Pressemitteilung - 02. April 2025
Frühjahrsblüher auf Terrasse und Balkon: Gärtnern ohne Torf – so klappt´s!

Mit dem milden und sonnigen Wetter können jetzt auch wieder Narzissen, Tulpen, Primeln und Stiefmütterchen gepflanzt werden. Bei der Wahl der Erde für die Frühjahrsblüher gilt es aber ein paar Dinge zu beachten! Sie besteht nämlich leider oft noch zu großen Teilen aus Torf. Das ist schlecht fürs Klima. Hobbygärtnerinnen und -gärtner können einen Beitrag für mehr Klimaschutz leisten, indem sie auf Torf in der Erde verzichten. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim hat viele Tipps, wie das torffreie Gärtnern gut funktioniert.

Torffreie Erde für den Klimaschutz
Torf ist ein fossiler Rohstoff, in dem über viele Jahrhunderte große Mengen Kohlenstoff gebunden wurde. Beim Torfabbau wird dieser Kohlenstoff in Form von klimaschädlichem Kohlendioxid frei. Um beim Klimaschutz voranzukommen, soll deshalb die Verwendung von Torf deutlich reduziert werden. Daher finden sich zunehmend torffreie Substrate für den Hobbybereich im Handel – im Erwerbsgartenbau wird ein Torfausstieg bis 2030 anvisiert. Schon in diesem Jahr wird übrigens die komplette Gartenleistungsprüfung aller Beet- und Balkonpflanzen, Stauden und Gemüsepflanzen an der LWG in einem torffreien Substrat durchgeführt.

Torfersatz
Als Torfersatz kommen u.a. folgende Stoffe in Frage: gütegesicherte Substrat-Komposte, Holzfasern heimischer Nadelhölzer, Rindenhumus, Kokosfasern bzw. mark, Ton und verschiedene mineralische Zuschlagstoffe. Diese Ersatzstoffe haben unterschiedliche Eigenschaften, was die Wasserspeicherfähigkeit, Nährstofffreisetzung bzw. -gehalt, Luftporenvolumen, Benetzung, pH-Wert und möglicher Stickstoffbindung angeht. Eine Mischung der verschiedenen Ersatzstoffe gleicht die Nachteile der einzelnen Komponenten am besten aus. Wie der Anbau in torffreien und stark torfreduzierten Erden gelingt, das zeigt auch ein Infoflyer der LWG (s. Link unten).

Einige Fakten rund um den Torf:
- In Bayern gibt es rund 221.000 Hektar klimaschutzrelevante Moorflächen.
- Moore mit ihren Torfvorkommen sind riesige Speicher: Obwohl sie nur drei Prozent der Erdoberfläche bedecken, halten sie rund 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs.
- Damit binden die Moore weltweit doppelt so viel CO2 wie alle Wälder der Welt zusammen.
- Torfabbau findet in Deutschland nur auf landwirtschaftlich vorgenutzten und längst trockengelegten Flächen statt. Allerdings wird für Blumenerden viel Torf importiert, zum Beispiel aus dem Baltikum.

Bunte Frühjahrsblumen auf einer Wiese

Christine Hartmann
© LWG Veitshöchheim

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