Gartentipp
Schäden im Garten durch Sonne und Hitze
28. Juni 2026

Fast jährlich trifft es uns und auch den Garten: Temperaturen weit über 30 Grad Celsius, viel Sonne und wenig Regen, nicht selten mehrere Wochen lang. Entwickeln sich Schäden, werden die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie um Rat gefragt.

Schäden durch hohe Sonneneinstrahlung, Hitze und Trockenheit sind vor allem an weichhäutigen Beeren sichtbar, treten aber auch bei Gemüsearten, Zierpflanzen und sogar Gehölzen auf.

Sonnen- und Hitzeschäden – warum?

Warum kommt es plötzlich zu Sonnenschäden an den Pflanzen? Bei sehr hohen Temperaturen von 35 Grad Celsius und mehr sowie hoher Sonneneinstrahlung stirbt das Pflanzengewebe ab. An den Blättern und anderen Pflanzenteilen (z.B. dunkle Rinde an Bäumen) liegen die Temperaturwerte oft viel höher als das Thermometer anzeigt, so dass leicht Werte bis zu 50 Grad erreicht werden. Die Sonnenschäden treten vor allem auf, wenn der Hitze feuchtes Wetter vorausgegangen war; wenn mehreren Tagen bewölkter Witterung plötzlich ein strahlend blauer Himmel mit intensiver Strahlung und hohen Temperaturen folgen. Bodentrockenheit und Winde verstärken oft die Schäden. In diesem Jahr fallen besonders die Blattschäden auf, auch bei Stauden und Gehölzen, die schon viele Jahre im Garten stehen.

Sonnenschäden – wen trifft es am meisten?

Die ersten Verbrennungsschäden treten meist an Pflanzen auf, die nicht rechtzeitig abgehärtet wurden und sich nicht an die starke Sonneneinstrahlung gewöhnen konnten. Dies betrifft junge Gemüsepflanzen, aber auch Beet- und Balkonpflanzen. Jetzt zeigt sich auch, welche Standorte für bestimmte Pflanzen ungünstig sind. Die Blätter und Blattstiele von Begonien beispielsweise werden erst weich und matschig bevor sie schließlich eintrocknen.

Das Beerenobst mag eigentlich einen sonnigen Standort, doch in heißen und trockenen Sommern bekommen ihnen Plätze im lichten Schatten besser. Geschädigte Früchte von Himbeere, Stachelbeere und Johannisbeere werden oft einseitig hell und weich, sie sehen wie gekocht aus. Schließlich fallen sie ab. Auch Äpfel, Zwetschgen, Trauben und sogar Nüsse können Symptome zeigen, wenn sie sehr sonnenexponiert wachsen.

Im Gemüsegarten reagieren Bohnen empfindlich, da ihnen außer der Hitze auch hohe Ozon-Werte zu schaffen machen. Blattränder rollen ein und vertrocknen schließlich. Auch mit der Ernte sieht es zeitweise schlecht aus: Blüten werden nicht bestäubt und werden sogar von der Pflanze abgestoßen. Des Öfteren treten nun verstärkt Wachstumsstörungen sowie Blütenendfäule bei Tomaten, Paprika und Zucchini auf.

Im Ziergarten blühen die einzelnen Blumen nur sehr kurz. Dunkle Blüten z.B. von Rosen vertrocknen. Führen Sie einen Korrekturschnitt der Hecke durch, kann es zu Sonnenbrand auf den verbliebenen Blättern kommen, die nun nicht mehr schattiert werden. Verschieben Sie den Heckenschnitt - auch wegen Ihrer Pflanzen, auf kühlere und bedecktere Tage.

Bei Pflanzen in Töpfen treten ebenfalls Schäden auf. Schlappende Pflanzen deuten nicht immer auf Wassermangel hin, sondern sind auch Selbstschutz der Pflanze, um die Verdunstung zu verringern. Welkende Pflanzen in Töpfen verleiten zum vermehrten Gießen. Dauernässe führt jedoch zum Absterben der Wurzeln, was sich wiederum oft im Welken der Pflanze zeigt. Besonders problematisch sind zudem schwarze/dunkle Töpfe, die sich stark aufheizen und Wurzeln im Topfrandbereich absterben lassen. Überprüfen Sie deshalb vor dem Gießen, ob die Erde noch feucht ist.

Dem Schlimmsten vorbeugen

Ein gutes Wassermanagement ist essentiell. Gießen Sie die Erde um Ihre Pflanzen möglichst am frühen Morgen vor allem dann, wenn Sie mit kaltem Leitungswasser gießen müssen, weil die Regentonnen leer sind. Gießen Sie Ihre Gartenbeete durchdringend mit etwa 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter. Am besten geschieht dies in mehreren Gießgängen, um Abschwemmung zu vermeiden. Zudem benetzen Sie nicht nur die Bodenoberfläche, sondern das Wasser reicht dann etwas tiefer zu den Wurzeln. Außerdem erspart man sich das tägliche Wässern. Grundsätzlich werden nicht die Blätter gegossen, sondern direkt auf die Erde, um schon vorher Verdunstung zu vermeiden.

Trockener Boden verkrustet, bildet Risse und Wasser verdunstet noch schneller. Um Bodenkapillaren zu zerstören, damit die Bodenfeuchte erhalten bleibt, wird offene Erde leicht geharkt. Gegen übermäßige Verdunstung aus dem Boden hilft Mulchen. Der bedeckte Boden heizt sich nicht so stark auf und das Bodenleben bleibt aktiv. Es verbessert die Bodenstruktur und macht Nährstoffe im Boden pflanzenverfügbar. Sollte es einen starken Gewitterregen geben, „federt“ die Mulchschicht die großen Tropfen ab und leitet sie sanft in die Erde. Als Mulchmaterial eignet sich Miscanthushäcksel, Stroh, Schafwolle, Rasenschnitt, Gartenfaser, Rindenmulch, Rückschnitt von Stauden usw. je nach Einsatzort.

Ansonsten heißt es Sonnenschutz! Werden Baumstämme angestrichen, reflektiert die weiße Farbe die Sonne. Erledigen Sie den Sommerschnitt bei Obstbäumen in der heißen Zeit nur sehr verhalten, damit sich die Blätter noch gegenseitig beschatten können. Dies gilt auch für den Heckenschnitt und bei der Pflege der Tafeltrauben. Lassen Sie den Rasen hoch stehen und mähen Sie nur auf 7 bis 8 Zentimetern, damit sich die Rasengräser beschatten können. Der Mähroboter bleibt mehrere Tage ohne Arbeit. Auf Balkonen sieht man immer mehr farbenfrohe Sonnenschirme, die die Pflanzen beschatten und so vor intensiver Sonne schützen. Wichtig ist das Schattieren dunkler/schwarzer Töpfe, die sich besonders stark aufheizen, Kübelpflanzen wenn möglich in den Schatten stellen.

Und außerdem

Denken Sie auch an Tiere und halten Sie Wasser bereit. Seien es Insekten, Vögel, Igel oder andere, sie alle haben Durst und suchen nach Flüssigkeit. Es reicht eine Schale mit Wasser. Legen Sie ein paar Steine hinein, dann können auch die kleinen Insekten sich am kostbaren Nass laben, ohne zu ertrinken. Wespen sind nun auf der Suche nach Feuchtigkeit. Bieten Sie Möglichkeiten, dann bleiben saftige Früchte vor Fraß weitgehend verschont. Eine erhöhte Wasserstelle ist für Insekten und Vögel, während Trinkgefäße auf dem Boden dem Igel oder auch Ihren Garten-Hühnern, Ihrer Katze oder Ihrem Hund schnelle Labsal in der Hitze bieten. Füllen Sie die Tränke täglich auf.