Pressemitteilung - 06. Februar 2026
Tag des Regenwurms am 15. Februar: Der Regenwurm im Winter – ein wichtiger Bodenbewohner

Dem Boden wird meist wenig Beachtung geschenkt, aber dort leben eine Menge wichtiger und nützlicher Tiere. Besonders gut erkennbar, schon allein durch seine Größe, ist der Regenwurm. Am 15. Februar steht er wieder im Fokus – am Internationalen Tag des Regenwurms. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim erklären, warum er so wichtig ist, sich momentan aber noch nicht sehen lässt.

Was macht der Regenwurm im Winter?
Häufig findet man Regenwürmer im Frühjahr und Herbst, wenn sie sich aktiv durch den Boden wühlen. Im Winter ziehen sie sich aber in tiefere und frostfreie Bodenschichten zurück und fallen dort in eine Kältestarre. Sie ringeln sich in selbst gegrabenen Hohlräumen zu Knoten zusammen, von Erde und organischem Material geschützt. Um Energie zu sparen, verlangsamen sie ihren Stoffwechsel. Oft findet man mehrere Tiere in Gruppen. Steigen die Temperaturen, werden die Regenwürmer wieder aktiver. Bei sehr kalten Temperaturen oder Frost ziehen sie sich erneut zurück. Das Mulchen des Bodens im Herbst, beispielsweise mit Laub, isoliert, hält Feuchtigkeit und bietet den Regenwürmern Nahrung. Der Verzicht auf das (tiefe) Umgraben schützt die erwachsenen Tiere wie auch die sich in Kokons entwickelnden Jungtiere.

Wertvoller Helfer
Regenwürmer sind äußerst wichtige Bodenlebewesen. Sie verändern durch ihre Grabtätigkeit das Bodengefüge. Sie fressen organisches und mineralisches Material, was als wertvoller und stabiler Ton-Humus-Komplex ausgeschieden wird. Die Häufchen bleiben auch bei stärkeren Regenfällen noch stabil und fallen nicht zusammen. Manche Regenwurmarten ziehen organisches Material wie Laubblätter, Erntereste oder Stroh auch in tiefere Bodenschichten ein. Dort baut es sich schneller ab und liefert schließlich Nährstoffe für die Pflanzen. Regenwürmer bilden ein weitreichendes Röhrensystem. Der Boden wird durchlüftet und die Sauerstoffversorgung der Pflanzenwurzeln verbessert. Zudem versickert Regenwasser bis in tiefere Schichten und das Abschwemmen und Verschlämmen von Erde wird verhindert bzw. dem vorgebeugt. Besonders schwere Böden profitieren von den Regenwürmern.
Regenwürmer sind fast das ganze Jahr im Boden aktiv. Bodentemperaturen zwischen 10 und 15 Grad sind für die wechselwarmen Tiere optimal. Zu dieser Zeit, meist im Frühjahr und Herbst, vermehren sie sich. Sie sind Zwitter und begatten sich wechselseitig. Die befruchteten Eier werden in Kokons abgelegt, wo sich Jungwürmer entwickeln. Wird es im Sommer zu heiß und trocken, verharren die Erwachsenen ebenso wie im Winter zusammengerollt tief in der Erde.

Regenwurm ist nicht gleich Regenwurm
Regenwürmer sehen nicht alle gleich aus. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und auch im Garten leben bis zu 20 verschiedene Arten. Geschlechtsreife erwachsene Tiere tragen einen etwas dickeren andersfarbigen Gürtel. Dieser fehlt bei den Jungtieren. Auffallend sind die unterschiedlichen Wurmfarben, die Hinweise auf den Lebensraum geben. Dunkel pigmentierte Arten leben nahe an der Bodenoberfläche und kommen auch nach oben ans Licht. Sie ernähren sich von der Streu, Mulch- und Humusauflage. Man nennt sie deshalb auch Streubewohner (epigäische Regenwürmer). Übrigens: Der Kompostwurm ist eine spezielle Gattung in dieser Gruppe.
Die ganz hell gefärbten so genannten endogäischen Arten leben im oberen Bereich des Mineralbodens. Diese Regenwürmer erscheinen so gut wie nie an der Oberfläche. Sie machen viele vor allem horizontale Röhren bis in 60 Zentimeter Bodentiefe.
Dann gibt es noch die Tiefgräber, deren vorderes Körperteil dunkel gefärbt ist. Sie ziehen organisches Material in ihre meist senkrechten Röhren hinein, die bis in den Unterboden reichen. Dadurch fördern diese Arten auch die Durchmischung unterer Bodenschichten mit dem Humus.
Alle Regenwürmer sind wichtige Bodenbewohner. Sie gilt es zu fördern. Um auf die Gefährdung und vor allem dem großen Nutzen der Regenwürmer aufmerksam zu machen, ist der 15. Februar weltweit dem Regenwurm gewidmet.

    Ein Regenwurm auf der Erder

    Christine Scherer
    © LWG Veitshöchheim

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