Pressemitteilung - 30. Juli 2018
Drohnentechnik im Weinberg: Die Jagd nach dem „Blauen Gold“

Derzeit zeigt der Sommer 2018 was in ihm steckt und dass er durchaus das Zeug dafür hat, an den Jahrhundertsommer 2003 nahtlos anzuknüpfen. Aufgrund des „Backofenwetters“ raten daher die Experten, die tägliche Wasserration um einen Liter zu erhöhen, um Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwächegefühl vorzubeugen. Während der Mensch einfach zur Flasche greifen kann, ist die Wasserversorgung im Weinbau mit einem erheblichen Technik- und Kosteneinsatz verbunden, um das „Blaue Gold“ zum Rebstock zu bringen. Doch nicht nur der Weg, sondern der effiziente Einsatz von Wasser ist das Ziel. Die Experten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) erobern daher den Luftraum über dem Weinberg, um mit modernster und fliegender Messtechnik den Trockenstress – und damit den idealen Bewässerungszeitpunkt – zu erfassen.

Nicht mit Hut, Lederjacke und Peitsche: Die Ausrüstung, die „Abenteurer“ Dr. Daniel Heßdörfer vom Institut für Weinbau und Oenologie, für seine ganz besondere Mission in den fränkischen Weinbergen braucht, ist deutlich moderner: Ein Oktokopter (Drohne mit acht Rotoren), ausgestattet mit modernster Messtechnik erobert den Luftraum über dem Weinberg, um die akute Trockenstresssituation der Weinstöcke mittels Infrarotkamera zu erfassen. Das Credo dabei: Den Weinstock erst dann mit Wasser zu versorgen, wenn der Stock selbst und nicht der Winzer Trockenstress leidet. Die Drohne, die in vorbestimmten Flugbahnen den Weinberg abfliegt, erfasst die Temperaturveränderung in der Laubwand – und zwar rebstockgenau. Denn leidet der Rebstock unter Trockenstress, steigt auch die Blatttemperatur – höchste Zeit also, die Wasserzufuhr zu starten.