Pressemitteilung - 18. März 2026
Rund 400 Besucherinnen und Besucher: 68. Veitshöchheimer Weinbautage / Fränkische Weinwirtschaftstage zur Zukunft des Weinbaus

Am 10. und 11. März 2026 fanden die 68. Veitshöchheimer Weinbautage / Fränkischen Weinwirtschaftstage der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim statt. An beiden Tagen nahmen insgesamt ca. 400 Besucherinnen und Besucher an der Veranstaltung teil. „Zukunft gestalten: Innovation, Effizienz und Resilienz in der Weinwirtschaft“ war am ersten Tag das übergeordnete Thema der Vorträge. Am zweiten Tag wurde das Herkunftsmodell Franken thematisiert. Die traditionelle Lehrweinprobe zum Abschluss der Weinbautage beschäftigte sich ebenfalls mit diesem Thema.

Mit Zusammenarbeit besser gerüstet
Die Weinbautage sind eine gemeinsame Veranstaltung der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), des Fränkischen Weinbauverbandes und dem Verband Ehemaliger Veitshöchheimer. Unterstützt werden die Veranstalter von der Erzeugergemeinschaft der Fränkischen Rebenpflanzguterzeuger, dem Weinbauring Franken und dem Bezirk Unterfranken. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Matthias Mend, Dr. Daniel Heßdörfer und Johannes Burkert.

Krisen als Chance nutzen
Eröffnet wurden die Weinbautage vom Leiter der LWG, Dr. Jörg Hirsche. Dieser machte wie die nachfolgenden Rednerinnen und Redner auf die aktuell schwierige Lage im Weinbau aufmerksam – betonte jedoch, dass jede Krise Chancen beinhaltet und die fränkische Weinwirtschaft schon mehrmals bewiesen hat, dass sie aus Krisen gestärkt hervorgeht. Der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, Artur Steinmann, ließ in seinem letzten Statement an den Weinbautagen kurz seine Amtszeit Revue passieren und erinnerte die Branche daran, dass nur gemeinsam die aktuelle Krise gemeistert werden kann. Die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat betrachtete die Situation des Fränkischen Weinbau aus der Sicht des Bundes und sagte die Unterstützung des Bundes für die deutsche Weinwirtschaft zu. Ein Grußwort der 67. Fränkischen Weinkönigin Antonia Kraiß rundete den Eröffnungsteil ab.

Tag 1 mit spannenden Impulsen
Melanie Broyé-Engelkes, seit Juli 2025 Geschäftsführerin des Deutschen Weininstitutes, eröffnete den fachlichen Teil der Weinwirtschaftstage. In ihrem Vortrag “Neue Impulse in der Kommunikation deutscher Weine“ ging Sie auf zukünftige Werbestrategie des Deutschen Weininstituts ein. Um gerade die Gen Z zu erreichen, ist die Schaffung relevanter Kontexte und Emotionalität ein zentraler Erfolgsfaktor, so ihre Botschaft an die fränkische Winzerschaft.
Im Anschluss referierte Prof. Dr. Simone Loose von der Hochschule Geisenheim über „Erfolgreich im Strukturwandel – Perspektiven aus der Absatzanalyse 2025“. Dem Vortrag folgte ein Podiumsgespräch mit drei Winzern, die trotz der Weinkrise ihren Umsatz und Absatz im letzten Jahr steigern konnten.
Beate Leopold vom Weinbauring Franken frischte vor der Mittagspause das Wissen der Winzerinnen und Winzer auf und erinnerte im Vortrag „Bodenbearbeitung – Pflicht und Kür“ daran, wie wichtig der richtige Zeitpunkt, die Witterung und die Anzahl der Überfahrten für eine gute Bodenbearbeitung sind.
Nach der Mittagspause stellte Daniel Regnery vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel Erfahrungen mit Nichtheft- und Zapfenschnittsystemen dar. Er konnte die Frage beantworten, dass bei richtiger Anwendung kostengünstig produziert werden kann ohne Abstriche bei der Weinqualität zu haben.
Der Vortrag „Effiziente Steillagenbewirtschaftung – Eine betriebswirtschaftliche Betrachtung schloss thematisch an das vorherige Thema an. Bernhard List stellte erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt der LWG zum Thema „Minimalschnitt in der Steillage“ vor.
Zum Abschluss des ersten Tages referierte Dr. Daniel Heßdörfer zum „Digitalen Wasserhaushaltsmodell“ und erläuterte, wie effiziente Bewässerung im Weinbau möglich ist. Darüber hinaus gab er Tipps, wie auch mit anderen Maßnahmen, z. B. einer reduzierten Laubwand, Wassereinsparungen möglich sind.
Im Anschluss an den ersten Tag der Weinbautage begrüßte der Fränkische Weinbauverband zu aktuellen Informationen aus dem Fränkischen Weinbauverband und zur ordentlichen Mitgliederversammlung des Verbandes.

Tag 2 mit Schwerpunkt "Herkunftsmodell Franken"
Der zweite Tag der Weinbautage begann mit einem Impulsvortrag zum
„Herkunftsmodell Franken“. Stephan Schmidt, Weinbaureferent des Fränkischen Weinbauverbandes stellte kurz die Entwicklung der letzten Jahre dar, zeigte den aktuellen Stand und gab einen Einblick in die zukünftig geplanten Neuerungen bzw. Änderungen.
Anschließend wurden die Unterschiede in Herkunftsebenen „Weine aus Franken“, „Weine aus einem Ort“ und „Weine aus Einzellagen“ betriebswirtschaftlich, weinbaulich und oenologisch betrachtet. Dazu gaben die Referenten Dr. Juliane Urban, Christian Deppisch (beide LWG) und Beate Leopold (Weinbauring Franken) und Ralf Schwarz (Bezirk Unterfranken) der Branche Empfehlungen wie unterschiedliche Anbausysteme, Pflegemaßnahmen etc. zu einer qualitativen Differenzierung der einzelnen Herkunftsebenen führen kann. Johannes Burkert (LWG) rundete mit seinem Beitrag „Crémant Franken – eine Chance“ den theoretischen Teil des Herkunftsmodells Franken ab.

Lehrweinprobe als Abschluss
Praktisch konnte die Winzerschaft mit „Herkunft schmeckbar machen“ als Thema der Lehrweinprobe das Herkunftsmodell Franken schmecken - der traditionelle Abschluss der Weinbautage. Verkostet wurden 12 Weine in 6 Durchgängen mit jeweils zwei Weinen, jeweils von einem Betrieb. Die Verkosterinnen und Verkoster sollten dabei jeweils beurteilen, welcher Wein aus Franken oder einem Ort ist und welcher Wein aus einer Einzellage stammt. Abgestimmt wurde per Handy. Während die Studierenden der beiden Technikerklassen die Weine ausschenkten, erhielten die Verkostungsteilnehmenden weitere Informationen zu den Weinen von den anwesenden Kellermeistern der Betriebe sowie den Moderatoren der Lehrweinprobe Felix Baumann (LWG) und Ralf Schwarz (Bezirk Unterfranken).

Save the date: Tag der offenen Tür am 05.07.
Am Sonntag, den 05. Juli 2026, findet wieder der beliebte Tag der offenen Tür der LWG statt! An den Standorten in Veitshöchheim und Thüngersheim gibt es von 9 bis 16 Uhr ein vielseitiges Programm für alle Gartenfans. Das Motto lautet „Vielfalt. Innovation“. Es gibt Führungen, Vorträge und Mitmachaktionen – auch für die Kleinen! Mehr Infos gibt es über den unten stehenden Link!

Viele Menschen schauen bei den Weinbautagen 2026 auf die Bühne der Mainfrankensäle

Petra Hönig
© LWG Veitshöchheim

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