Merkblatt
Urban Gardening: Biodiversität - Lebensräume für Bienen & Co.

Merkblatt Urban Gardening - Biodiversität Titelseite

Mit dem Projekt "Urban Gardening: Demonstrationsgärten in Bayern" werden Orte des Austausches und des Wissentransfers in ganz Bayern geschaffen. Begleitend hierzu wurde das Merkblatt "Biodiversität - Lebensräume für Bienen & Co." erstellt. Biodiversität ist die Vielfalt der Gene, Arten und Öko­systeme! Dafür braucht es keine riesigen Flächen, auch auf begrenztem Raum können viele Pflanzen- und Tierarten und ihr Austausch untereinander gefördert werden.

2019, 6 Seiten

10 Tipps für mehr Artenvielfalt beim Urban Gardening

  • Belassen Sie abgestorbene Blütenstängel als Winterquartier für Spinnen und Insekten!
  • Achten Sie bei (Wild)blumenansaatmischungen auf 100 Prozent Kräuteranteil!
  • Verzichten Sie auf gefüllt blühende Pflanzen, die keinen Pollen/Nektar spenden!
  • Schaffen Sie fugenreiche Steinsetzungen an sonnigen Plätzen für Zauneidechse & Co.!
  • Nutzen Sie selbstgewonnene Samen für Seedbombs!
  • Lernen Sie auch die kleinsten Tiere kennen: Welche Raupe ist das und was sind ihre Nahrungsquellen?
  • Lassen Sie ausgewählte Bereiche ungestört! Auch Steine, gelagertes Baumaterial etc. bieten Lebensraum!
  • Sprechen Sie sich mit benachbarten Gärtnern ab, um möglichst viele verschiedene Maßnahmen umzusetzen!
  • Akzeptieren Sie den Verlust eines Teils der Ernte an die Tiere vor Ort!
  • Sorgen Sie für selbstnachfüllende Tränken oder andere zuverlässige Wasserstellen für Vögel und Insekten!

Vielfalt schaffen

Der Schutz der Umwelt ist immer auch Schutz der Lebensgrundlagen des Menschen: Wird die genetische Vielfalt erhalten, so können sich Individuen und Arten an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Dies bietet auch wertvolle Grundlagen für gezielte Sortenzüchtungen. Im Urban Gardening ist alles erlaubt: So kann beim Ausprobieren und gemeinsamen Anbauen von Gemüse, Blumen und Kräutern viel Biodiversität entstehen.

Vielfalt bauen

Achten Sie darauf, dass Zäune keinen Sockel haben, sodass Igel und andere Tiere sich frei bewegen können. Ist dies nicht möglich, schaffen Sie vereinzelte Durchschlupfe. Fugenreiche Mauern in voller Sonne sind ein Paradies für Kleinlebewesen, die sich dort sonnen können. Nistmöglichkeiten für Wildbienen schaffen Sie nicht nur durch Insektenhotels, sondern auch durch offene sandige Stellen am Boden, die ungestört bleiben. Zu Seedbombs verarbeitetes selbstgewonnenes Saatgut bringt farbenfrohe Insektenfutterpflanzen an leere Plätze.

Vielfalt pflegen

Unterscheiden Sie bei der Unkrautbeseitigung zwischen tolerierbaren und eventuell sogar essbaren Blütenpflanzen und ausläufertreibenden Gräsern: Jäten Sie schwerpunktmäßig die windbestäubten Gräser.
Pflanzen Sie Gattungen wie Fetthenne (Sedum) oder Malven (Malva), die nicht nur essbar sind, sondern auch reich an Pollen und Nektar! Abgeblühte Hochstauden wie Sonnenblume und Kerbel stehen oft krumm und unansehnlich da, bieten jedoch nicht nur Nahrung, sondern auch wertvolle Überwinterungsverstecke im Stängel: Bitte stehen lassen bis zum Spätwinter und Sie haben damit schon ein Insektenhotel eingerichtet!

Imkern in der Stadt

Bestäubende Insekten wie (Wild)bienen und Schmetterlinge profitieren von einem viele Monate währenden Nektar- und Pollenangebot. Besonders früh und spät blühende Arten sind eine wichtige Nahrungsquelle. Viele Zierpflanzen haben gefüllte Blüten – sie bieten keine Nahrung. Im Gegensatz dazu gibt es Ansaatmischungen besonders nahrungsreicher Arten, wie z. B. die Veitshöchheimer Bienenweide, entwickelt von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.