Jungpflanzen für unsere Demonstrationsgärten
Gemüsebauversuchsbetrieb der LWG in Bamberg sorgt für Nachschub in den Hydroponik-Beeten

In unseren Demonstrationsgärten sind die Hydroponik-Beete, in denen Salate, Basilikum und auch andere Gemüse „schwimmend“ und nahezu erdelos heranwachsen, immer wieder von besonderem Interesse. In einem „Wasserbeet“ (Deep-Water-Culture) werden dabei professionell vorgezogene Salatjungpflanzen auf spezielle Schaumstoffplatten eingesetzt, die ein problemloses Wachstum in einer Nährlösung ermöglichen. Hierbei kommen Systeme zum Einsatz, die bereits im professionellen Gemüseanbau unter Glas, beispielsweise in den Niederlanden, eingesetzt werden.

Nach dem Motto „Zeigen wie´s auch anders wächst“ wollen wir hiermit auf neue Möglichkeiten des Gemüseanbaus im städtischen Bereich aufmerksam machen. Wichtiger Partner bei der Anzucht der Salatjungpflanzen für die Hydroponik ist dabei der Gemüsebauversuchsbetrieb der LWG in Bamberg. Dort werden die Salate mit Hilfe von speziellen Anzuchtplatten in Erdpresstöpfen vorkultiviert. Der Salat kann auf Endabstand in unsere Hydroponik-Becken gesetzt werden, wenn er in die Nährlösung „eingewurzelt“ ist. Erst dann ist sind die Pflanzen fit für das „Wasserbeet“.

Von Ende März bis Ende Oktober werden dort durchschnittlich vier bis fünf Sätze Salate (Pflücksalate wie Lollo Rosso, Lollo Bionda, Batavia und Eichblattsalate) gepflanzt und geerntet. Dabei werden pro Beet auf knapp drei m² Fläche jeweils 72 Salate kultiviert – über die Ernte freuen sich die Mitarbeiter und Besucher der Demonstrationsgärten!
Profi-System soll zum Nachbau anregen
Selbstverständlich lassen sich ähnliche Systeme auch im Do-it-yourself-Verfahren selbst nachbauen. Ein einfacher Holzrahmen, der mit einer Teichfolie ausgelegt wird, kann hier als Wasserbecken ausreichen. Nährstoffe für die Versorgung der Pflanzen können im Handel als Komplexdünger bezogen werden. Wichtig ist es, das Wasserbeet mit einer Pumpe (Aquarium-Pumpe) auszustatten, um eine Durchlüftung und Durchmischung der Nährlösung zu gewährleisten. Bei der Herstellung der Schaumstoffplatten (am besten Styrodur®) muss darauf geachtet werden, dass die Pflanzen nur so tief sitzen, dass unter der Platte ein Luftraum bestehen bleibt, so dass die kleinen Erdballen der Jungpflanzen keinen direkten Kontakt mit der Nährlösung haben – nur die Wurzeln fühlen sich dort wohl. Die Platten sollten weiß sein, um ein Aufheizen der Nährlösung zu verhindern. Eine ausreichende Wassertiefe von circa 30 cm garantiert eine Wassertemperatur von weniger als 30°C.