Digitalisierung in der Landwirtschaft
Roboter trifft auf Beikraut

Andreas Maier, Präsident der LWG sprach bei der Maschinenübergabe von digitaler Technik
Wachstum braucht Freiraum: Damit eine Kultur entsprechend gedeiht, braucht sie Platz. Platz, der ihr aber oftmals durch Beikräuter, wie Gänsefuß und Spitzwegerich, strittig gemacht wird. Um eine Unabhängigkeit von chemischem Pflanzenschutz zu erreichen, gewinnen mechanische Pflanzenschutzmaßnahmen in Reihenkulturen zunehmend an Bedeutung. Diese sind aber oftmals aufwendig und arbeits- wie zeitintensiv. Doch modernste Robotertechnik könnte schon bald die Beikrautregulierung revolutionieren.

Innovativer Ansatz

Digitalisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) machen auch vor der Landwirtschaft nicht halt. Schon heute arbeitet ein Großteil der Anbauer mit digitalen Anwendungen – und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Doch welches Potenzial bieten die aktuellen technischen Lösungen und wie schlagen sich diese im Praxiseinsatz? Seit wenigen Tagen wird dafür am Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Versuchsbetrieb in Bamberg ein autonomes Hackgerät auf Herz und Nieren getestet, und womöglich ein neues Zeitalter in der Beikrautregulierung eingeläutet.

Nächster Techniksprung

Schon immer war das Entfernen von Beikräutern eine der aufwändigsten und arbeitsintensivsten Arbeiten im Pflanzenbau. Kein Wunder also, dass gerade in der Hacktechnik die Mechanisierung wie auch die Digitalisierung schon frühzeitig Einzug hielt. Auch kommt seit einigen Jahren die RTK-gestützte optische Kulturerkennung erfolgreich zum Einsatz. Mit Robotik und autonomem Fahren steht nun der nächste Techniksprung an. Weltweit wird dafür in zahlreichen Forschungsprojekten an innovativen Lösungen gearbeitet, Prototypen entwickelt; aber auch die ersten Serienfertigungen der Hacktechnik von morgen sind bereits angelaufen.

Bereit für die Praxis?

Der in der Versuchsreihe in Bamberg zum Einsatz kommende Hackroboter ist dabei primär für Salatkulturen ausgelegt. Doch auch bei anderen Kulturen, wie zum Beispiel Buschbohnen oder Spinat, soll der Roboter zum Einsatz kommen. Dabei muss die Kulturführung auf die Hacktechnik angepasst werden. So kommt bereits, wie auch heute schon üblich, beim Säen und Pflanzen die RTK-Ortungstechnik zum Einsatz, um mittels Geodaten die Fahrspuren zentimetergenau zu erfassen. Nur dadurch kann der Roboter später die Reihen verorten und automatisch abfahren. Zudem wird durch eine Kamera die Kultur erfasst, und dass Hackwerkzeug ggfs. nachjustiert. In den Testläufen soll nun die Praktikabilität wie auch die Effizienz und der Einfluss auf Arbeitskosten untersucht werden.
Ein Mitarbeiter hält die Fernsteuerung in der Hand
Autonome Prozessabläufe sind der elementare Bestandteil des sogenannten „Smart Farmings“ (Landwirtschaft 4.0). Doch aufgrund der aktuellen Gesetzeslage ist der führerlose Einsatz von Landmaschinen derzeit nicht, bzw. nur mit enormen Sicherheitsvorkehrungen möglich. Daher ist auch beim Betrieb des Hackroboters auf dem LWG-Versuchsgelände mindestens eine Person als Prozessüberwacher vor Ort, die jederzeit eingreifen kann.

Mehr zum Innovations- und Forschungsprojekt können Sie unter folgendem Link finden: