Gartentipp
Apfelbeere – die blau-schwarze Superfrucht
10. August 2020

Superfood aus dem eigenen Garten? „Mit der Apfelbeere ist das kein Problem“, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Jetzt reifen die dunklen, kugeligen Beeren am Strauch. Als „Ganzjahrespflanze“ wächst die genügsame Apfelbeere (Aronia) im Garten und sogar in Gefäßen.

Der Anbau von Aronia nimmt allgemein zu, da die Früchte wertvolle Inhaltsstoffe besitzen. Immer mehr findet man die gesunde Frucht in Müsliriegel, Säften oder als getrocknete Ware; und dies nicht nur in Reformhäusern.

Gesunde Früchtchen

Die prallen, fast schwarzen, rohe Früchte eignen sich für den Frischverzehr nur bedingt. Selbst bei Vollreife sind sehr herb und adstringierend trotz hohem Fruchtzuckergehaltes. Dies zeugt von wertvollen, gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Besser lassen sich die Früchte verzehren, wenn man sie wie Rosinen trocknet oder gar natürlicherweise am Strauch eintrocknen lässt. Dann mischt man die Beeren einfach in das Müsli oder den Joghurt. Auch zu Säften, Smoothies und Fruchtaufstrichen können sie verarbeitet werden. Obstarten wie Apfel, Birne und Zwetschge eigen sich gut als Mischungspartner, um den herben Geschmack der Apfelbeere zu mildern. Auffallend ist der äußerst stark färbende Fruchtsaft, weshalb Aronia auch zur industriellen Färbung von Lebensmitteln verwendet wird. Selbst eine Mischung von Apfel- und Aroniasaft im Verhältnis 7:1 bringt noch eine violette Farbe.

Eine Pflanze für das ganze Jahr

Es gibt nicht viele „Ganzjahrespflanzen“. Die Aronia gehört jedoch dazu. Jetzt reifen die violett-schwarzen, oft wachsartig überzogenen Früchte. Erbsengroß stehen bis zu 15 Stück in einer Dolde. Später schmückt den Strauch eine leuchtend rote Herbstfärbung der Laubblätter. Im nächsten Frühjahr erscheinen zunächst glänzende hellgrüne Blätter, die im Laufe des Sommers immer dunkler werden. Wenn die Spätfröste im Mai vorüber sind öffnen sich cremeweiße bis blassrosa Blütendolden, wobei eine einzelne ein wenig an kleine Apfelblüten erinnern. Durch die späte Blütezeit sind Aronien wichtige Bienen und Insektenpflanzen. Im Laufe des Sommers entwickeln sich dann die schließlich dunkel verfärbten Früchte.

Pflegeleicht im Garten

Der zu den Rosengewächsen gehörende Strauch ist sehr frosthart und robust. Selbst Schädlinge und Krankheiten kennt er kaum. Auch die gefürchtete Kirschessigfliege schädigt (bis jetzt) kaum. Solange der Gartenboden humos ist und weder Verdichtungen aufweist noch zu lehmig ist wächst die Apfelbeere gut. Bei sehr kalkhaltigem Standort können Blattaufhellungen durch Eisenmangel auftreten. Volles Sonnenlicht lässt einen schönen, lockeren Wuchs erwarten. Allerdings wächst sie langsam, so dass es einige Jahre dauert bis die endgültige Höhe von eineinhalb bis höchstens zwei Metern erreicht wird. Lediglich ältere Triebe schneidet man, vor allem im Inneren, gelegentlich bodennah ab. Die Apfelbeere ist selbstfruchtbar, weshalb schon eine Pflanze im Garten genügt, um Früchte ernten zu können. Besserer Ertrag stellt sich jedoch durch eine zweite Aronia-Sorte ein.
Selbst in einem Kübel wächst die Apfelbeere und kann deshalb den Balkon oder die Terrasse bereichern. Auch beim „Urban Gardening“ können die Pflanzen ihren Platz finden. Verwenden Sie beim Kultivieren in Gefäßen am besten Kübelpflanzenerde. Die Aronia ist ausreichend frosthart. Lediglich bei stärkeren Frösten sollte der Topfbereich geschützt werden.
Die Aronia trägt zur Biodiversität bei. Sie schmückt als Einzelpflanze, lässt sich aber auch in den Obstgarten oder gar in eine lockere freiwachsende Hecke integrieren. Außerdem sind die Blüten eine Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Bleiben die Früchte über den Winter hängen, so fressen Vögel die getrockneten Früchte.
Hat Sie die Superfrucht überzeugt? Dann pflanzen Sie diese im Herbst und verwenden Sie spezielle Fruchtsorten, da diese größere Einzelbeeren liefern. Beispielsweise 'Aron', 'Viking', 'Nero' und 'Rubina' sind in gut sortierten Baumschulen oder auch im Versandhandel erhältlich.

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