Pressemitteilung - 10. Februar 2022
Kompetenzzentrum Ökogartenbau: Den Bio Obst- und Gemüsebau in Bayern voranbringen

Bis 2030 soll der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Bayern auf 30 Prozent ansteigen. Dieses Ziel hat sich die Bayerische Staatsregierung durch Annahme des „Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“ gesetzt. Um das gesteckte Ziel auch im bayerischen Gartenbau, insbesondere im Obst- und Gemüsebau, zu erreichen, wurde das Kompetenzzentrum Ökogartenbau an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) geschaffen. Dieses sitzt am Gemüsebauversuchsbetrieb der LWG in Bamberg und unterstützt die bayerischen Betriebe ab sofort dabei, auf den ökologischen Anbau umzustellen bzw. diesen weiter auszubauen.

Gemeinsam für ein Ziel
Bislang wird in Bayern auf mehr als 400.000 ha ökologisch gewirtschaftet. Das sind über zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Bayern – Tendenz kontinuierlich steigend. Mit der Initiative BioRegio 2030 hat das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bereits 2019 ein Programm zur Unterstützung des Ökolandbaus ins Leben gerufen und vielfältige Maßnahmen in den Bereichen Beratung, Bildung, Förderung, Forschung und Vermarktung auf den Weg gebracht. Das nun geschaffene Kompetenzzentrum Ökogartenbau ist dabei ein weiterer Baustein. Um die gesteckten Ziele allein im Obst- und Gemüsebau bis 2030 zu erreichen, müssen noch 15 Prozent der Flächen (über 3.300 Hektar) auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt werden. Die steigende Nachfrage nach Bio Obst und Gemüse, insbesondere während der letzten beiden Jahre, bietet dafür gute Voraussetzungen und zeigt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher Wert auf ökologisch erzeugte Lebensmittel legen.

Theorie und Praxis verbinden
Die Aufgabe des Kompetenzzentrums für Ökogartenbau liegt darin, bereits vorhandenes Know-how rund um den ökologischen Anbau zu bündeln und gleichzeitig durch eigene Forschungstätigkeiten neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dieses Wissen wird für die Beratung und die gärtnerischen Betriebe in der Praxis aufbereitet und soll so den Ökogartenbau in Bayern voranbringen und stärken. Bei der Koordination und Umsetzung von Forschungstätigkeiten liegt der Schwerpunkt auf sogenannter „On Farm Research“. Hierbei werden gartenbauliche Versuche in enger Zusammenarbeit mit Biobetrieben direkt auf den Anbauflächen der Gärtnerinnen und Gärtner durchgeführt. Dadurch können wichtige und aktuelle ökologische Anbaufragen praxisnah getestet und Handlungsstrategien erarbeitet werden. Die so erfassten Ergebnisse werden über Seminare und Veranstaltungen im Sinne des Wissenstransfers an die Praxis weitergegeben.

Infobox „Öko oder Bio?“: Die Begriffe sind durch die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau geschützt und stellen bestimmte Produktionsbedingungen sicher. Ob „Öko“ oder „Bio“ bzw. „ökologisch“ oder „biologisch“ macht dabei keinen Unterschied, da die Begriffe gleichzusetzen sind.

Bildunterschrift: Bringen ab sofort Bewegung in den ökologischen Obst- und Gemüseanbau in Bayern: Das neue Forschungsteam des Kompetenzzentrums für Ökogartenbau der LWG in Bamberg mit Nicolas Müller, Jonas Maußner, Patrick Nastvogel und Hildegard Cäsar. (v.l.n.r.).

Vier neue Kollegen des Kompetenzzentrums Ökogartenbau laufen im Bamberger Schaugarten.

(© LWG Veitshöchheim)

Bild in Originalgröße