinder ein purer Genuss.
Im Verkostungsbereich erwartete die erwachsenen Besucher ein breites Spektrum fränkischer Weinspezialitäten:
- Alter fränkische Satz: Diese historische Weintradition reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Mehrere, verschiedene, bis zu etwa 15 Rebsorten werden im Weinberg gemischt angebaut und gemeinsam gelesen und gekeltert. Das Ergebnis ist ein authentischer, vielschichtiger Wein, der je nach Jahrgang unterschiedlich ausfallen kann.
- Silvaner: Die Rebsorte Silvaner gehört in Deutschland noch immer zu den beliebtesten Weinen. So wurde dieser auch auf der Gartenschau rege nachgefragt.
- Müller-Thurgau: Der fruchtige, blumige Wein mit leichtem Muskatton und moderater Säure ist ideal für Einsteiger und Genießer.
- Rotling: Ein zartroter Wein, der durch das gemeinsame Keltern von roten und weißen Trauben entsteht. Er ist oft fruchtig und leicht süßlich im Geschmack.
- Perlwein aus dem Schülerprojekt „Alles Rot“ der Technikerklasse 2024: Dieser Secco war Beispiel dafür, wie innovativ der Weinbau-Nachwuchs heute arbeitet. Unter dem Motto “Alles Rot” wollten die Schüler zeigen, dass aus roten Rebsorten nicht nur klassischer Rotwein erzeugt werden kann.
Die Beteiligung des Instituts für Weinbau und Oenologie an der Landesgartenschau war ein voller Erfolg. Neben Fachinformationen und praxisnahen Einblicken in die Weinbereitung konnte das Team des Instituts viele persönliche Gespräche führen, Wissen vermitteln und Begeisterung für die fränkische Weinkultur wecken. Mit dem Ende der Ausstellung am 5. Oktober 2025 ging nicht nur die Landesgartenschau in Furth im Wald, sondern auch eine beeindruckende Präsentation gelebter Weinkultur zu Ende, die bei vielen Besuchern garantiert in Erinnerung bleiben wird.

