Gartencast
Erden aus Gefäßen wiederverwenden
1. Februar 2024

Die Pflanz- und Aussaattermine stehen bald bzw. im Laufe des Frühjahrs an. Viele Freizeitgärtnerinnen und Freizeitgärtner fragen sich, ob die letztjährige Erde in Balkonkästen, Pflanzkübeln und Hochbeeten noch nutzbar ist oder jährlich komplett erneuert werden muss. Aus Gründen der Nachhaltigkeit und der Kreislaufwirtschaft kann sie meist aufgebessert werden, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Erden aus Gefäßen wiederverwenden

Voraussetzung

Langjährig wiederholt verwendete Erden in Balkonkästen, Hochbeeten und Gefäßen sollten eher komplett erneuert werden. Sie sind einseitig ausgelaugt, oft mit negativen Wurzelausscheidungen und Salzen angereichert sowie zusammengesackt und stark mit Wurzeln verfilzt. Auch Substrate, in denen abgestorbene und kranke Pflanzen mit Wurzelfäule-Erregern standen, werden nicht mehr verwendet. Sofern die Substrate nicht mit Krankheiten, vor allem Wurzelkrankheiten wie Kohlhernie, infiziert waren, können sie auf den Kompost und Baumscheiben gelangen oder auf Gartenbeete, wo sie eingearbeitet werden. Achten Sie auf Engerlinge, die sich meist im unteren Bereich der Gefäße und verstärkt in torffreien Erden aufhalten. Nützliche wie die des Rosenkäfers geben Sie mit auf den Kompost, wo sie das organische Material umsetzen. Maikäferlarven werden jedoch entsorgt.

Eine im Vorjahr neu eingesetzte, krankheitsfreie Erde lässt sich weiter nutzen. Die letztjährigen Pflanzen wurden hier meist im Spätherbst herausgenommen bzw. abgeerntet. Oft verbleibt der Wurzelballen in der Erde. Diesen nehmen Sie heraus und klopfen bzw. schütteln ihn leicht aus. Sie können ihn auch durch ein Sieb reiben.

Aufbereitung des alten Substrates

Balkonkästen, Kübel (etwa bis 30 Liter Inhalt), kleinere Gefäße und Kisten können ganz entleert und deren altes Substrat mit etwa einem Drittel neuem vermischt werden. Vor dem Vermengen können Sie je nach Topfvolumen ein bis drei Liter fertigen Kompost zusetzen. Dies gilt nicht für Aussaaten, die nur in nährstoffarme Erden erfolgen dürfen. Alternativ kann das alte Substrat auch mit den genannten Kompostmengen und etwa 20 Prozent Gartenerde aufbereitet werden. Das Herausnehmen des vorliegenden Substrates aus Gefäßen hat den Vorteil, dass Käferlarven und Schnecken bzw. deren Eigelege entdeckt und somit beseitigt werden. Bei Hochbeeten reicht es, die durch das Zusammensacken der Erde fehlende Menge wieder aufzufüllen und drei Liter Kompost je m² einzuarbeiten.

Die Aufdüngung hängt vor allem von der Bepflanzung ab. Viele Gemüse- und Balkonpflanzen sind nährstoffbedürftig. Pro m² Beetfläche sind 7 bis 10 g Reinstickstoff, der in ca. 50 bis 70 g Hornmehl bzw. vielen Mineraldüngern enthalten ist, eine gute Richtgröße. Balkonpflanzen und länger stehende Gemüsekulturen wie Kohl, Tomaten, Zucchini, Kartoffel, Sellerie, Mangold bekommen im Laufe des Sommers ggf. eine stickstoffbetonte Nachdüngung.

Substrate des Vorjahres

Gebinde mit übrig gebliebenem Substrat sollte dunkel, kühl und trocken gelagert werden. Vorjährige Säcke, die der Sonne und Regen ausgesetzt im Freien lagen, sind oft sehr patzig bzw. vernässt, verpilzt und weisen durch mikrobielle Umsetzung einen höheren Salzgehalt auf. Derartige Erde kann nur mit neuer und vermischt verwendet werden. Beachten Sie, dass torffreie Substrate diesbezüglich stärker reagieren.