Pressemitteilung - 17. Januar 2019
Biene trifft Veitshöchheim: Imkerforum 2019

Noch schieben unsere Bienen eine, im wahrsten Sinne des Wortes, ruhige Kugel. Denn die kalte Jahreszeit verbringen die fleißigen Honigsammler dicht gedrängt in der Wintertraube (Winterkugel) in ihrem Bienenstock. Doch während die Bienen ihre wohlverdiente Winterruhe halten, geht es an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) am Samstag, den 2. Februar 2019 (ab 12.30 Uhr, Aula der Staatlichen Meister- und Technikerschule), bereits turbulent zu. Auch in diesem Jahr steht das traditionelle Imkerforum, die Pflichtveranstaltung für alle bayerischen Imker, wieder unter dem Motto „Wissenschaft und Praxis im Dialog“. Neben Einblicken in die laufende Forschungsarbeit des Institutes für Bienenkunde und Imkerei werden vielfältige Vorträge und ein Erfahrungsaustausch angeboten.

Belegstellen als Ressource
Belegstellen sind die genetischen Ressourcen unserer Bienen und damit die Grundlage für regional angepasste Ökotypen. In ganz Bayern sind 27 staatlich anerkannte Belegstellen aktiv, die den Imkern vor Ort eine gezielte Bienenzucht ermöglichen. Die Fachberatung für Bienenzucht informiert über die Möglichkeiten, auch mit geringen Völkerzahlen Belegstellen gezielt zu nutzen und den Zuchtfortschritt in die Fläche zu bringen.

Siebter Sinn gegen Varroa
Der 1977 ursprünglich aus Südostasien eingeschleppte Parasit macht auch den bayerischen Bienen nach wie vor das Leben schwer. Bienenexperten aus ganz Deutschland sind daher auf der Suche nach Arbeiterinnen mit einem besonders ausgeprägten Bruthygieneverhalten. Denn diese können einen Varroa-Befall durch die verschlossenen Zelldeckel der Brut „erkennen“. Mit dem Ausräumen der befallenen Zellen wird der Vermehrungszyklus unterbrochen. Sorgt die Varroa-Toleranzzucht (SMR/VSH) vielleicht bald für einen Silberstreifen am Horizont?

Einem Geheimnis auf der Spur
Drohnensammelplätze sind ein bisher immer noch nicht vollständig geklärtes Mysterium: Was macht einen Sammelplatz aus? Und wie finden die Drohnen überhaupt dort hin? Seit 2017 sind die Experten aus Veitshöchheim auf detektivischer Spurensuche und begeben sich mit modernster Technik auf Augenhöhe von Bienenkönigin und Drohnen. Um dem Geheimnis der Sammelplätze auf die Spur zu kommen, wurden mithilfe eines Oktokopters Flugverhalten und Flugrouten erfasst. Die Ergebnisse des Hochzeitsfluges bringen jetzt Licht ins Dunkel.

In Dialog treten
Auch Neuerungen und aktuelle Themen der bayerischen Imkerschaft sind Teil des Programms und werden von der Fachberatung vorgestellt. Nach einem Rückblick auf 2018 wird der Fokus auf die Zielsetzung der Fachberatung für das anstehende Bienenjahr gelegt. Neben den Fachvorträgen stehen die Experten des Institutes sowie die Referenten in einer einstündigen Pause für Diskussionen und Fragen zur Verfügung – ein echter Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis!