Gemüseblog
Schafkälte – Wolle weg vom Schaf und drauf auf’s Beet
18. Juni 2020

Der Schafschur in der ersten Junidekade folgen sehr häufig kühlere Tage. Das war auch heuer so, die Nächte brachten oft nur einstellige Temperaturen.

Für uns Gärtner bietet sich im ländlichen Raum oft die Möglichkeit Schafvliese zu ergattern. Diese flächigen Wollmatten sind heute kaum verkäuflich, wenn sie im Vorfeld nicht ganz besonders sauber gehalten wurden – was sich dann aber auch nicht lohnt. Umso besser für unsere Gartenbeete. Natur-Wolle ist wie Hornmehl ein guter Stickstoffdünger mit 12 bis 14 % Stickstoffgehalt.

Als Mulchmaterial für unsere Beete bewahren sie die Oberfläche vor Verkrustung und halten sie offenporig. In der Hochsommerhitze halten die Wollfasern den Boden kühler, sie verringern die unnötige Verdunstung von Wasser nach dem Gießen oder nach Regenfällen spürbar. Von unten her werden die Wollfasern langsam mikrobiell aufgeschlossen und setzen so ihre Nährstoffe frei. Schneller erfolgt die Freisetzung, wenn die Vliesflocken mit Erde bestreut werden.
Besonders vorteilhaft lassen sich Wollvliese für Kisten und Balkonkästen nutzen: Einfach in den unteren Teil eine kleine Matte von der Wolle abzupfen und einlegen. Sie wird sich im Lauf des restlichen Sommer „auflösen“ und so ihre Nährstoffe freigeben – also ein echter Langzeitdünger.
Schafwolle bei der Neupflanzung von Obstbäumen in das Pflanzloch eingebracht ist nicht nur schon erwähnter Langzeitdünger, der Geruch hält wohl auch Wühlmäuse fern.