Frostschäden auf fränkischen Rebflächen
Staatsministerin Michaela Kaniber verschafft sich Überblick

Mit strahlendem Sonnenschein begrüßte Mainfranken am Dienstag, den 2. Juni, Staatsministerin Michaela Kaniber. Mit bestem Blick von der Vogelsburg, oberhalb der Weinlage Escherndorfer Lump, verschafften sich Bayerns Landwirtschaftsministerin und der neue LWG-Präsident Andreas Maier zusammen mit dem Weinbauverband einen Überblick zur aktuellen Lage des Weinbaus in Franken. Denn die Eisheiligen mit den Frostnächten von Mitte Mai haben den Winzern stark zugesetzt. Je nach Anbauregion und Lage sind bis zu 60 Prozent der Anbaufläche betroffen.

Mit Temperaturen von bis zu minus vier Grad war die Nacht vom 11. auf den 12. Mai der frostige Spitzenreiter der diesjährigen Eisheiligen. Für den in den Startlöchern stehenden Weinjahrgang 2020 genau der ungünstigste Zeitpunkt: Denn aufgrund der besonders milden Temperaturen im März und April kam es zu einem besonders frühen Austrieb der Reben. Bereits geringe Minustemperaturen für eine kurze Dauer reichen so aus, dass ganze Triebe erfrieren. Eine optische Nachwehe des Spätfrostes sind nun die deutlichen Braunverfärbungen der Blätter und Triebe. Wie hoch die Ernteverluste tatsächlich ausfallen, lässt sich erst nach der Blüte und Bildung des Beerensatzes genau sagen. Bis dahin heißt es für die fränkischen Winzer trotz der weiterhin sommerlichen Temperaturen zittern.
Erster Termin für neuen LWG-Präsident
Seit 1. Juni 2020 leitet Andreas Maier als neuer Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau die Veitshöchheimer Forschungs- und Lehreinrichtung und tritt damit die Nachfolge von Dr. Hermann Kolesch an. Dieser wurde nach sieben Jahren an der Spitze der LWG in den Ruhestand verabschiedet.

Herausforderung Klimawandel

Doch nicht nur die Spätfröste setzen den Winzern zu. Auch die mit dem Klimawandel einhergehenden Wetterextreme mit langen Trockenperioden und Hitzepeaks stellen den Weinbau in Bayern künftig vor große Herausforderungen. Mit praxisorientierten Forschungsprojekten suchen die Weinbauexperten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) daher nach Lösungen. Neben dem Einsatz innovativer Bewässerungstechnik oder der Testung mediterraner Rebsorten geht es den Rebzeilen auch an die Blätter: Mit neuen Ansätzen im Laubwandmanagement wird mit der bewussten Reduzierung der Blattfläche auch eine Verminderung des Wasserverbrauches erreicht.

Einblicke in die Forschungsarbeit des Institutes für Weinbau und Oenologie (Rubrik Forschung)

Unterstützung bei Risikomanagement

Staatsministerin Michaela Kaniber setzte sich bereits intensiv dafür ein, dass die bayerischen Obstbauern und Winzer künftig beim Risikomanagement unterstützt werden. So wird es ab 2021 in Bayern eine finanzielle Unterstützung für Mehrgefahrenversicherungen (Frost, Starkregen, Sturm) geben. Die Ministerin hat dafür im Haushalt 2021/22 bereits 1,5 Millionen Euro angemeldet.