Imkerforum 2026
Veitshöchheimer Imkerforum: Imkerei im Wandel
Großes Interesse an Hybridveranstaltung
Etwa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am Samstag, den 07. Februar 2026, zum traditionellen Imkerforum an die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Weitere 400 Interessierte aus ganz Deutschland verfolgten die Veranstaltung online von zu Hause aus. Der Leiter der LWG, Dr. Jörg Hirsche, begrüßte die Gäste und nutzte sein Grußwort für einen Dank an Dr. Stefan Berg, den langjährigen Leiter des Instituts für Bienenkunde und Imkerei (IBI), der im Dezember 2025 in den Ruhestand getreten ist. Dr. Hirsche gab in seinem Grußwort die Ernennung von Frau Dr. Ingrid Illies zur neuen Leiterin des Instituts bekannt. Er übergab das Wort an Dr. Andreas Becker, dem Referatsleiter für Gartenbau, Weinbau und Bienen, der in seinem Grußwort die gemeinsamen Bestrebungen von Verbänden und Ministerium zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse in den Mittelpunkt stellte.
Nach einem kurzen Rückblick auf die Forschungsarbeiten und Ereignisse am Bieneninstitut leitete Dr. Ingrid Illies als neue Leiterin des IBI zum diesjährigen Thema des Imkerforums über - Imkerei im Wandel.
Nach einem kurzen Rückblick auf die Forschungsarbeiten und Ereignisse am Bieneninstitut leitete Dr. Ingrid Illies als neue Leiterin des IBI zum diesjährigen Thema des Imkerforums über - Imkerei im Wandel.
Imkerei im Wandel – ist der Boom vorbei?
Diese Frage stellte Fachberater Gerhard Müller-Engler und gab einen Überblick über die Maßnahmen und Projekte zur Förderung der Imkerei in Bayern. Nach einem jahrzehntelangen Rückgang erreichte die Zahl der Imkereien in Bayern im Jahr 2008 ihren Tiefpunkt. Um diesem Schwund entgegenzuwirken und Jung und Alt für Honigbienen und Imkerei zu begeistern, wurden unterschiedliche Maßnahmen getroffen. So wurde zum Beispiel die Aus- und Weiterbildung von Multiplikatoren verstärkt, es wurden Imkereien an Schulen initiiert und die Nachwuchsarbeit in den Vereinen wurde und wird nach wie vor durch den Freistaat Bayern finanziell gefördert.
Mit dem daraus resultierenden Aufschwung gingen allerdings auch neue Herausforderungen wie z. B. alternative Betriebsweisen, neue Beutensysteme und die starke Nachfrage nach Schulungsangeboten einher. Alles ist im Wandel, so auch die Imkerei. Enorme Zuwachsraten wie nach 2008 sind heute nicht mehr zu verzeichnen. Die aktuellen Herausforderungen durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen oder neue Schädlinge, wie z. B. die Asiatische Hornisse, sind jetzt andere. Aber auch sie lassen sich gemeinsam bewältigen.
Mit dem daraus resultierenden Aufschwung gingen allerdings auch neue Herausforderungen wie z. B. alternative Betriebsweisen, neue Beutensysteme und die starke Nachfrage nach Schulungsangeboten einher. Alles ist im Wandel, so auch die Imkerei. Enorme Zuwachsraten wie nach 2008 sind heute nicht mehr zu verzeichnen. Die aktuellen Herausforderungen durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen oder neue Schädlinge, wie z. B. die Asiatische Hornisse, sind jetzt andere. Aber auch sie lassen sich gemeinsam bewältigen.
Vermarktung im Wandel?
Was sich in Sachen Honigvermarktung in den letzten Jahren getan hat und zukünftig noch tun muss, fasste Fachberaterin Renate Feuchtmeyer, in ihrem Beitrag zusammen. Den traditionellen Weg der Honigvermarktung, den Haustürverkauf, nutzten 2015 noch 86 % aller Imkerinnen und Imker. Mittlerweile vermarkten viele ihren Honig aber auch in Hofläden, Märkten oder über Einzelhandel und Gastronomie. Die Konsumenten legen wieder mehr Wert auf Regionalität, Nachhaltigkeit und Qualität. Das sind genau die Punkte, die bei der Honigvermarktung schon immer eine große Rolle gespielt haben. Bienenprodukte und Veredelungsprodukte aus Honig wie z. B. Met, Honigessig, Oxymel und Honigmischprodukte werden stark nachgefragt. Dies ist als Chance zu sehen, stellt allerdings auch eine Herausforderung dar, sich durch eine Diversifizierung des Angebotes dem Konsumverhalten anzupassen und neue Vermarktungswege zu gehen.
Bayerische Landesbienenzucht – wo stehen wir?
Zu diesem Thema referierte Fachberater Johann Fischer und gab Einblicke in die Zuchtarbeit in Bayern. Als einziges Bundesland betreibt Bayern drei staatliche Bienenprüfhöfe, an denen Züchterinnen und Züchter ihre Königinnen von Mitarbeitenden des Bieneninstitutes nach einheitlichen Kriterien und Methoden auf Herz und Nieren prüfen lassen können. Zudem genießen 27 anerkannte Belegstellen, an denen jeder seine Jungköniginnen zur Verpaarung aufstellen kann, einen staatlichen Schutz in Form eines Schutzkreises. In diesem Schutzkreis, mit einem Radius von in der Regel 7,5 km, dürfen nur Bienenvölker aufgestellt werden, die mit der Zuchtrichtung der Belegstelle übereinstimmen. Auch dank der Zuchtarbeit vieler Reinzüchter haben wir in Bayern Honigbienen mit hervorragenden Eigenschaften.
Milben, Hornissen & Co. – neue und alte Gegenspieler der Honigbiene?
Nach der Kaffeepause stellte Dr. Illies neue Schädlinge der Honigbiene vor. Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) wurde in Bayern zum ersten Mal im Jahr 2022 nachgewiesen und breitet sich seitdem immer weiter aus. Als Reaktion drauf wurde ein bayernweiter Aktionsplan ins Leben gerufen und eine Koordinierungsstelle am IBI eingerichtet. Diese Stelle hat seit letztem Jahr Dr. Ronald Jäger inne. In Kursen und anhand von Informationsmaterial soll aufgeklärt und informiert werden. Die Ausbildung zur Nestentfernung erfolgt bayernweit in speziellen Kursen, in denen der Umgang mit der Asiatischen Hornisse und der professionellen Ausrüstung zur Nestentfernung vermittelt werden. Auch hierbei unterstützt der Freistaat Bayern durch finanzielle Mittel.
Diskussion zur Zukunft der Imkerei
In einer abschließenden Podiumsdiskussion stand die Vermarktung im Mittelpunkt. Torsten Ellmann, Präsident des Deutschen Imkerbundes, hob die Bedeutung und die Möglichkeiten hervor, die die gemeinsame Marke „Echter Deutscher Honig“ bietet. Ursula Lensing vom Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund wies auf die schwierige Situation der Berufsimker hin, die im Gegensatz zu den Freizeitimkern den Honigpreis wirtschaftlich kalkulieren müssen. Josef Muhr, Vorsitzender der Honig-Erzeugergemeinschaft Ostbayern w.V. stellte klar, dass die Diskussionen zur Verfälschung von Importhonig die Verbraucher irritiert haben und er forderte eine verstärkte und vor allem gemeinsame Vermarktung, z. B. über Erzeugergenossenschaften.
Johann Fischer wies darauf hin, dass für eine gute Vermarktung eine gute Produktqualität Voraussetzung ist. Ausbildung und Weiterbildung seien dabei unverzichtbar. Dr. Stefan Berg wies abschließend darauf hin, dass trotz des Wandels in der Imkerei die Bekämpfung der Varroamilbe für viele Imker noch immer die größte Herausforderung ist.
Johann Fischer wies darauf hin, dass für eine gute Vermarktung eine gute Produktqualität Voraussetzung ist. Ausbildung und Weiterbildung seien dabei unverzichtbar. Dr. Stefan Berg wies abschließend darauf hin, dass trotz des Wandels in der Imkerei die Bekämpfung der Varroamilbe für viele Imker noch immer die größte Herausforderung ist.

