22.09. - 26.09.
Landesanstalt für Landwirtschaft - Pflanzendoktor
Vom Montag, 22. September bis einschließlich Freitag, 26. September war das Institut für Pflanzenschutz von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bei der Landesgartenschau Furth im Wald am Stand des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus mit dem Thema „Der Pflanzendoktor“ vertreten.
Das Institut für Pflanzenschutz der LfL befasst sich in vielfältiger Weise mit Themen, die den Pflanzenschutz in der Landwirtschaft betreffen: von praxisorientierter Feld- und Laborforschung über die Diagnose von Krankheiten und Schädlingen bis zum Vollzug von Gesetzen und Verordnungen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden laufend an Landwirte, Gärtner, Berater, Politik und Gesellschaft weitergegeben. So bat die Arbeitsgruppe Schaderreger im Gartenbau des LFL die Möglichkeit auf der Gartenschau an, kranke Pflanzen oder Fotos davon für eine Bestimmung des Schaderregers, sei es durch Tiere, Pilze, Bakterien, Viren oder Viroide verursacht, vorbeizubringen und sich über mögliche Maßnahmen zur Bekämpfung informieren bzw. sich individuell vor Ort beraten zu lassen. Es gab hilfreiche Tipps mit deren Hilfe man den Schädlingsbefall der Pflanze reduzieren oder besser noch vermeiden kann.
Pflanzenkrankheiten
Eine ganze Palette an verschiedenen Pflanzenkrankheiten und Schaderreger befanden sich in der Ausstellung. Früchte, in denen sich die Larve des Apfelwicklers eingebohrt hatte, Birnen mit Hagelschaden, Haselnüsse mit Loch, verursacht durch den Haselnussbohrer, Äpfel mit Sonnenbrand, Äpfel mit Kelchfäule, durch Kastanienminiermotte verbraunte Kastanienblätter, mit Birnengitterrost befallene Birnenblätter, Fruchtmonilia an Quitten und Birnen, welche sich in kreisrunden Faulstellen zeigt, Schorf an Birnen, usw. Viele weitere Pflanzenkrankheiten wurden in einer Präsentation bzw. auf Plakaten anschaulich vorgestellt. Um das Vorkommen von Schädlingen zu kontrollieren, wurden verschiedene Fallen demonstriert. Der Apfelwickler kann beispielsweise mit einer Deltafalle mit Pheromon und Klebestreifen nachgewiesen werden. Es erfolgt hierdurch keine Bekämpfung und dient lediglich dem Monitoring. Bekämpfungsmethoden können anschließend folgen (z.B. im Hausgarten Anbringen von Wellpappe). Im Projekt "Cydia-Mini" werden seit Juli 2025 neue Methoden und Technologien zur Kontrolle des Apfelwicklers sowohl im ökologischen als auch im konventionellen Anbau entwickelt. Diese Ergebnisse wurden anhand von Plakaten und persönlich von den Ausstellern ausführlich erläutert. Zur genaueren Untersuchung und Identifikation wurden verschiedene Schädlinge, darunter die Mittelmeerfruchtfliege, die Marmorierte Baumwanze, die Walnussfruchtfliege sowie die Kirschfruchtfliege, in Petrischalen ausgestellt. Diese Sammlung ermöglichte eine detaillierte Betrachtung der einzelnen Insekten, wodurch ihre spezifischen Merkmale und Unterschiede besser erkennbar wurden. Letztendlich kann festgestellt werden, dass die Unterscheidungsmerkmale bei Wallnussfruchtfliege und Kirschfruchtfliege nur minimal sind und am Besten bei direktem Vergleich sichtbar werden. Baumwanzen sind nicht nur im urbanen Bereich als Lästlinge anzutreffen, sondern breiten sich vermehrt in Obst- und Gemüsebaubetrieben aus. Da sie großen Schaden anrichten können, wurde das Projekt PENTAcontrol ins Leben gerufen. Es fokussiert sich auf das Monitoring der schädigenden Baumwanzen in Obst- und Gemüsebaubetrieben und auf die Entwicklung einer nachhaltigen Regulierungsstrategie für den bayerischen Gartenbau. Auch in diesem Zusammenhang standen detaillierte Informationen zur Verfügung.
Frisches Obst zur Verkostung
Trotz der Vielzahl der präsentierten Schaderreger auf dem Ausstellungsgelände, erfreuten sich die Besucher dennoch an dem bereitgestellten Probierobst. Die Auswahl an frischen Äpfeln und Birnen war vielfältig und überzeugte durch ihre einwandfreie Qualität. Besonders beliebt waren Sorten wie Topaz, Gravensteiner, Alkmene und Discovery, aber auch zahlreiche weitere schmackhafte und aromatische Sorten fanden großen Anklang.
Viel los - trotz schlechtem Wetter
Obwohl die Ausstellungswoche von verregneten und kühlen Tagen geprägt war, wurde das vielfältige Angebot der Landesanstalt für Landwirtschaft rege genutzt. Zahlreiche Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, ihre Fragen direkt an den Pflanzendoktor zu richten und sich fachkundig beraten zu lassen. Besonders erfreulich war auch die Teilnahme einer Schulklasse, die im Rahmen des Programms „Schule im Grünen“ das Angebot wahrnahm und sich intensiv mit dem Thema „Da ist der Wurm drin“ auseinandersetzte. So konnten junge Interessierte auf anschauliche Weise mehr über Schädlinge und Pflanzengesundheit lernen.

