Über uns - Weinbau und Oenologie

Ein großer Teil der Mitarbeiter der Bayerischen Landesanstalt ist Dienstleister für die fränkische Weinwirtschaft. Sie sehen sich auch in der Verantwortung für die Erhaltung des regionaltypischen Landschaftsbildes, das in besonderem Maße von der Rebkultur geprägt ist.

Unsere Aufgaben

Praxisorientierte Forschung

In der Produktionstechnik stehen die Forschungs- und Versuchsvorhaben unter der Prämisse einer nachhaltigen Erzeugung qualitativ hochwertiger Trauben und Weine. Dazu gehören die Förderung eines umweltgerechten ökologischen Weinbaues, einer marktgerechten Weinerzeugung, des Gewässerschutzes, der Sicherung natürlicher Ressourcen und der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des fränkischen Weinbaus.

Beratung und Förderung

Analyse ökonomischer Zusammenhänge, Entwicklung weinbaulicher Marketingstrategien, Strukturentwicklung und betriebliche Beratung in allen Fragen der Rebkultur und der Weinbereitung gehören zum Aufgabenfeld der LWG.

Bildung und Weiterbildung

Unterrichtserteilung an den Fach- und Technikerschulen, Fachrichtung Weinbau und Kellerwirtschaft; Qualifizierungsmöglichkeiten zum Meister bzw. staatlich geprüften Techniker; Ausbildung des Berufsnachwuchses im Weinbau und in der Kellerwirtschaft; Fortbildung für Berufsstand und nachgelagerte Bereiche im Rahmen von Vortragstätigkeit und Seminarangeboten.

Unsere Forschungsschwerpunkte

Ökologisierung & Biodiversität

  • Weinbau 2025 - Entwicklung der höchstmöglichen Biodiversität unter Einbezug aller Weinbergs-Strukturen
  • Genreservoir Reben - Erhöhung der genetischen Vielfalt. Selektion von historischen Rebsorten aus alten Weinbergslagen, deren Anbaupotenzial mit dem Klimawandel steigt
  • Silvaner-Klonenvielfalt - Selektion von neuen, verbesserten Silvanerklonen. Züchterische Bearbeitung von Silvanerklonen aus alten Weinbergslagen
  • Biodiversität – Artenvielfalt im Weinbau bei unterschiedlichen Weinbausystemen
  • Alternatives Beikrautmanagement - Suche und Testung von Alternativen zu Glyphosat im Wein- und Obstbau
  • Vitifit-Verbundprojekt - Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Rebe im ökologischen Anbau unter besonderer Berücksichtigung der Rebenperonospora
  • Tresterkompostierung - umweltfreundliche Zwischenlagerung von Trestern mit einer optimalen Ausnutzung des organisch gebundenen Stickstoffs. Im Vordergrund steht die Frage einer eventuellen Grundwassergefährdung

Anpassungsstrategien zum Klimawandel

  • Entwicklung geeigneter Regulierungs- und Bekämpfungsmaßnahmen gegen neue Schaderreger, z.B. Kirschessigfliege
  • Jährliche Anpassung der Pflanzenschutzstrategien zur Qualitätssicherung trotz Klimawandel und Testung neuer Mittel als hoheitliche Aufgabe
  • Untersuchung zu Krankheiten und Schädlingen auf Anpassung an veränderte Klimabedingungen
  • Nitratmonitoring - Untersuchung zum Stickstoffkreislauf unter sich verändernden Rebenanbaubedingungen
  • Laubwandmanagement - Beeinflussung der Inhaltstoffeinlagerung in die Beere durch weinbauliche Maßnahmen
  • Bewässerungsmanagement - Testung neuer Sensortechniken und Bewässerungstechnologien, um den Ressourceneinsatz zu optimieren.
  • Lagenklassifizierung - Klimatologische und bodenkundliche Bewertung der g. U. Franken unter Berücksichtigung aller Terroir-Komponenten
  • Die Entwicklung der Reben im Jahresverlauf und Beobachtung der durch den Klimawandel verursachten Verschiebungen der einzelnen phänologischen Stadien

Digitalisierung & Technologisierung

  • Digitale Trockenstressbestimmung - Drohnenbasierte Thermometrie-Messung zum großflächigen Bewässerungsmanagement
  • BayWeinTEK – Virtueller Weinbaubetrieb mit Schwerpunkt Energieeinsparung und Energieeffizienz
  • Qualitäts- und Produktionsoffensive für Landwirtschaft und Gartenbau in Bayern - Wetterstationen, Monitoring und Prognosemodelle
  • VitiMonitoring - Internetgestützte interaktive Datenbankanwendung zur u.a. Schaderregersituation für betrieblicher Entscheidungsprozesse und Beratungen
  • GPS-Technologie im Weinberg - Weiter- und Neuentwicklung von Technik, z. B. berührungslose Technik im Unterstockbereich, zukünftigen Robotikeinsatz

Produktqualität und Produktinnovation

  • Entwicklung von jahrgangsspezifischen Strategien zur Erzeugung reintöniger Weine
  • Technische Alkoholreduktion mittels Umkehrosmose und Membrankontaktor
  • Einfluss der Maischegärung auf die Polyphenol-zusammensetzung, die Lagerfähigkeit und den SO2-Bedarf von Weißwein
  • Beeinflussung der sensorischen Attribute bei Silvaner und Müller-Thurgau durch Hefepräparate unterschiedlicher Hersteller
  • Einfluss des Ausbaugebindes auf sensorische Attribute und die Weinqualität (Betonei, Amphore, Granitfass, Holz)
  • Endogene SO2-Bildung durch Hefen
  • Aromaoptimierung Fränkische Hauszwetschge - unterschiedlichen Geschmacksstilistiken mit standardisierten Verfahren
  • Streuobsterfassung - Erfassung über Orthofotos, Referenzregion: Landkreis Würzburg
  • Genussschätze: Sortenreine Edelbrände aus seltenen Obstsorten - Inwertsetzung regionaler Produkte auf der Basis alter Sorten, kulinarisches Erbe Bayerns, Erhalt der bayerischen Streuobstlandschaft, Sicherung der Biodiversität in der bayerischen Kulturlandschaft

Öffentlicher, urbaner und ländlicher Raum - Weintourismus

  • Positionierung Frankens als zeitgemäße, authentische und hoch attraktive Region für den Weintouristen, d. h. klare Festlegung der Destination und des Angebotes (Wein, Genuss, Kulinarik, Kultur, Landschaft)
  • Imageförderung der Region und des Frankenweines
  • Aufbau von touristischen Mehrwert und Zusatznutzen für das Produkt Wein
  • Strukturelle Weiterentwicklung des ländlichen Raumes
  • Stabilisierung der vorhandenen Strukturen Gastronomie, Direktvermarktung und Tourismus
  • Bewusstseinsbildung für die Notwendigkeit der Professionalisierung des Weintourismus bei den Akteuren im ländlichen Raum
  • Entwicklung neuer Wertschöpfungspotenziale
  • "Coopetition" - "Networking": Aufbau von Wertenetzen und Partnerschaften
  • Entwicklung neuer Dienstleistungsangebote im Weintourismus
  • Entwicklung einer leistungsfähigen Infrastruktur im Weintourismus
  • Zertifizierung der örtlichen Gastronomie, der Fränkischen Weinfeste, Direktvermarkter und Manufakturen, Heckenwirtschaften, weinkulturelle Veranstaltungen, touristische Einrichtungen etc.
  • Infrastrukturmaßnahmen
    • Entwicklung regionaler Weintourismuskonzepte
    • Gästeführer Weinerlebnis Franken
    • Dozent für Weinkultur
    • Didaktische Weinwanderwege / Radwege
    • Regionale Vinotheken, Weinbistros
    • Boden & Wein – Reiseführer
    • "Baum für Frankens Weinberge"
    • „terroir f“ – die magische Orte des fränkischen Weins
    • „Fränkische Weinwelten“
    • und vieles mehr

Unser Team

Ein Großteil der Institutsmitarbeiter steht bzw. sitzt für die Aufnahme auf einer Treppe

Die Mannschaft des Institutes für Weinbau und Oenologie.

Arbeitsbereiche und Arbeitsgruppen

IWO1 - Forschungskoordination und Projektmanagement
Der Arbeitsbereich hat im Wesentlichen die Aufgabe die gesamten Forschungsaktivitäten im Institut Weinbau und Oenologie zu koordinieren. Für die Realisierung von anwendungsorientierten Forschungsprojekten im Weinbau werden die notwendigen Ressourcen bereitgestellt sowie die Versuchsvorhaben geplant und organisiert. Darüber hinaus ist innerhalb des Arbeitsbereichs der Weinbauversuchsbetrieb eingegliedert, der die institutseigenen Versuchsflächen betreut.

Leitung: Dr. Daniel Heßdörfer
Stellvertretung: Georg Bätz
IWO2 - Weinbau

Der Arbeitsbereich Weinbau umfasst vier sehr unterschiedliche Arbeitsgruppen:

  • Arbeitsgruppe 1: Digitalisierung und Technik im Weinbau
    • Koordinierung, Testung und Nutzung digitaler Verfahren im Weinbau, z.B. mittels Drohneneinsatz zur Trockenstressbestimmung, zum Trockenstress-Management und zur Darstellung von Spätfrostgefährdungslagen. Hierzu kommen u.a. Drohnen mit Spezialkameras zum Einsatz.
    • Betreuung von Wetterstationen als Grundlage für die Arbeit mit Prognosemodellen im Weinbau.
    • VitiMonitoring: Interaktives Online-Informationstool zum aktuellen Krankheits- und Schädlingsauftreten. Wichtiges Hilfsmittel für Rebschutzwarte, Winzer und Beratung
  • Arbeitsgruppe 2: Forschungsarbeiten im Weinbau
    Koordinierung und Durchführung von praxisorientierten Versuchen, Projekten und Erhebungen u.a. zu folgenden Fragestellungen:
    • Krankheits- und Schädlingsregulierung im Weinbau, auch jahresaktuell
    • Durchführung der amtlichen Mittelprüfung im Rahmen des PSM-Zulassungsverfahrens
    • Physiologische Störungen der Rebe im Klimawandel
    • Klimawandel und Phänologie
    • Bewässerungs-, Laubwand- und Begrünungsmanagement im Klimawandel
    • Reife- und Qualitätsmanagement im Weinberg im Zeichen des Klimawandels
    • Testung von Rebsorten und Rebunterlagen auf ihre Praxiseignung
    • Grünveredelung und ihre Tauglichkeit für die schnelle Sortenumstellung in der Praxis.
  • Arbeitsgruppe 3: Biodiversität und Ökologie im Weinbau
    • Entwicklung von Maßnahmen und Strukturen zur Förderung der Biodiversität im Weinberg
    • Testung von Blühmischungen für den Weinberg auf Ihre Tauglichkeit; in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau der LWG
    • Erstellung von Beratungsempfehlungen für den Biologischen Weinbau
    • Durchführung von Informations- und Fortbildungsveranstaltungen zum Öko-Weinbau
    • Richtiges Bodenmanagement unter geänderten Rahmenbedingungen
    • Durchführung von Versuchen zu Nährstoffaustrag und Düngung im Weinbau
    • Anlage und Betreuung von Museums- und Demonstrationsweinbergen
  • Arbeitsgruppe 4: Hoheitsvollzug Weinbau
    • Fachliche Unterstützung von Behörden, Einrichtungen, Organisationen mit Schnittstellen zum Weinbau (z.B. Landesanstalt für Landwirtschaft, Landratsämter, Wasserwirtschaftsämter, Weinbauverband Franken, Weinbauring Franken)
    • Vollzug des amtlichen Warndienstes mit Hilfe des Fränkischen-Rebschutz-Informations-Systems. In das System sind als eine wichtige Säule die Fränkischen Rebschutzwarte eingebunden. Sie machen wöchentlich Meldungen zum Krankheits- u. Schädlingsbefall in ihrer Gemeinde. Damit sind sie wichtige Wissensmultiplikatoren für alle Winzer Ihrer Gemeinde.
    • Fachliche Erstellung des Weinbaufax' Franken mit Distribution über den Weinbauring Franken e. V.
    • Jährliche Erstellung des LWG-Rebschutz-Leitfadens als wichtiges Hilfsmittel für die Praxis
    • Durchführung von Monitorings zum Auftreten von Quarantäne-Schaderregern im Weinbau
    • Umsetzung der Ziele des Integrierten Pflanzenschutzes und des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz im Bereich des Weinbaus
Leitung: Hans-Jürgen Wöppel
Stellvertretung: Heinrich Hofmann
IWO3 - Oenologie und Kellerwirtschaft
Untersuchung und Weiterentwicklung von oenologischen Verfahren zur Weinbereitung und der Erzeugung von eigenständigen, repräsentativen Weinen sind die Schwerpunkte dieses Arbeitsbereiches.
Dabei werden aktuelle kellertechnische und oenologische Entwicklungen aufgegriffen, bearbeitet und auf ihre Anwendbarkeit hin untersucht. Die Forschungsergebnisse werden bei regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen einem breiten Publikum von Winzern präsentiert und in einschlägigen Fachzeitschriften veröffentlicht.

Leitung: Johannes Burkert
Stellvertretung: N.N.
IWO4 - Beratung, Förderung und Strukturentwicklung
Der Arbeitsbereich Beratung, Förderung und Strukturentwicklung IWO4 ist für die Beratung, Förderung und Strukturentwicklung der bayerischen Weinwirtschaft zuständig.

Wir beraten die bayerische Weinwirtschaft in allen betriebs- und marktwirtschaftlichen Fragestellungen. Ein Schwerpunkt unserer Beratung ist die Bauberatung. Wenn Sie ein neues Weinwirtschaftsgebäude oder eine Vinothek bauen wollen, geben wir Ihnen die ersten Impulse. In diesem Arbeitsbereich ist auch die Brennerberatung des Freistaates Bayern angesiedelt.
Beratungen und Moderationen zur Unternehmensnachfolge, Erb- und Scheidungs-Auseinandersetzungen gehören genauso, wie die Konsolidierungsberatung zu unserem Aufgabenfeld.

Wir sind die 1. Anlaufstelle für die Förderung der bayerischen Weinwirtschaft. Neben der Förderberatung ist unsere Hauptaufgabe die Umsetzung des Bayerischen Programms zur Stärkung des Weinbaus. Für den Teil A – Umstrukturierung und Sortenumstellung sind wir die bewilligende Stelle. Im Teil B- Investitionsförderung nehmen wir die Förderanträge entgegen und nehmen bei Förderung ohne Betreuer, deren Aufgabe war. Weitere Förderungen die von uns bearbeitet werden, sind die Bekämpfung des Traubenwicklers mit Pheromon-Verwirrungsverfahren (RAK-Förderung), der Wiederaufbau von Steinmauern und die Förderung des Weintourismus. Bei anderen Förderprogrammen der Landwirtschaft, wie z.B. beim Bayerischen Sonderprogramm Landwirtschaft und der Einzelbetrieblichen Investitionsförderung – Diversifizierung nehmen wir die Förderanträge entgegen, schreiben dazu Stellungnahmen und leiten diese an die zuständige Bewilligungsbehörden weiter.

Wir entwickeln die Struktur der fränkischen Weinwirtschaft weiter. Schwerpunkt hier sind unsere Aktivitäten rund um den Weintourismus. Dazu gehören z.B. die Aus- und Weiterbildung der Weingästeführer und die Mitarbeit in den Gremien des fränkischen Weintourismus. Bei Fragestellungen zur Weiterentwicklung der geschützten Ursprungsbezeichnung Franken stehen wir der fränkischen Weinwirtschaft beratend zur Seite.

Wir testen und entwickeln Maschinen und Geräte für die Bewirtschaftung der Weinberg weiter. Anwenderempfehlungen stehen dabei im Vordergrund.

Zur Aufgabenerledigung sind folgende Arbeitsgruppen eingerichtet:

  • Beratung
  • Förderung
  • Strukturentwicklung
  • Technik im Weinbau
Leitung: Dr. Matthias Mend
Stellvertretung: Dr. Juliane Urban

Institutsleitung

Georg Bätz

Organisation

Kontakt

Institut für Weinbau und Oenologie
Leitung: Georg Bätz

Telefon:
0931 9801-566 (Vorzimmer)

Fax:
0931 9801-550

E-Mail:
weinbau@lwg.bayern.de

Adresse:
An der Steige 15
97209 Veitshöchheim

Sie erreichen einige IWO-Arbeitsbereiche auf dem Nebencampus in der Herrnstraße 8 im Altort von Veitshöchheim

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