Rebschutz
Wespen im Weinberg

Wespe in Großaufnahme
In manchen Jahren sind ganze Schwärme von Wespen zu beobachen, die die leckeren Früchte anfressen und von innen her aushöhlen. Diese Fraßstellen sind bei entsprechenden Witterungsbedingungen oftmals Ausgangspunkt für den Befall mit Fäulepilzen (Botrytis, Penicillium) und Bakterien (Essigfäule). Bekannte Problembereiche in den Weinbergen vor allem früh reifenden Weinsorten (z.B. Ortega, Bacchus), die schon zeitig süß und aromatisch schmecken, sollten ab dem Weichwerden der Beeren geschützt werden. Wenn bereits Fraßschäden durch Wespen aufgetreten sind, ist ein Weglocken vom „gewohnten Fraßplatz“ schwierig.

Daher sollten frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden:

Einnetzung

Seitenbespannung mit blauem Netz in einer Rebzeile
Eine Seitenbespannung mit dichten, engmaschigen Netzen im Bereich der Traubenzone ist die sicherste Methode, um die Wespen von den Früchten fern zu halten. Es ist darauf zu achten, dass die Netze im unteren Bereich dicht abgeschlossen werden, da Wespen ihre Futterquelle bevorzugt von unten her anfliegen.
Die Ausbringung sollte frühzeitig erfolgen, damit durch den Duft angefressener Beeren nicht zusätzlich weitere Wespen angelockt werden.

Flüssigkeitsfallen zum Wespenfang in Weinbergen

Allgemeinverfügung zum Aufhängen von Flüssigkeitsfallen zum Wespenfang 2018 im Regierungsbezirk Unterfranken
Das Aufhängen von Flüssigkeitsfallen zum Wespenfang ist nach Aussage der Regierung von Unterfranken 2018 ohne Einzelantrag der Winzer möglich. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Vorgaben - wie unten angeführt - einzuhalten sind. Die Flüssigkeitsfallen müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, damit unerwünschte Beifänge auf ein Mindestmaß reduziert werden können.
Wespenfalle aus Plastikflasche mit 4 mm großen Löchern und Fangflüssigkeit mit einigen Wespen
Aus eigenen Erfahrungen empfehlen wir 1,5 l PET-Kunstoffflaschen (Bild), die im oberen Drittel Bohrungen mit einer Größe 4,5 mm aufweisen. Je mehr Bohrungen (mind. 12) gesetzt werden, desto besser ist die Fängigkeit der Falle. Die Bohrungen lassen sich am besten mit einem Holzbohrer auf einer Ständerbohrmaschine anbringen. Diese sollten sich im oberen Drittel der Flasche befinden, einen Bereich zum Ausschütten der Fangflüssigkeit frei halten. Der Flaschenkopf muss verschlossen sein.
Als Köderflüssigkeit (ca. 0,5 l je Flasche) empfehlen wir eine Mischung aus 200 ml Bier, 100 ml Weinessig, 50 ml Himbeersirup, 600 ml Wasser, 100 g Zucker und ein paar Tropfen Netzmittel (Spülmittel). Die Fallen werden nur am Parzellenrand in der Einflugrichtung der Wespen ausgehängt. Ist die Köderflüssigkeit mit Wespen ausgefüllt, sind diese zu entfernen. Nach einigen Tagen ist die Köderflüssigkeit zu erneuern. Verbrauchte Köderflüssigkeit darf nicht im Weinberg verschüttet werden.

Die Fallen dürfen bei beginnendem Auftreten von Wespen in der Anlage aufgehängt werden und sind unmittelbar nach der Weinlese wieder aus der Rebfläche zu entfernen.
Zur Vermeidung von Wespenstichen bei der Handlese in stärker von Wespen beflogenen Weinbergen sollte auf entsprechenden Körperschutz (Handschuhe, Hut, Gesichtsschutz, lange Körperbekleidung) geachtet werden. Bei der Lese in den frühen Morgenstunden bestehen die geringsten Risiken, da hier die Wespen noch nicht in der Traubenzone aktiv sind. Die gilt aber nur bei entsprechender Abkühlung über Nacht.