Fachartikel
Attraktives Grün auf kleinem Raum – Gräser, Stauden und Zwiebelpflanzen für Sonne und Schatten

Selbst im kleinsten Garten lassen sich viele Pflanzplätze schaffen. So bietet auch der Vorgarten meist noch Platz für einen Hausbaum, für Kletterpflanzen, für eine Dachbegrünung auf der Müllbox oder für ein kleines Pflanzbeet neben der Haustüre. In den allermeisten Fällen lässt sich auch die frei wachsende Blütenhecke mit Stauden unterpflanzen und die Gartenkräuter in das sonnige Terrassenbeet integrieren. Eine sorgfältig abgestimmte Pflanzenauswahl ist das A und O für eine attraktive und funktionierende Begrünung. Beispiele für unterschiedliche Pflanzsituationen im Hausgarten.
2019, 10 Seiten
Der Hausgarten liegt im Raum Würzburg und ist gekennzeichnet durch trockene Sommer mit einer durchschnittlichen Niederschlagssumme von ca. 600 mm, einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 9,1 °C und einem lehmigen Oberboden mit alkalischem pH-Wert. Die Grundstücksgröße beträgt ca. 400 m², für den Garten bleibt eine Fläche von 250 m². Das Konzept der Pflanzung wurde auf einen geringen Pflegebedarf ausgerichtet.
Das halbschattige bis schattige Vorgartenbeet
In der schattigeren Hälfte entwickelt Chrysogonum virginianum seine ersten Blüten, die erst im Herbst wieder nachlassen. Der Spätsommeraspekt bildet den optischen Höhepunkt der Pflanzung. Die Sorten der Herbstanemonen 'Pamina‘ und 'Honorine Jobert‘ ziehen zusammen mit Aster divaricatus ab Mitte August zwei Monate lang die Blicke auf sich. Im sonnigeren Teil der Fläche unterstreicht das Dunkelviolett von Aster amellus 'Veilchenkönigin‘ die Farbgestaltung. Am anderen Beetende schlängeln sich die violettblauen Blüten eines Clematis viticella-Sämlings von den Kletterstäben der Müllbox in die Pflanzfläche.
Freiwachsende Blütenhecke als Grundstücksabgrenzung
Das Gartengrundstück grenzt an der Südseite an die Dachflächen einer Garagenfront an. Bei der Gehölzauswahl galt es, die Garagenoberkante, die ca. 30 cm über die Bodenoberfläche ragt, zu verdecken. Dies wurde mit einer Reihe niedriger Decksträucher erzielt. Bei der Auswahl der größeren Gehölze wurde auf eine ausgewogene Abstimmung der Blütezeiten und -farben sowie der Herbstfärbung geachtet. Die Unter- und Vorpflanzung wurde mit überwiegend standorttypischen, z. T. heimischen Stauden aus der Pflanzengesellschaft des blutroten Storchschnabelsaumes gestaltet. Im vorderen freien Bereich wurden z. T. anspruchsvollere Stauden eingesetzt, um die Pflanzung etwas intensiver zu gestalten. Wie schon im Vorgarten wurde auch hier mit Miscanthus-Häcksel abgemulcht, so dass sich die Pflege ebenfalls auf ein Minimum beschränkt.
Das Schotterbeet an der Terrasse
An Treppenkanten, Übergängen zwischen Wegen und Rasen sowie verschiedenen funktionellen Ecken ist immer noch Platz für kleine Pflanzbeete. Im anstehenden Oberboden, abgemagert mit Splitt und Schotter wurden verschiedene Kleingehölze sowie Halbsträucher und Stauden angesiedelt. Erwähnenswert sind hierbei Syringa afghanica, ein niedrig bleibender fiederblättriger Flieder, Caragana pygmaea sowie Campanula poscharskyana für die Beetkante.An Treppenkanten, Übergängen zwischen Wegen und Rasen sowie verschiedenen funktionellen Ecken ist immer noch Platz für kleine Pflanzbeete. Im anstehenden Oberboden, abgemagert mit Splitt und Schotter wurden verschiedene Kleingehölze sowie Halbsträucher und Stauden angesiedelt. Erwähnenswert sind hierbei Syringa afghanica, ein niedrig bleibender fiederblättriger Flieder, Caragana pygmaea sowie Campanula poscharskyana für die Beetkante.
Im Pflanzbeet, das an das architektonische Wasserbecken angrenzt, wird der Jahresbeginn ab Februar durch die Blüten von Iris reticulata 'Joyce‘ und 'Gordon‘ mit Crocus chrysanthus 'Cream Beauty‘ eingeläutet.
Im weiteren Jahresverlauf lösen sich Alchemilla splendens, Hemerocallis 'Little Zinger‘, ein niedriger Miscanthus-Sämling, Platycodon grandiflorum 'Baby Blue‘ sowie Rudbeckia fulgida var. sullivantii 'Goldsturm‘ als später Langblüher gegenseitig ab.
Auf einer speziell angefertigten Alu-Trapezblechkonstruktion wurde eine extensive Dachbegrünung angelegt. Die Substrathöhe betrug 5 bis 8 cm auf der Müllbox und 7 bis 10 cm auf dem Carport. Verwendet wurde ein organisch-mineralisches Extensivsubstrat aus Recyclingstoffen. Der Standort ist überwiegend sonnig. Da vor Ort eine Bewässerungsmöglichkeit vorhanden ist, wurden z. T. auch etwas anspruchsvollere Arten ausgewählt. Tabelle 4 im Fachartikel enthält eine Liste der Arten, die auf dem Dach auch nach sechs Jahren noch wüchsig sind. Während extremer Trockenperioden wurde jährlich ein- bis zweimal bewässert.
Der vorgestellte Garten stellt lediglich ein Beispiel neben vielen weiteren Gestaltungsmöglichkeiten und -stilen dar. Soll der Garten eher blütenreich und bunt sein, so sind auch die neuen „Veitshöchheimer Staudenmischungen“ im Hausgarten gut umsetzbar und können leicht auf die entsprechende Pflanzflächengröße umgerechnet werden.





