Pressemitteilung - 20. August 2025
Größte Zikade Deutschlands: Der Lauer – ein ganz besonderer Bewohner der fränkischen Weinberge

Er ist selten und aktuell wieder bei uns in den fränkischen Weinbergen gesichtet und gehört worden: der Lauer, auch Blutrote Singzikade, Weinzwirner, Scheereschliffer, Rebmann, Weinzürner, Weinkäfer, Laura oder Weinvogel genannt. Der wissenschaftliche Name lautet Tibicina haematodes. Die sehr wärmeliebende Art ist auf eine sonnige und strukturreiche Weinbergslandschaft angewiesen. Diese ist gekennzeichnet durch Reben, Begrünung und Hecken, durchzogen von Felsen und Trockenmauern. Der Lauer ist die größte Zikade in Deutschland. Die Art wird in der Roten Liste Deutschlands als „Stark gefährdet“ und in der Roten Liste Bayerns sogar als „Vom Aussterben bedroht“ geführt.

Merkmale
Der Weinzwirner ist, wie es der Name sagt, auf die Weinbaugebiete beschränkt und kann dort meist durch sein typisches Sirren aufgespürt werden. Dabei ist die mit den Flügeln drei bis vier Zentimeter große Blutrote Singzikade kaum zu übersehen, wenn man sie einmal entdeckt hat. Ihren Namen hat sie von der roten Äderung ihrer Flügel über einem schwarzen Körper und wegen ihres typisch sirrenden Gesangs.

Lebensraum
In Deutschland kommt diese Art außer in den fränkischen Weinbergen in Bayern nur noch an wenigen Stellen in den Weinbergen von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vor. Der Lauer mag sonnige, kalkhaltige Hänge mit lockerem Gehölzbestand wie Weinberge mit schmalen Hecken und Einzelbäumen und angrenzenden offenen Wäldern, wie es in der fränkischen Weinlandschaft öfter zu finden ist.

Lebensweise
Den Gesang der Männchen, besser das eintönige Sirren, kann man nur für zwei bis drei Wochen im Juni bzw. Juli bei heißem, windstillem Wetter hören, wenn die Männchen erhöht in Hecken sitzen und versuchen Weibchen anzulocken. Die Eier legen die Zikaden gerne an Schlehen, aber auch an Hainbuche und Waldkiefer oder andere Gehölze, wo die Jugendstadien bis zu drei Jahre an den Wurzeln heranwachsen. Schäden entstehen durch die sehr geringe Zahl an Tieren hierdurch nicht. Mehr Informationen inklusive Hörprobe gibt es über den unten stehenden Link.

Das Weibchen eines Lauers in den Rebflächen der LWG 2025

Armin Weiss
© LWG Veitshöchheim

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