Gartentipp
Die Gartenbohne – Giftpflanze des Jahres 2026
20. April 2026

Hülsenfrüchte, ein beliebtes Nahrungsmittel, punkten durch ihren hohen Eiweißgehalt. Um so verwunderlicher mag es scheinen, dass die Gartenbohne die Giftpflanze des Jahres 2026 ist. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen das beliebte Gemüse vor.

Ob Buschbohne, Stangen- oder Feuerbohne, sie findet man in fast allen Nutzgärten. Die Ernte des typischen Sommergemüses läuft bis in den Frühherbst.

Gartenbohnen im Garten

Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) sind wärmeliebende einjährige Pflanzen. Die optimalen Bedingungen zum Keimen und Wachsen liegen zwischen 18 und 25 ° Celsius. Deshalb dürfen die Pflanzen auch erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Empfehlenswert ist die Horstsaat. Hierbei werden etwa 5 bis 10 Körner je Horst im Abstand 60 x 25 bis 30 cm gelegt und maximal zwei bis drei Zentimeter mit Erde bedeckt. Ein Vorziehen in Töpfchen im Haus ab Anfang Mai ermöglicht einen Wachstumsvorsprung, gerade dann, wenn die Böden noch recht kalt und sehr nass sind. Zudem hilft es auch gegen den Befall der Bohnenfliege. Die Maden fressen gerne die keimenden Bohnenkerne. Keimen Sie gegebenenfalls die Samen bei etwa 20 °C vor und pflanzen Sie Mitte Mai. Das Anhäufeln ab einer Höhe von ca. 15 cm stärkt die Standfestigkeit.

Bohnen benötigen einen lockeren, humosen, sandig-lehmigen Boden ohne Staunässe und Verkrustungen. Eine ausreichende und gleichmäßige Bodenfeuchte wirkt sich günstig auf Wachstum, Blüten- und Fruchtbildung aus, bei Verdichtungen und Nässe im Boden jedoch sterben die Wurzeln ab. Das Mulchen (z.B. mit Rasenschnitt) schützt zudem vor Unkraut, hält den Boden gleichmäßig warm und feucht. Zudem werden langsam und gleichmäßig Nährstoffe abgegeben.

In heißen und trockenen Sommern schädigen hohe Ozonwerte und starke Sonneneinstrahlung manchmal die Laubblätter. Bei Temperaturen über 30 °C bilden sich manchmal keine Blüten und Hülsen oder diese werden unangenehm fädig. Hier ist eine ausreichende Wasserversorgung wichtig, um die Schäden zu reduzieren bzw. minimieren.

Gartenbohnen gehören zu den Hülsenfrüchten (Leguminosen). Das besondere ist die Symbiose der Wurzeln mit Knöllchenbakterien, die den Stickstoff aus der Luft binden, umwandeln und als pflanzenverfügbaren Nährstoff an die Pflanze weitergeben. Die Düngemenge reduziert sich damit.

Gartenbohnen-Vielfalt

In den Gärten stehen Busch- oder/ und Stangenbohnen. Je nach Sorte besitzen sie nicht nur grüne, sondern auch gelbe, blaue oder mehrfarbige Hülsen. Buschbohnen wachsen nur etwa 50 cm hoch und buschig. Eine Aussaat, auch als zweiter Satz, ist bis Anfang Juli möglich. Geerntet wird dann bis zum Frost.

Stangenbohnen lassen sich länger ernten, der Start beginnt jedoch auch später. Sie benötigen ein hohes Rankgerüst. Denken Sie daran, dass es nur so hoch wird, wie Sie ohne Leiter ernten können. Die Ranken können auch über Schnüre weitergeleitet werden. Stangenbohnen benötigen einen eher warmen, sonnigen und windgeschützten Platz. Feuerbohnen wachsen wie andere Stangenbohnen, sind jedoch robuster, weshalb sie auch in kühleren Lagen, aber auch höheren Temepraturen zum Erfolg führen. Die rankenden Bohnen lassen sich auch gestalterisch nutzen: sie erheben sich im Gemüsebeet oder sie sind grüner Sichtschutz. Rankende Bohnen eignen sich für ein Milpa-Beet. Die Bohnen nutzen Zuckermais als Stütze, während die Kürbispflanze am Boden wächst und ihn beschattet. Alle Pflanzen profitieren vom Stickstoff der Leguminose.

Gartenbohne als Giftpflanze

Die Giftpflanze des Jahres wird seit dem Jahr 2004 vom Botanischen Sondergarten Wandsbek organisiert. Dabei wird über die giftige Wirkung einiger Pflanzen auf Menschen und Tiere informiert. In den Gärten oder der Natur sollen sie aber verbleiben.

Gartenbohnen gehören zur Gattung „Phaseolus“ und enthalten ein giftiges Lektin (eine Eiweiß-Kohlenhydrat-Verbindung), das Phasin genannt wird. Beim Kochen der Hülsen von mindestens 10 bis 15 Minuten wird dieser Stoff zerstört und das Gemüse ist ohne Beschwerden genießbar. Fazit: Bohnen nicht roh essen!

Weitere Inforamtionen zu Buschbohnen (Phaseolus vulgaris)