Gemüseblog
Schafwolle als Dünger
19. Juni 2019

Die Zeit um die erste Juniwoche heißt auch „Schafkälte“. Es ist nämlich die Zeit der jährlichen Schafschur. Der Schafpelz wird um gut fünf Zentimeter zurückgenommen, übrig bleibt nur eine knapp ein Zentimeter hohe Stoppelfrisur – sicherlich ein ganz ungewohntes Kältegefühl für die Tiere.

Heuer haben wir vom Halter einiger Schafe frisch geschorene Wolle angeboten bekommen. Wir nutzen sie sehr gerne zur Bodenverbesserung und gleichzeitig zur Düngung. Wolle besteht wie auch die klassischen Horndünger zu gut 12 Prozent aus Stickstoff. Wird sie leicht in den Boden eingearbeitet oder teilweise mit Erde bedeckt, ist sie willkommenes Futter für die Bodenorganismen. Sie schließen die Nährstoffe der Wolle im Lauf des Sommers auf und bauen sie ab. Sie lässt sich auch als leichte Decke auf den Grund von Pflanzgefäßen legen, bevor das Substrat eingefüllt wird. So wirken die Wollflocken belüftend und drainierend. Wer frische Wolle im Gewächshaus anwendet, muss für ein paar Tage mit einem leichten Geruch nach Schafstall leben.
Ein kleiner Nachteil frisch geschorener Wolle können die manchmal noch vorhandenen Unkrautsamen sein, die im Fell anhaften. Da gilt es in der Folgezeit einfach etwas aufmerksam zu sein, jedenfalls wenn oberflächennah gemulcht oder eingearbeitet wird.