Gartentipp
Überwinterte Kübelpflanzen fit machen
9. März 2026

Lange Zeit standen sie im Winterquartier. Doch jetzt wird es höchste Zeit sich um überwinterte Kübelpflanzen zu kümmern, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Auch wenn die Arbeit draußen im Garten bei frühlingshaftem Wetter mehr Spaß macht, müssen wir uns dringend um die Kübelpflanzen kümmern, die während des Sommers wachsen und viele Blüten hervorbringen sollen.

Kübelpflanzen im Winterquartier

Im Winter haben es die mediterranen Kübelpflanzen schwer. Sie führen ein Schattendasein irgendwo im Keller, der Garage oder anderen Orten, die keine optimalen Überwinterungsmöglichkeiten bieten. Meist sind die Standorte zu warm und zu dunkel. Folglich treiben jetzt lange, dünne und schwache Triebe aus. Sie besitzen oft nur eine hellgrüne Farbe und knicken leicht um. Und nicht selten lassen sich erste Schädlinge entdecken, besonders dann, wenn es klebt. Blattläuse, Wollläuse und Napf-Schildläuse scheiden klebrigen Honigtau aus, der Rußtaupilze fördert. Ungünstige Lebensbedingungen sowie Schadorganismen schwächen die Pflanzen, die im Sommer wieder kräftig blühen soll.

Sofortige Pflegemaßnahmen

Gehen Sie am besten gleich mit Schere und Eimer an die Pflanze. Schneiden Sie vertrocknete oder auch faulige Triebe weg und kürzen Sie lange stark ein. Sorgen Sie für Luft und Licht in der Pflanze, damit dann auch die Neutriebe gut abtrocknen können. Aus den „Augen“ der verbleibenden Triebstücke entwickeln sich in den nächsten Wochen junge kräftige Zweige. Mit den Rückschnittmaßnahmen entfernen Sie gleichzeitig Schaderreger, die die ohnehin dünnen grünen Triebe zusätzlich schwächen würden.

Manche Pflanzen haben sehr viele trockene, manchmal auch feucht-faulige Blätter entwickelt. Oft sind sie mit Grauschimmelsporen, dem Schwächepilz Botrytis, behaftet. Entfernen Sie diese gründlich! Nun hat die Pflanze wieder Möglichkeiten frisch und gesund auszutreiben.

Kübelpflanzen mit neuem Schwung

Topfen Sie um, wenn dies schon länger nicht geschehen ist. Zu groß gewordene Horste, beispielsweise von Schmucklilie (Agapanthus) oder Indischem Blumenrohr (Canna), können Sie teilen. Dadurch verjüngen Sie die Pflanzen und geben ihnen neuen Schwung. Wie auch bei verholzenden Pflanzen z.B. Fuchsie, Wandelröschen und Pelargonie, befreien Sie den Wurzelballen von einem Teil alter Erde und kürzen, falls nötig, die Wurzeln etwas ein. Verwenden Sie zum Ein- bzw. Umtopfen neue, möglichst torffreie oder torfreduzierte Kübelpflanzenerde. Kübelpflanzenerden enthalten strukturstabile mineralische Anteile, damit das Substrat nicht stark zusammensackt. Dies ist besonders wichtig, da die Pflanzen mehrere Jahre im Topf wachsen sollen. Auch ist es möglich, vorhandene Blumenerde mit Splitt oder Tongranulat selbst zu mischen.

Es wird Zeit die Kübelpflanzen heller und wärmer zu stellen. Beginnen Sie dann auch mit dem Gießen. Bedenken Sie jedoch, dass eine Pflanze erst mehr Wasser benötigt, wenn sie grüne Blätter bildet, die verdunsten. Beginnen Sie auch bald mit leichtem Düngen, wenn Sie nicht umgetopft haben. Die Nährstoffe fördern das Wachstum und geben einen guten Start in den Sommer.

Härten Sie Ihre Kübelpflanzen rechtzeitig ab! Bei milden Temperaturen, auch schon im März und April, kommen sie - zunächst tagsüber - ins Freie an einen halbschattigen Platz. Auch sonnenliebende Pflanzen bekommen sonst Sonnenbrand durch die ungewohnten Strahlen. Für kalte Tage und vor allem Nächte legen Sie ein Vlies parat, mit denen Sie die Kübelpflanzen schützen können. Bei Frost räumen Sie besser ein. Diese arbeitsaufwendigere Methode lohnt sich besonders bei ungünstigem Überwinterungsquartier. Zum einen wachsen die Triebe kräftig heran und sie vertragen die Sonneneinstrahlung später besser. Auch fördern die kühlen Temperaturen im Frühjahr oft auch die Blütenbildung. Freuen Sie sich schon jetzt auf den sommerlichen Balkon und die Terrasse, umgeben von Ihren blühenden Schönheiten.