Forschungsprojekt
Straßenbegleitgrün: Grün, bunt, sicher!

Versuchsmischung Mittelstreifenbegrünung mit Ruderalarten an der Bundesautobahn A 7 bei Nesselwang.
Angesichts des sich abzeichnenden Klimawandels mit der erwarteten Zunahme an Starkniederschlägen auf der einen, aber auch längeren Trockenperioden auf der anderen Seite, kommt der Begrünung und Sicherung von Extremstandorten sowie erosionsgefährdeter Erdbauwerken durch stresstolerante Pflanzenmischungen in Zukunft eine große Bedeutung zu. Gleichzeitig wird die Frage der Nachhaltigkeit von Mischungen immer brisanter, da an älteren Bauwerken immer wieder gravierende Rutschungen beobachtet werden bzw. Arten-arme Landschaftsrasen das Bild des Straßenbegleitgrüns prägen. Die Standorteigenschaften sind meist als trocken bis sehr trocken einzustufen. Die Begrünung gestaltet sich daher in der Folge äußerst schwierig. Neben sicherheitsbedingten Auflagen betreffend Wuchsstärke, Wuchshöhe und Pflegeintensität des zu verwendenden Pflanzmaterials, schränken nutzungsbedingte Einwirkungen durch z.B. Fahrtwind und Salzgischt die Artenauswahl am Extremstandort zusätzlich ein.

Zielsetzung

In Erweiterung der praxisüblichen Begrünungsmischungen durch gräserbetonte Landschaftsrasen werden dauerhafte Begrünungen mit kräuterbetonten Mischungsvarianten entwickelt und erprobt. Dabei spielt neben der Funktion der Sicherungsleistung auch die Biotopersatzfunktion eine wichtige Rolle. Die Erfahrungen zur Auswahl und Zusammensetzung geeigneter Artenmischungen sowie der Pflege der Zielvegetation stehen damit dem Landschaftsbau zur Verfügung und ermöglichen eine erfolgreiche Umsetzung.
Ausbringen von Versuchssaatgut und Regelsaatgutmischung mit Hydro-Seeder zur Böschungssicherung an der Auffahrt zur A3 bei Biebelried.

Anspritzbegrünung

Gräser und blühende Kräuter im zweiten Standjahr nach erfolgter Ansaat auf unterschiedlichen Erosionsschutzsystemen an der Auffahrt zur A3 bei Biebelried

Begrünte Erosionsschutzsysteme

Mehrjährige, blau-gelbe und blütenreiche Ansaatmischung am Straßenrand in Weimar.

Randstreifenbegrünung

Pflegeleichte Versuchsmischung Mittelstreifenbegrünung an der Bundesautobahn A 7 bei Nesselwang.

Mitteltreifenbegrünung

SBegrünungserfolge mit Heumulch und autochthoner Saatgutmischung auf skelettreichem, mineralischen Rohboden an der B8 am Stadtrand von Würzburg.

Rohbodenbegrünung

Projektdaten

Projektziel: Erarbeiten und Verifizierung von Auswahlkriterien für geosynthetische Erosionsschutzsysteme
Projektleitung: Jürgen Eppel
Projektbearbeiter: Jochen Böker, Kornelia Marzini
Projektpartner: Fördergemeinschaft für das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum e.V., Dr. Ernö Németh
Laufzeit: 2009 bis 2011
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, SKZ-KFE gGmbH
Förderkennzeichen: 15717 N
Projektziel: Begrünung von Mittelstreifen an 2-bahnigen Bundesfernstraßen
Projektleitung: Jürgen Eppel
Projektbearbeiter: Cornelia Marzini
Projektpartner: Kooperationsprojekt der Obersten Baubehörde (OBB) im Bayer. Staatsministerium des Innern mit der LWG Veitshöchheim, Abt. Landespflege
Laufzeit: 2009 bis 2013
Finanzierung: Staatsministerium des Innern, Bayer. Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten