Der (hoffentlich) grüne Star zum Fest
Regional und nachhaltig: Der Christbaum vor der Haustür

Der Countdown läuft: nur noch wenige Tage bis Weihnachten! Während man so langsam in Sachen Christkindunterstützung beim Geschenkekauf in die Pötte kommen sollte, hat der Baumkauf keine Eile – denn je frischer, desto länger die Freude. Auch in diesem Jahr stehen die Chancen für weiße Weihnachten eher schlecht. Doch rieseln wird es trotzdem – wenn nicht draußen, dann im Wohnzimmer: Denn leise rieselt die Nadel! Damit die rund 200.000 Nadeln (im Durchschnitt) aber möglichst lange am Weihnachtsbaum bleiben und der „Immergrüne“ so seinem Namen auch gerecht wird, kann man einiges tun. Nicht nur die Wahl der Baumsorte, sondern auch ein offenes Auge beim Kauf, die richtige Zwischenlagerung bis zu seinem strahlenden Auftritt am 24.12. reduzieren dabei den Staubsaugereinsatz. Das Wichtigste jedoch: Je frischer der Baum, desto länger die Freude daran!

Nachfrage ungebrochen hoch

Ein stattlicher Christbaum gehört zu einem gelungenen Weihnachtsfest einfach dazu. Besonders beliebt ist die Nordmanntanne (Abies nordmanniana), die in Deutschland ein Marktvolumen von 75 Prozent ausmacht. Zu finden sind die Bäume nicht nur an speziellen Verkaufsständen, sondern auch in Bau- oder Supermärkten. Dabei nehmen die Käufer oft fälschlicherweise an, dass die Tannen aus regionalen Wäldern stammen. Tatsächlich wird ein Großteil in professionellen Weihnachtsbaumplantagen produziert, in denen die Bäume acht bis zehn Jahren heranwachsen, bis sie geschlagen werden. Eine solche landwirtschaftliche Produktion ist notwendig, da die deutsche Forstwirtschaft die jährliche Nachfrage von rund 30 Millionen Bäumen alleine nicht stemmen könnte.
Mehrere Bücher "100 Genussorte Bayern" übereinander gestapelt auf einem Holztisch liegend

Warmuth/StMELF

Der besonders „grüne“ Christbaum

Auch Importware, in erster Linie aus Dänemark, Polen und Tschechien, spielt eine wichtige Rolle. Dort werden die Bäume allerdings häufig bereits in den Sommermonaten geerntet und bei frostigen Temperaturen bis zur Adventszeit zwischengelagert. Wer also Wert auf einen erntefrischen Baum legt, sollte daher auf regionale Ware setzen. Manche Weihnachtsbaumbetriebe bieten sogar Anlagen zum Selbsternten an. „Nicht nur Frische und hohe Qualität sind schlagkräftige Argumente, ein Christbaum aus Bayern stärkt zudem die regionale Wirtschaft, schafft Arbeitsplätze und hilft, Ferntransporte quer durch Europa zu vermeiden“, betont Staatsministerin Michaela Kaniber. Auch der Bio-Christbaumanbau rückt zunehmend in den Fokus. Beim Anbau wird dafür auf Nützlingsförderung (Marienkäfer, Schlupfwespen) und Kompost gesetzt, was den Baum damit wohl zum „grünsten Christbaum“ macht.

Tipps & Tricks für den großen Auftritt

Damit der Weihnachtsbaum ab dem 24.12. auch seinen großen Auftritt bekommt und nicht nur bei den Kleinen für glänzende Augen sorgt, sollten einige Punkte beachtet werden:

  • Vor allem die Nadeln sind beim Kauf ein eindeutiger Frischeindikator. Während grün glänzende Nadeln auf einen frisch geschlagenen Baum hindeuten, sind matte, spröde und damit stechende Nadeln ein Zeichen dafür, dass der Weihnachtsbaum in spe schon länger keinen Bodenkontakt und damit Wasserversorgung hatte.
  • Doch nicht nur das grüne Nadelkleid, sondern auch die Schnittfläche am Stamm sollte einer genaueren Betrachtung unterzogen werden. Ist die Fläche noch leicht Grün und feucht, stand der Baum vor Kurzem noch im Wald bzw. auf dem Acker. Eine bereits ergraute Schnittfläche ist ein Zeichen dafür, dass der Baum längere Zeit ohne Wasser auskommen musste und bereits am Austrocknen ist.
  • Ebenso wichtig wie das Wasser im Tannenbaumständer ist ein geschützter Stellplatz. Nicht zu sonnig und zugig sollte es dabei zugehen, denn beides begünstigt den Welkeprozess, wie man es auch von Schnittblumen kennt.

Weihnachtsbaum tritt Biodiversität

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) widmet sich seit diesem Frühjahr zusammen mit dem Gartenbauzentrum Bayern Nord in Kitzingen dem nachhaltigen Weihnachtsbaumanbau. Dabei werden in einem Forschungsprojekt verschiedene Blühmischungen und Grüneinsaaten, die unter den Weihnachtsbäumen gedeihen, näher untersucht. Solche Begrünungsmaßnahmen versorgen nicht nur die Pflanzen mit wertvollen Nährstoffen, sondern bieten auch einen Rückzugsort für Insekten aller Art und fördern somit die Biodiversität im Weihnachtsbaumbestand. In diesem Jahr war der Anbau aufgrund der hohen Temperaturen und der Trockenheit allerdings besonders kniffelig. Insbesondere frisch gepflanzte Tannensetzlinge hatten Mühe anzuwachsen.