Pressemitteilung - 06. Juli 2026
Imkernde stellen Weichen für 2027: Mit dem Juli ins neue Bienenjahr gestartet
Es klingt seltsam, aber für die Honigbiene ist mit der Sommersonnenwende Ende Juni bereits das Bienenjahr vorbei. Die Bienenvölker bereiten sich bereits jetzt auf den Winter vor. Mit Ende der Lindenblüten Mitte Juli ist an vielen Standorten auch die Tracht vorbei – mit Ausnahme später Waldtrachten. Die Königin legt weniger Eier und die Völker wachsen nicht mehr. Trotzdem benötigen sie weiterhin Nektar und Pollen, um ihre „Winterbienen“ aufzuziehen. Sie schlüpfen im August und September und gehen mit der Königin in den Winter. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim bietet viel Informationsmaterial rund um Bienen und insektenfreundliche Pflanzen an.
Das Bienenjahr ist vorbei und in der Imkerei werden jetzt die Weichen für ein erfolgreiches Jahr 2027 gelegt. Die Völker werden nach der Ernte auf den Winter vorbereitet. Dazu gehören die Behandlung gegen die Varroamilbe und die Fütterung der Völker. Nektar und Pollen im Sommer und Herbst helfen Honigbienen und vielen weiteren Insekten. Die LWG hat eine Vielzahl von Empfehlungen für insektenfreundliche Gärten, Terrassen und Balkone erarbeitet (s. Link unten).
Jeder kann etwas für Bienen tun
Nicht nur durch die Aussaat und das Pflanzen von Bienenweide, auch indem man einfach mal nichts tut, ist den Bienen geholfen: Wer aus seinem Rasen durch weniger Gießen und Wässern eine blühende Wiese macht, Totholz zulässt, Tränken für Insekten und Kleintiere wie den Igel aufstellt, kann viel erreichen und viele Blütengäste – insbesondere Bienen – begrüßen. Honig- und Wildbienen sorgen für eine gute Bestäubung von Obst und Gemüse, aber auch von zahlreichen Wildpflanzen. Der Tisch für Mensch und Tier wird so vielfältig und reich gedeckt.
Vielfalt im Geschmack
Die Vielfalt der Landschaft findet sich auch im Honigglas wieder. In Bayern können bis zu 20 verschiedene Honigsorten geerntet werden – von der Kirschblüte über Löwenzahn, Raps und Akazie bis zu den würzigen Waldhonigen. Neben den Sortenhonigen sind aber auch die Blütenhonige des Frühjahrs und Sommers ein Genuss, der sich jedes Jahr wandelt. Ähnlich wie beim Streuobst ist Honig kein standardisiertes Lebensmittel, sondern Vielfalt, die von den Bienenvölkern in Bayern jedes Jahr neu zusammengestellt wird. Honig aus der Region macht die Kulturlandschaft mit allen Sinnen erfahrbar: auf dem Frühstücksbrot, im Tee oder einfach so. Tipps zur Verwendung von Honig finden Sie unten verlinkt.
Herkunftsland muss angegeben werden
Die mehr als 42.000 Imkerinnen und Imker in Bayern ernten im Schnitt 7.500 Tonnen Honig pro Jahr. Seit Juni 2026 muss die Herkunft des Honigs auf dem Honigglas ausgewiesen werden, d.h. auf jedem Glas steht das Herkunftsland im Sichtfeld der Verpackung. Das macht es Kundinnen und Kunden leichter, Honig aus Deutschland zu erkennen und ihre Kaufentscheidung bewusst zu treffen. Honig wird bei der Ernte nur gesiebt und für die Konsistenz gerührt – es findet keine weitere Verarbeitung statt. Nur wenige Lebensmittel können so ursprünglich genossen werden – bei kurzen Transportwegen ist das ein weiterer Pluspunkt für Honig aus Bayern und für die Imkerei vor Ort.

