Pressemitteilung - 29. Januar 2020
Veitshöchheimer Imkerforum 2020 - Bienenforschung am Puls der Zeit

Eine „ruhige Kugel“ schieben unsere Honigbienen derzeit bei der anhaltend kalten Witterung: Denn eng beieinander sitzend in der sogenannten Wintertraube bzw. Winterkugel versammeln sie sich rund um ihre Königin, erzeugen durch Muskelbewegung Wärme und zehren von ihren Vorräten. Damit herrscht nicht nur im, sondern auch am Bienenstock Ruhe. Für die bayerischen Imkerinnen und Imker daher der ideale Zeitpunkt für fachlichen Austausch. Dazu lädt das Institut für Bienenkunde und Imkerei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) zum traditionellen Imkerforum (An der Steige 15; 12.30 bis 17 Uhr; Eintritt: 5€/Person) ein. Am Samstag, den 8. Februar stehen in Veitshöchheim dafür wieder Wissenschaft und Praxis im Dialog und die aktuelle Forschungsarbeit im Fokus.

Rückblick heißt Vorschau
Die Fachberatung des Veitshöchheimer Bieneninstitutes blickt auf das letzte Jahr zurück und berichtet über die Geschehnisse und Besonderheiten. Aber auch für das laufende Jahr stehen die globalen Brennpunktthemen Trockenheit und Klimawandel im Mittelpunkt: Denn diese bewegen nicht nur unsere Gesellschaft, sondern gehen auch an den Honigbienen nicht spurlos vorbei. Die Herausforderung, Bienenvölker besonders bei milder Witterung mit einer Brutpause über den Winter zu bringen wächst. Aber auch die Anforderung an die Varroa-Behandlung bei Temperaturen bis 40 °C im Sommer steigt. Hier sind flexible wie neue Konzepte und entsprechendes Handeln gefordert.

Aktuelles aus der Forschung
Die Experten des Institutes präsentieren in Kurzbeiträgen die Arbeit und Ergebnisse der laufenden Forschungsprojekte. So werden die Auswirkungen von Grünlandflächen-Mahd auf unsere Honigbienen, der Einfluss von Wildpflanzenmischungen zur Energiegewinnung auf Bienenvölker, die Bewertung von Klimabäumen als Bienenweide sowie die Prüfung neuer Behandlungsmittel vorgestellt. Mit der Asiatischen Hornisse und dem Kleinen Beutenkäfer sind neue Gegenspieler der Honigbienen weiter auf dem Vormarsch in Europa. Mit einem bayernweiten Monitoring-Netzwerk wurde ein Frühwarnsystem etabliert, welches ebenfalls vorgestellt wird.

Honig – ein (über)regionales Produkt
Honig ist nicht nur ein Lebens-, sondern für viele auch ein Genussmittel – ein Genuss, den schon die Höhlenmenschen zu schätzen wussten, und der sich auch „erschmecken“ lässt. Denn jeder Honig hat seine ganz eigene Note, geprägt durch die Umgebung des Bienenvolkes. Über die Reinheit des Honigs, mögliche Kontaminationen und Vermeidungsstrategien berichtet Dr. Andreas Schierling vom Bienengesundheitsdienst Bayern. Mit einem Blick in die Berufspraxis wird zudem die Arbeit eines Abfüllers vorgestellt, der Honig aus unterschiedlichsten Regionen der Welt anbietet.

In Dialog treten!
Neuerungen und aktuelle Themen aus und für die bayerische Imkerschaft sind fester Bestandteil des Programms. In diesem Jahr können die Imkerinnen und Imker die seit Jahresbeginn neu zum Veitshöchheimer Bieneninstitut dazu gestoßenen Fachberater/in für Unterfranken, Gaby Läbisch und Dr. Ronald Jäger, kennenlernen. Mit dieser neu geschaffenen Stelle einer eigenen Fachberatung für Bienenzucht in Unterfranken hat das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen lang gehegten Wunsch der Verbände nach einem Bienenzuchtberater für jeden Bezirk umgesetzt. Neben den Fachvorträgen stehen die Experten des Institutes sowie die Referenten in der Pause für Diskussionen und Fragen zur Verfügung – ein echter Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis.

Eine Hand hält eine gefüllte Wabe die mit einem Messer entdeckelt wird.

(LWG © Veitshöchheim)

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