Gemüseblog
Die Läuse kommen
27. Mai 2020

Schon vor der Frostnacht zum 12. Mai gab es erste Blattläuse an verschiedenen Kulturen, wohl aufgrund der anhaltend milden und vor allem trockenen Witterung in den Wochen vorher. Der Frost konnte den Tieren nichts anhaben.

Dennoch haben sich die Läusekolonien seitdem nur langsam weiter entwickelt. Wenn es jetzt wärmer und trockener wird, müssen wir dann auf alle Fälle mit starkem Befall rechnen.

Bei Dicker Bohne, die in jedem Jahr zuverlässig befallen wird, haben sich einige Triebspitzen bereits schwarz besiedelt. Weil der Befall einem aufmerksamen Gärtner keine Überraschung sein darf, lassen sich die Läuse dieser wenigen Triebspitzen – es fängt immer nur mit wenigen Triebspitzen an – einfach mit sanftem Fingerdruck zerreiben. Am nächsten Tag nochmals nachgearbeitet, und in der Folgezeit ab und an kontrolliert: So stellt sich die Frage nach einem geeigneten Spritzmittel gar nicht. Die kleinen Fingerbewegungen sind schneller gemacht als ein Gang in den Keller zum Spitzgerät, dem Zubereiten der Spritzbrühe und dem anschließenden Reinigen des Gerätes. Das gilt erst recht für aufwändige Zubereitungen aus Brennnesseln oder ähnlichem – es ist gar nicht nötig.
Sehr gut zugänglich sind auch die ersten Läusefamilien unter den imposanten Knospen der Artischocken – das sind übrigens auch Bohnenläuse.
Im Vorjahr trafen wir nach den Ferien auf einen bereits weiter fortgeschrittenen Befall an Dicker Bohne. Ihn stoppten wir durch einen feinen Wasserstrahl aus dem Schlauch: Wasser nur wenig aufdrehen, Öffnung des Schlauches mit dem Daumen abdecken und nur einen feinen Strahl austreten lassen. Damit eine Triebspitze nach der anderen gezielt abspritzen. Notfalls am nächsten Tag mit den Fingern nacharbeiten.