Gemüseblog
Kohlhernie – abhängig vom Boden
16. September 2020

Ausnahmsweise berichten wir heute nicht aus dem Gemüseschaugarten – es geht um Anfragen zu Kohlhernie aus Gärten mit sandigen Böden, zum Beispiel aus dem Großraum Nürnberg, Ostbayern oder aus dem Spessart.

Dort gelingt der Anbau von Kohl und insbesondere vom besonders anfälligen Chinakohl oft kaum noch. Hier im Schaugarten in Veitshöchheim auf Kalkverwitterungsboden ist Kohlhernie sehr unwahrscheinlich.

Kohlhernie zeigt sich ab Frühsommer in Form weißer Knollen im Wurzelgeflecht, die bis Spätherbst verfaulen und wieder unzählige Erreger in den Boden entlassen. Die oberirdischen Pflanzenteile bleiben oft kümmerlich. Kohlhernie wird durch einen Pilz verursacht, der jahrelang im Boden ausharren kann, bis wieder eine Kohlkultur kommt. Bei mäßigem Befall kann es sinnvoll sein, nach einer mehrjährigen Anbaupause vor dem nächsten Kohlanbau genau in das vorgesehene Beet ca. 150 g kohlensaurem Kalk einzuarbeiten. Versuche haben gezeigt, dass es den Kohlherniebefall ähnlich wirksam vermindert wie der früher gebräuchliche Kalkstickstoff. Kohlpflanzen sollten dann baldmöglichst geerntet und sofort gerodet werden. Die Strünke entfernt man mitsamt der vorhandenen Knollen möglichst vollständig, einfach um das neue Befallsniveau niedrig zu halten. Um dann nach vier bis sechs Jahren auf gleicher Fläche wieder einen neuen Versuch zu starten. Die Wurzelteile kommen in den Bioabfall, die Blätter können im Garten verbleiben.
Übrigens: Wer in Strunknähe Knollen an Kohlwurzeln hat, die beim Aufschneiden Fraßgänge aufweisen, der hat es mit dem Kohlgallenrüssler zu tun.