Gartentipp
Blüten zur Weihnachtszeit
1. Dezember 2025

Es ist schön und überraschend, wenn vermeintlich kahle Zweige an Weihnachten erblühen. Barbarazweige im Advent haben eine lange Tradition. Wie hübsch ist es, wenn Blüten den Heiligen Abend schmücken. Und die Fröste der vergangenen Woche bilden gute Voraussetzungen, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Blüten in der tristen Jahreszeit künden schon vom Frühling. Zum Vortreiben in der Wohnung eignen sich verschiedene frühblühende Gartengehölze.

Barbarazweige

Traditionell werden „Barbara-Zweige“ am 4. Dezember geschnitten, dem Namenstag der Heiligen Barbara. Die bis Heiligabend erscheinenden Blüten symbolisieren neues Leben in der dunklen Zeit und die Geburt Jesu.

Die Legende erzählt: Als sich die Heilige Barbara zum Christentum bekannte, widersetzte sie sich dem Willen ihres Vaters. Um sie wieder davon abzubringen, ließ er seine Tochter zunächst in einen Turm sperren. Als sie später in ein Gefängnis verlegt wurde, verfing sich auf dem Weg dorthin ein Kirschbaum-Zweig im Kleid der jungen Frau. Diesen stellte sie dann in ihren mit Wasser gefüllten Trinkbecher. Es erblühte der Zweig – es war der Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde.

Für Barbarazweige geeignete Gehölze

Am bekanntesten sind sicherlich die (jungen) Triebe frühblühender Kirschensorten, die in der Regel zuverlässig ihre weißen Blüten zu Weihnachten zeigen. Die drei Wochen Wärme sind für die Knospen nötig, um „Frühling“ zu erkennen und die Blüten zu öffnen. Aber auch andere Obstgehölze (Apfel, Zwetschge) sowie generell winter- und frühlingsblühende Ziergehölze können Sie im Garten schneiden. Es eignen sich japanische Zierquitte, Forsythie, aber auch Zierformen von Pflaume und Kirsche, Schlehe, Zierjohannisbeere und Kornelkirsche. Da winterblühende Gehölze wie Winterschneeball und Winterjasmin schon von selbst in wenigen Wochen draußen erblühen, lassen sich diese Zweige besonders gut antreiben. Achten Sie beim Schneiden auf die Knospen am Trieb: dickere, rundliche Knospen öffnen sich zu Blüten, dünne und spitze Knospen bilden Blätter.

Stehen sowieso Schnittmaßnahmen im winterlichen Garten an, z.B. Auslichten der Sträucher oder jährlicher Baumschnitt, finden abgeschnittene Triebe einen wunderbaren Platz in der warmen Wohnung. Übrigens können Sie über den ganzen Winter Zweige schneiden, die in kurzer Zeit ein Blütenmeer ins Zimmer zaubern.

So werden es besonders schöne Blüten

Gehölze in der freien Natur benötigen eine winterliche Ruhephase, bevor sie wieder austreiben und blühen. Die milden Temperaturen nach der Kälte deuten auf Frühling hin und für die Knospen wird es Zeit zum Aufbruch. Fröste, wie wir sie in der letzten Zeit hatten, sind deshalb gut für das Antreiben der Zweige. Sie sorgen dafür, dass die Knospen gleichmäßig erblühen. In manchen Jahren wird es vor dem 4. Dezember nicht richtig kalt und auch leichte Fröste bleiben aus. Notfalls legen Sie die Zweige über Nacht in die Gefriertruhe. Das Wärmebad mit warmem Wasser für wenige Stunden ist oft nicht nötig. Wichtig ist jedoch das schräge Anschneiden der Triebe mit einem scharfen Messer. Der Anschnitt sollte so lang und schräg wie möglich sein, damit möglichst viel Wasser aufgenommen werden kann. Kräftigere Äste werden mit einem Hammer leicht angeklopft. Das spaltet die Holzfasern leicht auf. Unmittelbar danach stellen Sie die Zweige in handwarmes Wasser. Wechseln Sie alle drei bis vier Tage das Wasser und reinigen Sie die Vase. Bakterien könnten sonst die Leitungsbahnen verstopfen. Auch wenn die Lufttemperaturen zum Antreiben nicht zu kalt sein dürfen, wäre ein Platz neben der Heizung oder den Ofen denkbar ungünstig. Durch die geringe Luftfeuchtigkeit trocknen die Blütenknospen häufig ein bevor sie ihre Blüten öffnen.

Barbarazweige an Heiligabend

Zeigen sich erste Blütchen, geht es ans Dekorieren. Einzelne Blütenzweige stehen zusammen mit dünnen Trieben von Rindenhartriegeln in schlichten Glasvasen, viele kurze Blütentriebe schmücken ein breites Gefäß, Kombinationen mit grünen Zweigen von Kiefer, Douglasie oder anderen Nadelgehölzen sind denkbar. Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Probieren Sie aus und freuen Sie sich über die Blütenschönheiten im Winter.