Gartencast
Stauden - in den Sand setzen!?
1. Oktober 2023

Der Herbst ist eine ideale Pflanzzeit für Stauden. Sie können nun bis zum Winter gut einwachsen und somit einen Wachstumsvorsprung ins Frühjahr mitnehmen. Eine neue Methode ist die Pflanzung in Sandbeete. Dafür sprechen mehrere Gründe, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Satuden - in den Sand setzen!?

Einfache Bodenvorbereitung

Der vorhandene Boden oder die kurz geschorene Rasenfläche bleiben unbearbeitet, sodass Samenunkräuter nicht zum Keimen angeregt werden. Lediglich Wurzelunkräuter werden ausgestochen. Die neu zu belegende Fläche wird mit Steinen oder Latten eingefasst, etwa 15 cm hoch mit Sand befüllt, damit die Wurzelballen der Stauden nach dem Einpflanzen noch Bodenkontakt haben. Dann den Sand eben rechen und die vorgesehenen Stauden darauf verteilen. Sie lassen sich nun auf einfache Weise in den Sand setzen und werden anschließend gut angegossen.

Verwendung finden sowohl die etwas gröberen Estrichsande (0/16) als auch feiner Spielsand. Nachhaltig ist die Nachnutzung aus dem nicht mehr benötigten Sandkasten – vielleicht auch aus der Nachbarschaft - oder von übrig gebliebenen Resten einer Baustelle.

Weniger Gießen, weniger Unkraut

Der Sand stellt eine dicke Mulchschicht dar, die viel Wasser speichern und abgeben kann. Als nährstoffarmes, an der Oberfläche trockenes Milieu zwingt er die Wurzeln tief zu wachsen - auch in den ursprünglichen Boden darunter. So können sich die Pflanzen auch in tieferen Schichten mit Wasser versorgen. Daher ist selbst bei längerer Trockenheit und Hitze auch in vollsonnigen Lagen kein Gießen erforderlich. Im Sand lassen sich zugeflogene Beikräuter, die in diesem nährstoffarmen Milieu deutlich schwächer wachsen, leicht ausreißen.

Vollsonnige Standorte mit trockenheitsverträglichen Arten

Günstig sind Stauden mit geringerem Nährstoff- und Wasserbedarf, etwa mediterrane Kräuter (z.B. Thymian, Rosmarin, Lavendel, Salbei, Ysop), viele graulaubige Stauden oder auch Rhizom bildende wie Schwertlilie. Typisch sind auch Astern, Sedum-Arten, Schleierkraut, Strandflieder, Blauraute, Bartblume, Graslilien, Edeldistel, Königskerze. Sie sollten aber frühzeitig im Herbst gepflanzt werden, damit sie sicher einwurzeln. Zudem bereichern Zwiebelblumen, vor allem besondere Sorten an Wild- und Weinbergstulpen, Kugellauch, Iris, kleinblumige Narzissen, Traubenhyazinthen und weitere frühjahrsblühende Vertreter wie Adonisröschen, Küchenschelle und Schleifenblume diese Beete. Verschiedene Purpurglöckchen-Sorten fallen durch Blattschmuck auf.

Machbar sind Sandbeete auch an schattigen Stellen. Hier ist die Notwendigkeit, ohne Wasser auszukommen, jedoch gering.

Weitere Vorteile

Mit standortgerechten Stauden bepflanzte Sandbeete sind pflegeleicht und daher eine Alternative sowohl zu den vermeintlich pflegeextensiven, spärlich und oft mit fremden Arten bepflanzten Steinwüsten als auch zu unbewässerten, extensiven Rasenflächen, die bei langanhaltenden Trockenphasen unschöne Bereiche hinterlassen. Die Vielfalt der Pflanzenarten ist ein Beitrag zur Biodiversität im Garten. An weniger dicht bewachsenen Stellen sind sie wichtiger Lebensraum für sand- und bodenbewohnende Insekten und Wildbienen.