Pressemitteilung - 08. Juni 2026
Tag des Gartens am 14. Juni: Kleingärten für ein besseres Klima und mehr Biodiversität

Grün in der Stadt ist vielfältig: Neben öffentlichen Parks, Alleen und Privatgärten bilden Kleingärten, häufig entlang von Bahnlinien aber auch z.T. sehr zentral gelegen, grüne Oasen in der Stadt. Ursprünglich für die bessere Versorgung und Möglichkeit zur Bewegung im Freien für die Stadtbevölkerung gedacht, sind sie heutzutage wichtig zur Verbesserung des Stadtklimas und bilden wichtige Trittsteine für bedrohte Arten.

Kühle grüne Oasen
Im Sommer heizen sich unsere Städte auf. Stein und Beton nehmen die Wärme auf und geben sie während der Nacht ab. So kommt es, dass in den Städten die Abend- und Nachttemperaturen höher sind als in der unbebauten Umgebung. Was für einen geselligen Abend auf der eigenen Terrasse oder im Restaurant als angenehm empfunden wird, kann in heißen Sommern nicht nur für ältere und kranke Menschen zur Qual werden. Die beliebten Klimaanlagen tragen dabei durch ihre Abluft noch mehr zur Erhitzung bei. Pflanzenbewuchs kann je nach Größe und Ausdehnung die Umgebungstemperatur um mehrere Grad senken. Das macht grüne Flächen in der Stadt so wertvoll. Daneben wird die Luftqualität verbessert und das städtische Grün entspannt Auge und Geist und bietet so Raum für kleine Auszeiten im Alltagsstress.

Vom Spießergarten zum Biodiversitäts-Hotspot
Kleingärten hatten lange Zeit ein angestaubtes Image. Es gibt Gartenordnungen, die den kreativen Gärtnergeist vermeintlich einengen. Schaut man genauer hin, so sind es nicht zuletzt diese Gartenordnungen, die die Flächen heute so wertvoll machen. Sie verpflichten nämlich die Pächterinnen und Pächter, ihren Garten vielseitig zu bewirtschaften. So sind häufig gewisse Anteile an Obst- und Gemüsebeeten vorgeschrieben. Damit wird vermieden, dass großflächig nur Rasen und Hecken gepflanzt werden. Jeder Garten trägt mit vielfältigem Bewuchs dazu bei, dass unterschiedliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen werden. Die Gartenordnungen schreiben auch die Instandhaltung und Pflege des Gartens vor. Damit wird gewährleistet, dass die Flächen über viele Generationen in der Nutzung bleiben. Das Deutsche Kleingartengesetz schützt zudem die Flächen, so dass sie nicht der zunehmenden Nachfrage nach Wohnraum zum Opfer fallen können. Nicht zuletzt sind viele Kleingärtnerinnen und Kleingärtner leidenschaftliche Sammler von alten und seltenen Sorten. Sie sorgen dafür, dass diese erhalten bleiben und der Genpool nicht zu sehr verarmt.

Entdeckungsreise im eigenen (Klein-)Garten
Heutzutage haben Kleingartenanlagen vor allem in den großen Städten wieder viel Zulauf. Neben der Möglichkeit, sich draußen an der frischen Luft aufzuhalten und sich an heißen Tagen dort Abkühlung zu verschaffen, gewinnt der Anbau von eigenem Obst und Gemüse wieder an Bedeutung. Auch die Wissenschaft hat den Garten als wichtigen Faktor für die Biodiversität in Städten entdeckt. Der Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschland e.V. hat zusammen mit der Universität Leipzig, dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig und dem Julius-Kühn-Institut (JKI) Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen ein Projekt zur Dokumentation der Pflanzenvielfalt in Gärten ins Leben gerufen. Mit der Bestimmungs-App „Flora Incognita“ können Freizeitgärtnerinnen und -gärtner in ihrem Garten auf Entdeckungsreise gehen. Mit Hilfe der App werden die Pflanzen im eigenen Garten bestimmt und dokumentiert. Dies ist während der gesamten Gartensaison möglich und bereichert die wissenschaftliche Auswertung. Wer im Aktionszeitraum bis zum 21.06.2026 mindestens 100 verschiedene Pflanzenarten im eigenen Garten dokumentieren kann, erhält darüber hinaus ein „Goldenes Badge“. Infos dazu gibt es unten.

Fachlich geprüfte Infos zum Garten
Hilfe, Tipps und viel Wissenswertes rund ums Gärtnern gibt es an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim – im Gartenblog, Gartentipp und Gartencast, die regelmäßig erscheinen sowie in Infoschriften und Broschüren. Der direkte Kontakt ist über das Gartentelefon und per E-Mail möglich (s.u.).

Save the date: Tag der offenen Tür am 05.07.
Am Sonntag, den 05. Juli 2026, findet wieder der beliebte Tag der offenen Tür der LWG statt! An den Standorten in Veitshöchheim und Thüngersheim gibt es von 9 bis 16 Uhr ein vielseitiges Programm für alle Gartenfans. Das Motto lautet „Vielfalt. Innovation“. Es gibt Führungen, Vorträge und Mitmachaktionen – auch für die Kleinen! Mehr Infos gibt es unten verlinkt.

Bayerische Gartenakademie:
Tel. 0931/9801-3333
E-Mail: bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Ein Beet vor einer Steinmauer

Christine Scherer
© LWG Veitshöchheim

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