Gemüseblog
Walnusslaub auf die Beete?
13. Oktober 2020

Herbstlaub ist Wertstoff, und damit viel zu schade für den Wertstoffhof. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie liefern die Erklärung.

Immer wieder hört man, Walnusslaub und andere lederartige Blätter von Bäumen seien schlecht für den Boden – schließlich wachse ja unter Walnussbäumen fast keine Pflanze.

Dies liegt jedoch eher am Licht- und Wassermangel unter einem großen Baum als am Laub. Ja es stimmt schon: Manche hartlaubigen Blätter wie von Walnuss, aber auch von Kastanie oder Eiche verrotten langsamer als weiche Blätter von Haselnuss oder Holunder. Das liegt aber weniger an den oft genannten „Gerbstoffen“ als vielmehr am höheren Verholzungsgrad der härteren Laubarten.
Gerbstoffe sind für die Mikroorganismen kein größeres Problem. Holzigere Pflanzenmaterialien enthalten demgegenüber einfach weniger stickstoffhaltige Blattmasse, die die mikrobielle Verrottung beschleunigen könnte.
Alle Laubarten sind somit Wertstoff im Garten. Am besten bleibt Laub als gut fünf cm starke Mulchschicht an Ort und Stelle, zwischen Staudenpflanzungen, liegen. Dickere Auflagen recht man vorsichtig ab von niedrigeren Stauden. Von Rasen-, Wege- und Terrassenflächen muss man es ebenfalls abkehren. Dieses Material ist hervorragend als Deckmaterial für Gemüsebeete geeignet, vor allem für leichtere Böden. Es unterdrückt unerwünschten Unkrautwuchs im zumeist langen, aber sehr milden Winter.
Bis zum Frühjahr verrottet es zum Teil, störende Übermengen dienen als Mulchmaterial für Rosen oder Beetstauden. Oder man lagert sie sie auf einem Haufen an der Seite. Sobald sich die Beete im Frühjahr leicht erwärmt haben, kann das Laub wieder zurück, zum Beispiel zwischen die Kohl- oder später auch Tomatensetzlinge.