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Kräuter zum Frischverzehr aus dem eigenen Garten
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Kräuter aus dem eigenen Garten sind „in“: Sie sind vielseitig zu verwenden für Salate, Suppen und Soßen, Fleisch- und Fischgerichte, Kartoffel- und Eierspeisen, Gemüsegerichte und zur Aromatisierung von Essigen und Ölen. Aber auch die Zierwirkung verschiedener Kräuterarten ist beachtlich.

Aber auch die Zierwirkung verschiedener Kräuterarten ist beachtlich. Ihre unterschiedlichen Blattformen und -farben wirken sehr dekorativ, so dass sie sich als Strukturpflanzen bzw. Blattschmuckpflanzen in Blumenarrangements und Pflanzungen verwenden lassen. Lippenblütler wie Salbei, Ysop oder Thymian sind darüber hinaus eine vorzügliche Bienenweide.

Standort und Bodenansprüche

Kräuter können außer in Gartenbeeten und speziellen Kräuterspiralen, auch in Gefäßen (Schalen, Töpfen, Blumenkästen) angebaut werden. Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.
Wer keinen Garten hat oder dieser weiter entfernt liegt, ist dankbar für frische Kräuter, die in Gefäßen auf dem Balkon leicht zu erreichen sind. Man verwendet für die Füllung der Töpfe Universalerde, Kübelpflanzenerde etc. Wichtig sind Abzugslöcher, damit keine Staunässe entsteht. Kräuter in Gefäßen brauchen mehr Pflege als Kräuter im Beet. Basilikum im Topf muss beispielsweise täglich gegossen werden.
Um die Gießarbeit in Grenzen zu halten, sollten die Gefäße nicht zu klein sein. Schon bei der Pflanzung sollte die endgültige Größe der Gewächse bedacht werden.
Im Garten ist es sinnvoll, ein eigenes Kräuterbeet für mehrjährige Kräuter anzulegen. Einjährige Kräuter lassen sich gut in Gemüsebeeten integrieren. Ein sonniger bis leicht schattiger Platz sorgt für gutes Wachstum und volles Aroma. Die Kräuterecke sollte von der Küche aus günstig zu erreichen sein.

Düngung

Die meisten Kräuter sind sehr genügsam, vor allem die mehrjährigen Gewürzkräuter. Kräuter werden bei zu starker Düngung mastig und entwickeln weniger Aroma. Eine einmalige Düngung im Frühjahr mit 3 l Kompost pro m² ist ausreichend. Er liefert die erforderlichen Nährstoffe und zusätzlich Humus.
Ausnahmen sind Rucola, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie. Diese benötigen regelmäßig nach jedem Schnitt eine Düngegabe mit Hornmehl oder mit einem flüssigen Universaldünger. Beim Anbau in Balkonkästen und Töpfen sollte eine spezielle Kräutererde verwendet werden.

Frostschutz im Winter bei mehrjährigen Arten

Die meisten mehrjährigen Kräuterpflanzen sind recht robust, aber dennoch dankbar für einen Schutz in Form von Fichtenzweigen oder Vlies.
Frostempfindliche Arten, wie Rosmarin, hält man am besten als Kübelpflanzen. So können sie leicht zur Überwinterung ins Haus gebracht werden.

Mehrjährige Kräuter

  • Bärlauch (Allium ursinum)
    • Knoblauchduft, Geschmack milder als Knoblauch
    • Halbschattiger Standort, Wuchshöhe bis 40 cm
    • Verwendung: frische Blätter, Ernte April - Mai (bis zur Blüte)
  • Estragon (Artemisia dracunculus)
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe 60 - 100 cm
    • Verwendung: frische oder getrocknete Blätter und Triebspitzen, Ernte Juni - September
  • Liebstöckel (Levisticum officinale)
    • Standort sonnig bis halbschattig, Wuchshöhe 100 - 120 cm
    • Verwendung: frische Blätter, Ernte Mai bis Oktober
  • Oregano/Dost (Origanum vulgare)
    • auch gelb-blättrig
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe 30 - 50 cm
    • Verwednung: frische oder getrocknete Blätter und Stängel, Ernte Juni - August
  • Pfefferminze (Mentha piperita)
    • verschiedene Minzearten im Angebot z. B. Ananasminze, Apfelminze
    • Sonniger bis halbschattiger Standort, Wuchshöhe 40 - 60 cm, bildet Ausläufer (!)
    • Verwendung: frische oder getrockneet Blätter und junge Triebe
  • Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe 30 - 50 cm
    • Verwendung: frische oder gefrostete junge Blätter, nicht mitkochen
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe 60 - 100 cm
    • Verwendung: frische oder getrocknete junge Blätter oder Triebspitzen, Ernte Mai - Oktober
  • Salbei (Salvia officinalis)
    • verschiedenfarbige Blüten und Blätter
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe 30 - 50 cm
    • Verwendung: frische oder getrocknete Blätter, Ernte Mai - Oktober
  • Sauerampfer (Rumex rugosus)
    • kleinblättrige Sorten für Töpfe im Angebot
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe bis 60 cm
    • Verwendung: frische junge Blätter und Triebe, Ernte April - Juli
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
    • fein-, mittel- und grobröhrige Sorten
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe 30 cm, mehrmals nachwachsend
    • Verwendung: frisch, gefrostet, getrocknet, nicht mitkochen, Ernte April - November
  • Thymian (Thymus vulgaris)
    • auch mit Zitronenaroma und gelben Blättern
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe bis 30 cm
    • Verwendung: frische oder getrocknete Triebspitzen, Ernte Mai - September
  • Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
    • starkes Zitronenaroma
    • Sonniger bis halbschattiger Standort, Wuchshöhe 50 - 80 cm
    • Verwendung: frische, getrocknete oder gefrostete junge Blätter und Triebspitzen, auch für Tee, Ernte Juni - September

Einjährige Kräuter

  • Basilikum (Ocimum basilicum)
    • auch Zitronengeschmack, auch rotes Laub, kleinblättrig
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe 25 - 50 cm
    • Verwendung: frische Blätter, nicht mitkochen, Ernte Juni - September
  • Bohnenkraut (Satureja hortensis)
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe 30 - 40 cm
    • Verwendung: frische Blätter und Stängel, Ernte Juni - September
  • Borretsch (Borago officinalis)
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe 30 - 50 cm
    • Verwendung: frische junge Blätter und Blüten, Ernte Mai - Oktober
  • Dill (Anethum graveolens)
    • Sonniger bis halbschattiger Standort, Wuchshöhe 80 - 120 cm
    • Verwendung: frische, getrocknete oder gefrostete Blätter, Stängel und Samen, Ernte Mai - Oktober
  • Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium)
    • Sonniger bis halbschattiger Standort, Wuchshöhe bis 30 cm
    • Verwendung: frische, getrocknete oder gefrostete Blätter und Triebspitzen, nicht mitkochen, Ernte Juni - November
  • Gartenkresse (Lepidium sativum)
    • Sonniger bis halbschattiger Standort, Wuchshöhe 10 cm, nachwachsend
    • Verwendung: frische Triebe, Ernte April - Oktober
  • Majoran (Origanum majorana)
    • Sonniger Standort, Wuchshöhe 30 - 50 cm
    • Verwendung: frische oder getrocknete Blätter und Triebspitzen, Ernte Juli - September
  • Petersilie (Petroselinum crispum)
    • zweijährig, glatte Sorten, gekrauste Sorten
    • Sonniger bis halbschattiger Standort, Wuchshöhe 20 - 30 cm
    • Verwendung: frische, getrocknete oder gefrostete Triebe mit Blättern und Wurzeln, Ernte Mai - Oktober
  • Rucola (Eruca sativum)
    • großblättrig, mehrmals nachwachsend
    • Sonniger bis halbschattiger Standort, Wuchshöhe 10 - 20 cm
    • Verwendung: frische Blätter, Ernte Mai - Oktober
  • Rucola (Diplotaxis tenuifolia)
    • feinblättrig, mehrmals nachwachsend, samt gut aus, kann überwintern
    • Sonniger bis halbschattiger Standort, Wuchshöhe 10 - 20 cm
    • Verwendung: frische Blätter, Ernte Mai - Oktober

Eigene Aussaat oder Zukauf von Jungpflanzen?

Eigene Aussaaten lohnen sich bei Schnittlauch, Petersilie, Kresse, Rucola und Bor-retsch. Sie können bereits Anfang bis Mitte April, vor den Eisheiligen, ausgesät werden. Basilikum und Dill sollte man nicht vor Mitte Mai aussäen. Kresse, Rucola und Basilikum können auch in mehreren Sätzen angebaut werden. Letzter Saattermin ist Anfang August, für Kresse und Rucola Anfang September. Bei allen anderen Arten, insbesondere den Stauden und Halbsträuchern, ist ein Zukauf in der Gärtnerei oder im Gartencenter ratsam. Experimentierfreudige Freizeitgärtner dürfen aber auch selbst aussäen.
Um dem Absterben von Sämlinge und Jungpflanzen vorzubeugen, sollte daher re-gelmäßig der Standort gewechselt werden, der Boden gut gelockert sein und es sollte auf geeignete Vorkulturen geachtet werden. Findige Gärtner lassen die zwei-jährigen Pflanzen aussamen. Dill und Petersilie lassen sich auch gut auf Gemüse-beeten integrieren. Um Nachbauprobleme zu vermeiden, sollten Möhren nicht zuvor auf dem Beet stehen, da diese drei Pflanzenarten zu den Doldenblütlern gehören. Eine andere Möglichkeit bei Auflaufproblemen mit Petersilie ist die Aussaat in Töpfe oder andere Gefäßen. Die gute Wasserdurchlässigkeit der gekauften Erde trägt dazu bei, die Wurzelpilzkrankheit Pythium zu vermeiden.

Ernte und Schnittmaßnahmen

Speziell bei den Lippenblütlern zeigt sich das volle artentypische Aroma, wenn bei Sonne und um die Mittagszeit geerntet wird.
Fallen größere Mengen an, können die Kräuter auch mit verschiedenen Methoden haltbar gemacht werden und als Vorrat für die Wintermonate dienen (siehe Verwendung).
Auch Pfefferminze, Melisse, Rucola und Kresse vertragen einen kräftigen Rück-schnitt, sie treiben anschließend wieder neu aus.

Auch Kräuter können mal krank werden

In diesem Fall kan man mit einfachen Mitteln gegen die Schädlinge vorgehen. Wegen der regelmäßigen Ernte sollten keinerlei Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden!
  • Wurzelläuse an Petersilie: Abreiben des Wurzelhalses
  • Blattläuse an Basilikum, Dill: Abduschen
  • Spinnmilben an Basilikum, bei zu trockenem Standort: Abduschen
  • Erdflöhe an Rucola und Gartenkresse: Hacken, wässern, regelmäßig mit Klebefolien-Tafel knapp über Pflanzenbestand streichen
  • Rost an Schnittlauch: Rückschnitt
  • Entyloma (weiße Pusteln) an Borretsch: befallene Blätter entfernen

Hat man noch Platz ....

im Kräuterbeet, so kann man auch „verrückte“ Kräuter ausprobieren. Aber Achtung! Manche sind nicht ausreichend winterhart und sollten deshalb wie Kübelpflanzen überwintert werden. Beispiele dafür sind Zitronenverbene, Broncefenchel, Ananassalbei, Zitronenstrauch oder Schopflavendel.