Gartentipp
Es summt und brummt im Garten
6. Juli 2026

Der Sommer ist die Hoch-Zeit der Insekten. Verschiedene Bienen, Schmetterlinge und Käfer tummeln sich auf den Blüten. Damit sich viele unterschiedliche Insekten im Garten wohlfühlen, kann man sie unterstützen, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Dies ist besonders in heißen und trockenen Witterungsphasen wichtig.

Insekten wie beispielsweise auch die Honigbiene und ihre wilden Verwandten sind wertvolle Bestäuber. Ohne sie gäbe es weniger Obst und Gemüse.

Blütenvielfalt

Ein Insektengarten bietet ein reiches Angebot an unterschiedlichen Blütenpflanzen. Unterschiedliche Insekten sind zu verschiedenen Zeiten im Garten unterwegs. Optimal wären deshalb Blüten das ganze Jahr über. Das lässt sich auch weitestgehend mit einer geschickten Kombination aus Gehölzen, Stauden und Zwiebelblumen erreichen. Zu den ersten im Jahr gehören der Duftschneeball, der Winterjasmin und die Winter-Heckenkirsche, die Christrose, der Winterling und das Schneeglöckchen. Späte Astern und Herbstkrokusse bilden den Abschluss. Übrigens bilden viele der ungeliebten Kräuter fast ganzjährig Blüten.

Viele Blüten bieten Pollen und Nektar, was zur Nahrung der Tiere und der Aufzucht der Jungen benötigt wird. Die Pollen- und/oder Nektarmenge ist sehr unterschiedlich. Zudem finden sie in stark gefüllten Blüten sehr wenig oder nichts. Verwenden Sie diese Pflanzen deshalb nur vereinzelt. Beobachten Sie auch, welche Blüten besonders gerne oder gar nicht angeflogen werden. Hitze und Trockenheit lässt Blüten schneller verblühen. Pollen trocknet ein und die Nektarbildung ist eingeschränkt bzw. verdunstet der Nektar schnell. Eine standortgerechte Pflanzenauswahl und ausreichende Wasserversorgung können das Problem verbessern. Durch den Klimawandel verändern sich nicht nur Temperatur und Niederschläge, auch die Blütezeiten verschieben sich. Die Pflanzenarten blühen nicht mehr nacheinander, sondern oft gleichzeitig. Nach einem Überangebot kommt es zu Nahrungsmangel. Die Kombination heimischer und nicht-heimischer Pflanzen kann dies etwas ausgleichen. Eine Blütenzeitverlängerung erreicht man auch durch die Pflege. Durch den starken Rückschnitt nach der Blüte treiben einige Pflanzen neu aus und bilden neue Blüten. Dies funktioniert beispielsweise gut bei Steppensalbei, Spornblume, Rittersporn und Frauenmantel. Lavendel und mehrfachblühende Rose werden schwächer geschnitten. Auch das Ausputzen von Verblühtem regt zur Neubildung von Blütenknospen an: Beet- und Balkonpflanzen, einjährige Sommerblumen wie Ringelblume und Schmuckkörbchen.

Das Leben erleichtern – Lebensräume im Garten

Zum Leben gehört nicht nur ausreichend Nahrung. Schlaf-, Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten entscheiden ebenso, ob sich ein Tier im Garten wohlfühlt. Stein- und Holzhaufen, offene Freiflächen, Nisthilfen etc. lassen sich auch dekorativ integrieren. Für die Raupen verschiedener Schmetterlinge sind Brennnesselpflanzen eine wichtige Futterquelle. Ein „wildes Eck“ nehmen die Tiere gerne an. Viele Insekten sind Nützlinge und wichtige Helfer bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. Blattläuse beispielsweise haben sehr viele Gegenspieler. Für ein biologisches Gleichgewicht gehören also auch ein paar Schädlinge dazu, die Nahrung für deren „Bekämpfer“ sind. Verzichten Sie grundsätzlich auf chemische Pflanzenschutzmittel.

An heißen und trockenen Tagen spielt die Wasserversorgung der Tiere eine wichtige Rolle. Die Insekten benötigen Wasserstellen, die gut erreichbar sind, sie aber nicht ertrinken können. Dies kann eine Schale oder ein Untersetzer mit Steinen sein oder ein Teich mit Seerosenblättern. Auch Algen sind ein Landeplatz für Insekten (Bienen, Feldwespen und andere). Erneuern Sie das Wasser besonders in kleinen Behältnissen regelmäßig, damit sich keine unbeliebten Stechmücken einnisten.

Insektenvielfalt

Welche Wildbienen und andere Insekten entdecke ich in meinem Garten? Manche findet man nur auf bestimmten Blüten oder bestimmten Pflanzen. Die Wollbiene nutzt den Ziest wegen der Pflanzenhaare für den Nestbau, die Schwarzblaue Holzbiene bevorzugt den Muskateller-Salbei als Nahrungsquellen. Doldenblütler sind wahre Insektenmagnete.

Nutzen Sie die Zeit, betrachten Sie die bunte Blütenvielfalt und beobachten Sie die unterschiedlichen Insekten in Ihren Garten. Sie werden überrascht sein, welches vielfältige Leben sich dort tummelt.