Gartentipp
Die Schwebfliege - Fliege im Wespenkostüm
29. Juli 2019

Bei sonnigem, warmem Wetter fallen sie auf – Insekten mit wespenähnlicher Zeichnung schwirren in großer Zahl um verschiedene Blüten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Schwebfliege als wichtigen Nützling im Garten vor.

Im Frühjahr hatten wir eine hohe Blattlauspopulation an vielen Pflanzen. Deshalb treten nun nachfolgend viele Nützlinge auf. Dazu gehört auch die vielgestaltige Schwebfliege.

Unbekanntes Flugobjekt?

Schwarz-gelb gestreifte Fluginsekten werden häufig für Wespen gehalten. Doch das ist nur ein Täuschungsmanöver zur Abschreckung vor Fressfeinden. Die Wespenzeichnung der erwachsenen Schwebfliegen dient zur Warnung und zum Schutz. Charakteristisch ist der Flugstil. Durch den schnellen Flügelschlag scheint es, als ob die Tiere an einer Stelle schweben, um im nächsten Moment den Standort zu wechseln. Das Fehlen der Wespentaille, des zweiten Flügelpaares und die kurzen Fühler sind weitere Unterscheidungsmerkmale zwischen Schwebfliegen und Wespen.

Warum brauchen wir dieses Insekt im Garten?

Die Nahrung erwachsener Schwebfliegen besteht aus Pollen und Nektar. Deshalb spielen sie bei der Blütenbestäubung eine wichtige Rolle. Im Sommer sind sie häufig auf Dolden- und Korbblütlern sowie auf Hahnenfuß- und Rosengewächsen zu finden.
Das eigentlich wichtige Nützlingsstadium ist die grünlich bis gelblich gefärbte, manchmal fast durchsichtig erscheinende, Larve der Schwebfliege, die beim ersten Blick kleinen Nacktschnecken ähnelt. Obwohl Schwebfliegenlarven blind sind und keine Füße besitzen, können sie ganze Pflanzen nach Blattläusen, Blutläusen, Räupchen, kleinen Käferlarven und Spinnmilben absuchen. Während des Larvenstadiums verzehren sie mehrere hundert Stück. Da Schwebfliegenlarven keine Augen haben, kreisen sie mit dem Vorderteil ihres Körpers durch die Luft, um so die Beutetiere zu ertasten. Ist ein Opfer gefunden, wird es mit dem Mundhaken gepackt, hochgehoben und ausgesaugt.

Entwicklung der Schwebfliege

Die vielgestaltigen Schwebfliegen sind oft schon von Ende März bis zum September in den Gärten anzutreffen. Die Weibchen legen mehrere Hundert Eier am liebsten inmitten von jungen Läusekolonien. Nach etwa acht bis 15 Tagen Entwicklungszeit verpuppen sich die Larven. Diese tropfenförmigen Puppen kleben häufig an Blattunterseiten. Nach weiteren sieben bis 14 Tage schlüpfen schließlich junge Schwebfliegen, von denen die Weibchen bald wieder neue Eier in der Nähe von Blattlauskolonien ablegen. Jedes Jahr entstehen bis zu fünf Schwebfliegen-Generationen.

Förderung von Schwebfliegen im Garten

Integrieren Sie in Ihrem Garten Lieblingspflanzen der Schwebfliege: Korbblütler und Doldenblütler. Auch weitere nützliche Insekten werden sich einfinden, um das Gleichgewicht von Schädling zu Nützling zu erhalten. Verzichten Sie auf Bekämpfungsmaßnahmen gegen Blattläuse, denn jeglicher chemischer Pflanzenschutz stört nicht nur die empfindlichen Schwebfliegenlarven, sondern das ganze natürliche Gleichgewicht. Mechanische Maßnahmen wie z. B. das Abstreifen der Schädlinge mit dem Finger oder Rückschnitt stark befallener Pflanzenteile sind meist ausreichend.