Gartentipp
Pflanz dein eigenes Obst!
26. Oktober 2020

Obst aus dem eigenen Garten gewinnt immer mehr Liebhaber. Das erfahren auch die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie am Gartentelefon. Der Herbst ist eine ideale Zeit für das Pflanzen von Obstgehölzen. Baumschulen und anderen Gartenfachgeschäften bieten nun eine besonders große Auswahl.

Bei der Pflanzung eigener Obstgehölze greift man gerne auf Liebhaber- oder Lieblingssorten zurück, die der Obsthandel nicht oder nur selten anbietet. So wird der Garten zur besonderen Obst-Oase mit saftigen und leckeren Früchten.

Pflanzung im Herbst

Die Pflanzen gehen in die Wachstumsruhe, wenn die Blätter bunt färben und abfallen. Die Wurzeln jedoch wachsen bei ausreichend warmem Boden und Feuchtigkeit weiter. Somit profitieren Neupflanzungen davon und bilden noch vor dem Winter neue Wurzeln. Herbst- und Winterniederschläge bringen Feuchtigkeit in den Boden. Die Pflanze erhält ideale Startbedingungen für den Austrieb im Frühjahr und übersteht Trockenperioden besser. Solange der Boden nicht gefroren ist, können Sie Gehölze pflanzen. Besonders in Gebieten mit milden Wintern und trockenen Sommern ist eine Herbstpflanzung ideal.

Eine Herbstpflanzung eignet sich für alle nicht frostempfindlichen Obstgehölze. Dazu zählen Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge sowie Beerensträucher wie Johannis- und Stachelbeere. Sie bilden dann einen kräftigen Austrieb im Frühjahr. Lediglich Pfirsich, Aprikose, Tafeltraube sowie andere frostempfindliche Obstarten wie Brombeere, Kiwi, Feige pflanzt man besser im Frühjahr, um den ersten Winter zu umgehen. Auch in sehr rauen Gebieten, wo es schon bald stärkere Fröste gibt, verschiebt man die Arbeiten auf das nächste Frühjahr.

Wurzelnackte Pflanzware

Ab Mitte Oktober, wenn das Laub beginnt von den Pflanzen abzufallen, roden die Baumschulen ihre angezogenen Gehölze von den Feldern und bieten das Baumobst als Hoch- und Halbstämme häufig wurzelnackt an. Wurzelnackte Ware steht nicht in einem Topf (Container). Die Erde wurde von den Wurzeln großzügig abgeschüttelt. Wurzelnackte Pflanzen sind in der Regel preisgünstiger als Topfware. Schützen Sie die empfindlichen Wurzeln bis zum Einpflanzen vor dem Austrocknen durch Sonne und Wind. Bedecken Sie deshalb die Gehölzwurzeln kurzzeitig mit Erde oder schlagen Sie sie in einen feuchten Jutesack ein, wenn Sie nicht gleich zum Einpflanzen kommen. Beschädigte Wurzeln werden bis zur Bruchstelle abgeschnitten.

Obstgehölze aus dem Topf

Getopfte Pflanzen (Containerpflanzen) können fast das ganze Jahr einen Platz im Garten bekommen. Aber auch hier hat sich die Pflanzung im Herbst bewährt. Oft sind es kleinbleibende Baumobstarten und -sorten auf schwachwachsenden Veredlungsunterlagen oder Beerensträucher. Diese eignen sich für Gärten mit wenig Platz. Nicht nur, dass die Krone kleiner bleibt, auch lassen sich schmale Spaliere ziehen. Selbst ohne Garten finden die Pflanzen einen Platz: auf dem Balkon gedeihen sie mehrere Jahre in einem entsprechend großen Topf. Dann müssen Sie auf ausreichend Winterschutz achten.

Das Pflanzen

Grundsätzlich sollte das Pflanzloch mindestes doppelt so groß wie der Wurzelstock sein. Es ist auch sinnvoll den weiteren Bodenbereich zu lockern. Das erleichtert das Einwurzeln und beseitigt Verdichtungen im Untergrund. Mischen Sie den ausgehobenen Gartenboden mit etwa einem Drittel Pflanzerde und noch etwas Kompost. Bei sehr schweren lehmigen Böden sollten Sie noch Splitt oder Kies unterheben. Nun kommt die Pflanze dran: Ist sie wurzelnackt, werden nur verletzte und zu lange Wurzeln gekappt. Bei Topfware ist es wichtig den Wurzelballen aufzureißen und einen Teil der Wurzeln freizulegen. Haben sich schon sogenannte Ringwurzeln gebildet, müssen diese aufgerissen oder mit der Schere oder dem Messer aufgeschnitten werden. Sonst besteht die Gefahr, dass die Wurzeln nur im Ring weiterwachsen und sich nicht im Gartenboden verankern und Halt finden. Füllen Sie das Pflanzloch mit der vorbereiteten Erde, aber pflanzen Sie nicht zu tief. Nur wenig Erde sollte über der ursprünglichen Pflanztiefe liegen. Nun wird noch etwas festgedrückt und selbst bei nassem Boden mit einem weichen Wasserstrahl angegossen, damit die Wurzeln guten Kontakt mit dem Gartenboden bekommen.