Pressemitteilung - 27. Februar 2025
Fliegende Juwelen: Tag des Artenschutzes am 3. März

Nicht nur der Verlust von Lebensräumen und veränderte Umweltbedingungen sind Ursachen für den weltweiten Artenrückgang. Eine große Rolle spielt der illegale Handel mit seltenen und damit für Sammler prestigeträchtigen und „wertvollen“ Arten. Aus diesem Grund wurde 1973 das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, CITES) unterzeichnet. Der Tag des Artenschutzes am 3. März erinnert an dieses Abkommen. Trotzdem finden sich in den Zollbehörden, denen die Kontrolle des CITES-Abkommen unterliegt, jährlich eine hohe Zahl illegaler tierischer und pflanzlicher Handelswaren. Nicht nur Accessoires (Taschen, Schuhe, Dekoobjekte etc.) gefertigt aus Haut, Horn und Fell seltener Tierarten, sondern auch „vollständige“ Exemplare. Besonders im Fokus: Schmetterlinge.

Farbe durch Licht
Die ungeheure Farbenpracht und Mustervielfalt der Flügel vieler Schmetterlingsarten macht sie immer noch zu begehrten Sammlungsobjekten. Verantwortlich für die Farbenpracht sind tausende winzige Schuppen auf den Flügeln der Schmetterlinge, die dachziegelartig übereinander angeordnet sind. Aber die Oberflächen der Flügelschuppen sind nicht glatt, sondern weisen eine rillenförmige Struktur auf. Metallisch bunte, glänzende Farben (Strukturfarben) entstehen durch Lichtbrechung, -absorption und -reflexion des einfallenden Lichts auf die Schmetterlingsschuppen. Durch Veränderung des Lichteinfallwinkels verändert sich der Farbeindruck – die Farbe scheint zu schimmern und schillern.
Weitere Farben werden durch das Einlagern von Pigmenten in die Flügelschuppen erzeugt. Das dunkle Pigment Melanin findet man bei Schmetterlingen besonders häufig, da eine schwarze Flügelfärbung zur Wärmespeicherung genutzt wird. Weitere typische Pigmentfarben sind weiß, gelb, orange, und rot. Die beständige Sonnenlichteinstrahlung im Sommer bleicht die Pigmentfarben aus – ähnlich wie bei einem Gemälde. Ältere Schmetterlinge erscheinen daher oft weniger farbenprächtig als frisch aus der Puppe geschlüpfte Individuen.

„Internationaler“ Schmetterling des Jahres 2025
Die Flügelmuster und -färbung ist oft namensgebend für die Schmetterlingsart. Eindeutige Beispiele sind Tagpfauauge oder Totenkopfschwärmer. Schwieriger wird es, wenn die Namensgebung nicht gleich auf einen Schmetterling hinweist. Da kann es schon mal für Verwirrung sorgen, wenn man von dem Falter spricht, aber das Gegenüber zunächst ein anderes Bild im Kopf hat. Paradebeispiel ist die Spanische Flagge, der Schmetterling des Jahres 2025, synonym als Russischer Bär bezeichnet.
Wie kommt diese Namensgebung zustande? Grund hierfür sind die beiden Lebensformen des Schmetterlings, Raupe und adulter Falter. Die Schmetterlingsart zählt zu der Familie der Bärenspinner. Die Raupe der Spanischen Flagge ist stark behaart und erinnert an die Fellmützen (Uschankas) in Russland. Die Flügelfärbung der adulten Schmetterlinge mit den roten Hinterflügeln und der schwarz-weißen Vorderflügelfärbung erinnert an die frühere spanische Flagge.

Tagaktiver Nachtfalter mit Vorliebe für Wasserdost
Die Bärenspinner zählen zwar zu den Nachtfaltern, aber etliche Mitglieder sind tagaktiv, wobei sie die Mittagssonne meiden. Im August, ihrer Hauptflugzeit, kann man die Spanische Flagge an lichten Waldwegen, Gebüschsäumen und staudenbewachsenen Magerrasen entdecken. Hauptsache: strukturreich! Genau as war ein Grund zur Wahl des Schmetterlings des Jahres 2025. Zwar ist die Spanische Flagge in ihrem Bestand nicht gefährdet – als Klimawandelgewinnerin erweitert sie sogar ihr Verbreitungsgebiet Richtung Norden. Aber ihr Lebensraum – strukturreiche Landschaften mit Hecken, Waldrändern und Blühwiesen – werden durch Flächenverbrauch und intensive Landwirtschaft immer weiter eingeschränkt. Darauf soll die Wahl zum Schmetterling des Jahres aufmerksam machen.
Doch nicht nur in der extensiven Kulturlandschaft kann man den auffällig gefärbten Nachtfalter beobachten. Auch in naturnahen Gärten mit „gepflegter Unordnung“ und reichem Blütenangebot kommt der Falter vor.
Möchte man ihn in den Garten locken, kann Wasserdost als Rabattbepflanzung oder als Teichrandbepflanzung gesetzt werden – denn das ist die bevorzugte Nahrungsquelle der adulten Falter.

Ein rot-weiß-schwarzer Schmetterling sitzt an einer Pflanze

Dr. Beate Wende
© LWG Veitshöchheim

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Der Weinberg in Thüngersheim

Dr. Beate Wende
© LWG Veitshöchheim

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