Gartentipp
Mit der Schere durch den Garten
6. April 2026
Nun sind die Letzten dran – so manches wird jetzt noch zurückgeschnitten. Die Fachleute der Bayerische Gartenakademie geben Tipps, welche Pflanzen sich über einen Rückschnitt im April freuen.
Lavendel und Salbei schneiden
In vielen Gärten stehen vergreiste, stark auseinanderfallende und verholzte Lavendel. Sie wurden nicht jährlich geschnitten. Normalerweise schneidet man nicht in das alte Holz zurück, da die Gefahr besteht, dass der Lavendel nicht mehr austreibt. Doch oft zeigt die Pflanze schon selbst, dass ein Rückschnitt gar nicht schadet. Kleine, junge Triebe wachsen aus den stark verholzten Zweigen. Bis hierhin ist es möglich die Schere anzusetzen. Bei Salbeipflanzen, die schon lange im Garten stehen können Sie ähnlich verfahren.
Normalerweise schneidet man bei Lavendel und Salbei jährlich die neuen Triebe mit dem silbrig-grauen Laub um zwei Drittel bis kurz vor dem Übergang in die verholzte Basis zurück. Ein leicht kugelförmiger Schnitt führt zu einem buschigen Strauch. Probieren Sie es aus: Schneiden Sie beim Salbei nur die Hälfte zurück und lassen die andere wachsen. Diese bildet schon bald Blüten, die sehr gerne von Hummel, Biene und Co. besucht werden. Nach der Blüte wird dann dieser Teil geschnitten.
Schnitt von Bartblume und Blauraute und anderen
Wie auch Lavendel und Heiligenkraut (Santolina) gehören Bartblume (Carypoteris) und Blauraute (Perovskia) zu den sogenannten Halbsträuchern. Sie nehmen eine Zwischenstellung von Staude und Gehölz ein. Sie sind ausdauernde Pflanzen, die unten verholzen, die Zweige der aktuellen Vegetationsperiode jedoch nicht. Neuaustriebe bilden sich aus den holzigen Pflanzenteilen. Die Blüten und Früchte/Samen entstehen an den diesjährigen Trieben. Ganz frosthart sind Halbsträucher nicht und in kalten Wintern sterben die grünen Triebe ab. Jetzt im April sind die strengen Fröste vorbei und es erfolgt der Rückschnitt bis kurz über dem letztjährigen Schnitt. Zum einen werden abgestorbene Teile entfernt und zum anderen verjüngt man die Pflanze, die dann an den jungen und kräftigen Neutrieben schöne Blüten bilden.
Rosen schneiden und korrigieren
In der Hochblüte der Forsythie ist noch Zeit die Rosen zu schneiden. Dass sie schon ausgetrieben haben, ist kein Problem. Auch wenn der eigentliche Rosenschnitt vielleicht schon ein paar Wochen zurück liegt, sind jetzt Korrekturen möglich. Nicht selten sind Rindenschäden in Form dunkler oder silberfarbener Flecke erkennbar. Befallene Triebe werden entfernt, um einem weiteren Befall vorzubeugen. Vielleicht stehen die Rosentriebe noch u dicht. Auch das Auslichten ist problemlos möglich.
Pfirsiche schneiden
Ein jährlicher starker Rückschnitt des Pfirsichbaumes fördert die ständige Neubildung von Fruchttrieben und verhindert gleichzeitig das Vergreisen der Krone. Der Pfirsich verträgt einen Schnitt während der Blüte. Zu diesem Zeitpunkt sind die einzelnen Triebarten am besten zu erkennen und die Wundverheilung erfolgt zügig. Holztriebe sind lange, kräftige Triebe, die ausschließlich Blattknospen entwickeln. Sie braucht man für die Trieberneuerung und schneidet sie auf ein bis drei Augen zurück. „Wahre Fruchttriebe“ sind ebenfalls kräftige Langtriebe, die bei den Blattknospen auch Blütenknospen stehen haben. Hier kürzt man ein, dass etwa vier bis sechs Knospenansätze stehen bleiben. Ganz weggeschnitten oder bis auf maximal zwei Augen eingekürzt werden „falsche Fruchttriebe“, die nur Blüten(knospen) besitzen. Gute Früchte entstehen an Kurztrieben an mehrjährigem Holz, die an der Spitze Blütenknospenbüschel stehen haben. Es sind die sogenannten Bukett-Triebe, die nicht geschnitten werden. Aber auch nach der Blüte ist ein Schnitt möglich, da sich dann der Fruchtbehang einschätzen lässt.
Und was noch?
Grundsätzlich können Sie noch weiterhin alles Kranke von Sträuchern und Bäumen wegschneiden. Auch mögliche Frostschäden können Sie problemlos entfernen, damit die Pflanze kräftig weiterwächst.
Nach der Blüte lichten Sie frühlingsblühende Sträucher wie Forsythie, Ranunkelstrauch und andere aus. Dabei entfernt man alte und schwache Triebe bodennah. Dies fördert die Vitalität des Gehölzes und die Blüte im nächsten Jahr.
Auch der Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii) erhält nun seinen jährlichen Schnitt. Durch die Stärke des Rückschnitts kann die Blütezeit variieren. Besonders große Blüten bilden sich an kräftigen Peitschentrieben. Bei einem geringen Rückschnitt und somit vielen Kurztrieben bleiben die Blütenrispen kleiner.

