Pressemitteilung - 14. Juni 2019
Fränkischer Silvaner aus georgischer Tonamphore

Man nehme 900 Kilogramm gesunde, angedrückte Weinbeeren, fünf Kilogramm Stielgerüste der Trauben, packe das Ganze für 9 Monate in eine georgische Tonamphore, messe ab und an Fieber und behalte damit die Gärtemperatur im Blick und überlasse der Natur ihren Lauf der Dinge. Nach dem wohl ältesten Rezept der Weinbereitung baut die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim seit 8 Jahren „Qvevri-Weine“ aus. Am Dienstag, den 18. Juni 2019, steht dafür eine ganz besondere Geburt an: Denn die Weinbau-Experten der LWG öffnen eine der beiden vergrabenen Tonamphoren, durchstechen die Weinoberfläche und entnehmen schließlich das Herzstück – den auf der Maische vergorenen Silvaner-Wein, Jahrgang 2018.

Der ganz andere Wein
Die Weinbereitung im Qvevri (Tonamphore) bedeutet Weinausbau wie vor 8.000 Jahren, der am Schwarzen Meer in Georgien seine Wurzeln hat. Doch was hat ein typischer fränkischer Silvaner vom Thüngersheimer Scharlachberg in einer handgemachten Tonamphore aus Georgien zu suchen? Mit Qvevri-Weinen gehen die Winzer in der Weinbereitung bewusst einen Schritt zurück und bauen damit direkt auf der Maische vergorene Weine aus. Diese Orange bzw. Raw oder auch Amber Wines, die aufgrund ihrer charakteristischen Bernsteinfarbe auf den ersten Blick zu erkennen sind, erfreuen sich steigender Beliebtheit und sind besonders langlebige, kräftige und hochwertige Weine. Zunehmend mehr Weinbaubetriebe setzen das Verfahren um und probieren sich darin. An welchen Stellschrauben beim Qvevri-Ausbau noch gedreht werden kann, untersuchen die Weinbau-Experten der LWG in verschiedenen Versuchsreihen.

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) lädt Sie daher herzlich zur „Geburt des Silvaner-Qvevri-Weines“ am Dienstag, den 18. Juni 2019, ab 11:00 Uhr (An der Steige 15, 97209 Veitshöchheim) ein. Nach dem Öffnen der Amphore erfolgt die Entnahme des Weines mit anschließender Befüllung in einen CO2-Tank zwecks Oxidationsschutz. Für fachliche Auskünfte stehen die Experten des Institutes für Weinbau und Oenologie vor Ort zur Verfügung. Zudem besteht die Möglichkeit, im Qvevri ausgebaute Weine im Vergleich zu herkömmlich ausgebauten Weinen (Edelstahltank) zu verkosten.