Gemüseblog
Schönheit oder Nahrung für Gartentiere?
1. Juli 2020

Attraktive Blüheinsaaten versorgen unzählige Insekten mit Pollen und Nektar. Das Ziel aller Blühpflanzen ist dabei ein reichlicher Samenansatz. Er bietet dann zugleich Nahrung für Vögel und andere Gartentiere.

Viele dieser Samenkapseln sind zwar oft erstaunlich elegant geformt, letztlich aber braun und in Mengen aus der Ferne unansehnlich. Manche üppigeren Pflanzen legen sich beim Abreifen manchmal auch um, und unter den liegenden Stängeln beginnt dann bereits die natürliche Verrottung der weichen Blätter. Dort regt sich dann zwar oft erstaunlich üppiges Bodenleben – als dekorativ empfindet die Situation aber niemand.

Gemeindliche Bauhöfe kennen das Problem: Sie bekommen dann oft Beschwerdeanrufe, die fragliche Flächen seien schlampig und ungepflegt, wo denn die Mitarbeiter zum Mähen seinen?
Unsere Schaufläche hat seit vorigem Jahr eine zeitweilig aufsehenerregende Blütenpracht am Rand. Derzeit sind jedoch Mohn, Kalifornischer Goldmohn und auch das Steinkraut teilweise verblüht, sie haben reichlich Samen angesetzt. Unten am Boden regen sich bereits weitere Jungpflanzen aus Samen, die bereits im Vorjahr ausgefallen sind.
Mit einem vorsichtigen Pflegedurchgang wollen wir jetzt einen guten Kompromiss finden zwischen einem laufend attraktiven Anblick, der Förderung von Neuaufwuchs und zugleich auch einer gewissen Menge an Samen für Distelfink und andere.
Dazu entfernen wir völlig abgetrocknete Mohnpflanzen, die zum Großteil bereits ihre Samen ausgestreut haben, seitlich umgefallenen Goldmohn, der unzählige Samenkapseln trägt und einen Teil des seitlich überhängenden Steinkrautes (Alyssum). Zugleich schaffen wir damit Platz zum Beispiel für die aufblühenden Sonnenhüte, die sich dann mit Sicherheit auch weiter in die Breite ausdehnen werden und zusätzliche Blüten ansetzen werden. Im Hintergrund dürfen dabei auch einige der dürren Pflanzen mit ihren nahrhaften Samenkapseln stehen bleiben.
Im Unterwuchs entfernen wir alles, was „Unkraut“ ist – das sind Arten, die sehr starkes Ausbreitungspotential haben und zugleich kaum etwas für unsere Gartentiere zu bieten haben, zum Beispiel Unkrauthirsen oder Sauerklee (Horn-Sauerklee Oxalis corniculata). Zudem lassen wir ein breites Sortiment von Jungpflanzen aller Blühmischungsbestandteile stehen, die kleinere Lücken, die sich vielleicht beim Pflegedurchgang ergeben, schnell schließen werden. Und dann wohl bis weit in den Herbst hinein den Blütenreigen aufrecht erhalten werden.