Gartencast
Möhren – gesundes Orange aus dem Garten
1. April 2026

Ob Gelbe Rübe, Karotte, Möhre, Mohrrübe oder Rübli, so vielfältig wie die Namen sind auch die Möglichkeiten der Verwertung: roh oder gekocht, mal würzig und mal süß. Damit sie auch im Garten wachsen, geben die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie ein paar Tipps zur Kultivierung der gesunden Wurzeln.

Möhren – gesundes Orange aus dem Garten

Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Gartencast! Mein Name ist Jeannine Steinkuhl und ich habe jetzt Isolde Keil-Vierheilig von der Bayerischen Gartenakademie bei mir. Wir widmen uns heute den Möhren. Man kennt sie auch unter den Namen Gelbe Rübe, Karotte, Mohrrübe oder Rübli. Und so vielfältig wie die Namen sind auch die Möglichkeiten der Verwertung: roh oder gekocht, mal würzig und mal süß. Damit sie auch im Garten wachsen, besprechen wir heute ein paar Tipps zur Kultivierung der gesunden Wurzeln. Frau Keil-Vierheilig, die Karotte hat ja sogar einen Feiertag, richtig?

Ja, das stimmt. Möhren haben seit 2003 am 4. April einen eigenen Feiertag. Das Frühjahr passt für den Internationalen Tag der Karotte sogar gut, denn Lagermöhren sind fast aufgebraucht und die Aussaat von Frühmöhren beginnt. Zudem liegt er meist um Ostern herum und Karotten gelten als typisches Hasenfutter. Aber auch Hühner freuen sich darüber. Daucus carota lautet der lateinische Name der in Deutschland zweitbeliebtesten Gemüseart. Frisch, knackig und süßlich, so stellt man sich eine Karotte vor, in die man hineinbeißt. Heute vorwiegend orange, waren die ursprünglichen Möhren gelb oder violett.

Kommen wir jetzt mal genauer auf die Vielfalt bei Möhren zu sprechen, was gibt es denn da alles?

Am bekanntesten sind lange, schlanke und orangefarbene Möhren wie sie im Lebensmitteleinzelhandel angeboten werden. Doch wer selbst sät und erntet, erkennt schnell, dass das Angebot weit vielfältiger ist. Orange ist der Klassiker, doch das Farbspektrum reicht von weiß über gelb bis hin zu dunklem Violett (mit orangefarbener Mitte). Zudem gibt es kleine runde Sorten oder mittelgroße (bis zehn Zentimeter lang), kompakte mit konischer Wurzelform. Diese eignen sich auch für Böden, die nicht so tiefgründig und locker sind. Was Anbau und Vermarktung betrifft, werden Möhren in fünf Gruppen eingeteilt: Snack-, Saft-, Bund-, Wasch- und Lagermöhren. Im Garten kann man ebenfalls unterschiedliche Karottensorten verwenden. Frühmöhren benötigen etwa zwei bis drei Monate bis zum Ernten, während Lagermöhren mehr als doppelt so lange auf dem Beet stehen. In milden Wintern können die Rüben sogar im Beet bleiben und nach Bedarf geerntet werden.

Wie sieht es bei den Gartenmöhren aus? Was muss ich da beachten?

Schön geformte und lange Möhren erzielt man nur auf tiefgründigen und steinfreien Böden mit einem höheren Sandanteil. Sind die Böden stark lehm- und tonhaltig oder sogar verdichtet, teilt sich oft der Rübenkörper und er wird „beinig“. Hat man keine optimalen Voraussetzungen muss man trotzdem nicht auf die eigene Karottenernte verzichten: Probieren Sie die Dammkultur. Errichten Sie gut 20 Zentimeter hohe Dämme, die mit Brettern abgestützt werden. Eventuell mischen Sie Sand mit in die Gartenerde, um eine bessere Durchlässigkeit zu gewährleisten. Mit kurzen, konische Möhren-Sorten haben Sie auch noch Erfolg, wenn der Boden nicht ganz optimal ist.

Klappt das auch in Kisten und auf dem Balkon?

Ja, das gesunde Wurzelgemüse lässt sich auch gut in Kisten oder dem Hochbeet, gefüllt mit lockerem Substrat, anbauen und hat deshalb beim Urban Gardening einen festen Platz. Kurze und runde Formen können sogar in einem Balkonkasten ausgesät werden. Möhren eignen sich auch gut, wenn mit Kindern gegärtnert wird, da die Aussaat schon bald im Jahr beginnt. Sie sind ein wohlschmeckendes und süßes Nasch- und Snackgemüse.

Ab wann kann man denn aussäen und wie geh ich am besten dabei vor?

Die Aussaat der kleinen und feinen Möhrensamen erfolgt meist von April bis Juni, manchmal auch schon ab März. Nach dem Angießen sorgt das Abdecken mit einem Vlies für ein gleichmäßiges Keimen und dient zudem als Kälteschutz in den ersten Frühlingswochen. Bei trockener und warmer Witterung bleibt der Boden unter dem Vlies bei Beetaussaat länger feucht. Bei trockenem Boden hat es sich bewährt die Saatrille zunächst zu wässern, dann zu säen und die Saat dünn mit (alter) feinkrümeliger Blumenerde zu bedecken bevor sanft angegossen wird. Empfehlenswert ist eine Reihensaat mit Abstand der Reihen von etwa 25 Zentimetern. So kann der Boden später dazwischen gelockert und Unkräuter entfernt werden. In eine Rille von ein bis drei Zentimetern Tiefe werden die kleinen Samenkörner in wenigen Millimetern Abstand gesät. Damit man noch weiß, wo die Reihe verläuft, eignen sich Radieschen als Markiersaat etwa alle zehn Zentimeter. Radieschen keimen schneller als die feinen Karotten. Später zieht man einen Teil der zarten Jungmöhrchen heraus, wenn das feine Laub eine Höhe von wenigen Zentimetern erreicht hat. So bilden sich schöne und dicke Möhren. Schließlich stehen auf dem laufenden Meter noch 40 bis 50 Pflänzchen, die nun ausreichend Platz zum Wachsen haben.

Wie sieht es bei Möhren aus in Sachen Nahrung für Insekten? Sind sie bei ihnen beliebt?

Möhren gehören zu den Doldenblütlern und ziehen Insekten magisch an. Normalerweise hat man keine blühenden Karotten im Garten. Vergisst man jedoch das Ernten einzelner Exemplare, so treiben sie im nächsten Frühjahr durch und bilden zierliche weiße Blütchen in einer Dolde, ähnlich der Wilden Möhre. Unterschiedlichste Insekten tummeln sich daran und freuen sich über das Pollen- und Nektarangebot. Später bilden sich Samen, die sie im nächsten Jahr wieder säen können, wenn die Sorte samenfest ist.

Mit Glück kann man an den Möhrenblättern eine Raupe des Schwalbenschwanzes entdecken. Während der Schmetterling Nektar von verschiedenen Pflanzenarten nutzt, dienen die Blätter von Doldenblütlern wie Möhre, Fenchel und Dill den Raupen als Nahrung.

Vielen Dank, Frau Keil-Vierheilig – und ein großes Dankeschön gilt auch Ihnen fürs Zuhören. Seien Sie auch gern beim nächsten Mal wieder mit dabei – es lohnt sich! Bis dahin wünschen wir Ihnen eine gute Zeit – machen Sie´s gut!