Gartentipp
Die Tomatenernte beginnt
20. Juli 2026

Tomaten lieben den Sommer. In den Gärten hat die Ernte der beliebtesten Gemüseart der Deutschen begonnen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, warum in diesem Jahr manches anders ist.

Gleichmäßige Wasserversorgung und warme Temperaturen sorgen für eine reiche Ernte. Trockenheit und Hitze, aber auch regenreiche Tage können jedoch zu Einschränkungen führen.

Tomatenvielfalt

Frühe Sorten beginnen mit der Ernte, während verschiedene großfruchtige Sorten noch brauchen, um zur Reife zu gelangen. Leuchtende, pralle Früchte sind das Ziel. Die klassische Tomate ist rot und rund. Doch Tomate kann mehr: fingernagelgroße Johannisbeertomaten, kirschgroße Cherrytomaten, Cocktailtomaten, normale Runde und Fleischtomaten in Rot, Gelb, Orange oder fast Schwarz sowie gestreift bereichern das Angebot ebenso wie dattel- bzw. eierförmige, bauchig-birnförmige, flaschenförmige oder wulstige Tomaten. In einem bunten Tomatensalat kommt die Vielfalt zutage.

Die meisten Tomaten sind Stabtomaten, die einen Hauptrieb besitzen, der immer weiter wächst, und deren Seitentriebe ausgebrochen werden. Dann gibt es noch determinierende Sorten, die sogenannten Buschtomaten. Diese beenden das Wachstum selbständig, wenn etwa vier bis fünf Blüten- und Fruchttrauben gebildet wurden. Ein Ausgeizen ist nicht nötig. Balkontomaten bleiben besonders klein und kompakt. Sie eignen sich besonders für Balkonkästen und Kübel.

Tomatenpflege

Neben dem regelmäßigen Ausgeizen der Stabtomaten benötigen sie eine gleichmäßige Wasserzufuhr, um ausreichend Nährstoffe aufzunehmen. Zudem verhindert dies das Aufplatzen der Früchte. Im Gartenbeet gelingt dies leichter als bei Pflanzungen in Gefäßen. In einer langen Sommersaison reifen viele Früchte und auch die Pflanze wächst weiterhin. Werden die Blätter gelb oder der Neutrieb dünner, so kann mit schnellwirkenden Nährstoffen nachgedüngt werden. Es eignen sich vor allem Flüssigdünger, die schnell aufgenommen werden (organische z.B. Vinasse und mineralische z.B. in Wasser aufgelöster Ammonsulfatsalpeter).

Das Mulchen des Bodens beispielsweise mit Stroh schützt den Boden vor starker Sonneneinstrahlung und Austrocknung, puffert zudem Starkregen ab. Die Bodenbedeckung fördert das Bodenleben, welches die Nährstoffe im Boden für die Pflanze verfügbar macht. Spätestens Mitte September können Sie den Mitteltrieb kappen, denn später dort angelegte kleine Früchte reifen meist nicht mehr aus. Außerdem entlastet dies den Tomatenstock.

Der Sommer kann auch Probleme machen

Tomaten sind Sonnenkinder. Jedoch zu hohe Temperaturen (weit über 30 Grad) und hohe Sonneneinstrahlung verhindern eine optimale Befruchtung. So fällt es auf, dass Blüten, die während der Hitzephase blühen, keine Früchte ansetzen. Werden die Temperaturen kühler findet wieder eine Befruchtung statt.

Verstärkt tritt nun auch die Blütenendfäule bei Tomatenpflanzen im Topf auf. Dies ist keine Krankheit, sondern eine Ernährungsstörung, da nicht genügend Kalzium aus dem Boden aufgenommen und in die Fruchtzellen transportiert werden konnte. Hierbei verhärtet und verbräunt die Stelle am Blütenansatz. Verschiedene Faktoren fördern diesen Schaden: ungleichmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung, Hitze und Trockenheit, Schädigungen von Wurzeln bei Pflanzen in (schwarzen) Töpfen, Stress für die Pflanze allgemein sowie Sorteneigenschaften.

Bei viel Niederschlägen entstehen andere Schädigungen: die Kraut- und Braunfäule. Hier heißt es dafür zu sorgen, dass die Pflanzen sehr luftig wachsen, damit die Blätter schnell wieder abtrocknen können. Achten Sie darauf, dass das Blattwerk nicht zu dicht steht. Entfernen Sie konsequent die Geiztriebe und vor allem Blätter von unten, damit kein Spritzwasser an die Laubblätter gelangt.