Asiatischer Laubholzbockkäfer
Der Asiatische Laubholzbock (ALB) in Kelheim

Asiatischer Laubholzbockkäfer

Foto: LFL

Experten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) haben Anfang April 2016 im Kelheimer Hafen an rund 20 Ahornbäumen einen Befall mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) festgestellt. Die DNA-Untersuchung einer Larve brachte Gewissheit. Anlass für die Kontrolle war die Verdachtsmeldung eines aufmerksamen Mitarbeiters des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Abensberg.

Im Rahmen der vorgeschriebenen Einfuhrkontrollen werden Paletten- und Verpackungsholz von geschulten Mitarbeitern auf Quarantäneschädlinge kontrolliert. Seit Anfang 2016 sind auch Umgriffskontrollen um Steinimporteure obligatorisch. Bei der Kontrolle des unmittelbaren Umfeldes eines Betriebes fielen charakteristische Merkmale des ALB an Bäumen in der Hafenstraße auf. Genauere Untersuchungen bestätigten diesen Verdacht.
Fast alle heimischen Laubholzarten gefährdet
Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein aus Asien eingeschleppter Baumschädling. In der Regel gelangen die Larven über fehlerhaft behandelte Paletten mit Steinimportware aus China zu uns. Die Larven können auch in unserem heimischen Klima überleben und entwickeln sich so oft unentdeckt weiter, bis schließlich die Käfer schlüpfen und ausfliegen. Der Käfer befällt gesunde Laubbäume. Von den heimischen Bäumen sind bei uns fast alle Laubholzarten gefährdet. Gemäß EU-Durchführungsbeschluss 2015/893 vom 9. Juni 2015 muss ein neues ALB-Befallsgebiet unter Quarantäne gestellt werden. Die gesetzlichen Regelungen zielen darauf ab, den gefährlichen Schädling auszurotten und eine Verbreitung zu verhindern. Zur Vorbereitung der weiteren Maßnahmen haben die Mitarbeiter der LfL und des AELF Abensberg das Bodenmonitoring im 500 Meter-Umkreis um den Befall abgeschlossen. Die augenscheinlich befallenen Bäume im Kelheimer Hafengebiet wurden gefällt, untersucht und Proben zur Analyse ins Freisinger Quarantänelabor gebracht. In den kommenden voraussichtlich vier Jahren wird das neu entstandene Quarantänegebiet intensiv überwacht.
Bei einer Kontrolle mit Baumsteigern wurde im Herbst 2016 erneut ein Befall an zwei Ahornbäumen im Bereich der B16 (Abfahrt Saal/Affecking) festgestellt. Im Frühjahr 2017 wurde auch hier eine Fällung eingeleitet. Durch den neuen Fund erweitert sich die Quarantänezone um ca. 400 Meter nach Süden (siehe auch Kartenmaterial).
Die Landesanstalt für Landwirtschaft hat auf ihrer Website sehr gute, ausführliche Informationen zum Asiatischen Laubholzbock zusammengestellt. Ebenso finden Sie dort aktuelle Meldungen zu den in Bayern unter Quarantäne gestellten Befallsgebieten

ALB-Informationsseiten der Landesanstalt für Landwirtschaft Externer Link

Ansprechpartner

Michael Wolf (Forstrevier Kelheim)
Kelheimwinzer Str. 175, 93309 Kelheim
Tel.: +49 9441 97 22 97
Mobil: 0174 2769182
E-Mail: poststelle@aelf-ab.bayern.de

Thomas Schuster (Gebietsbeauftragter Siedlungsbereiche)
Abensberg, Adolf-Kolping-Platz 1
Tel.: +49 9443 704-147
E-Mail: poststelle@lfl.bayern.de

ALB-Hotline der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft
Tel.: +49 8161 71-5730
E-Mail: ALB@lfl.bayern.de
Internet: www.lfl.bayern.de/alb Externer Link

Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB)

ALB

vom ALB befallener Baum im Kelheimer Hafen

Befallener Baum

Larve des ALB

Larve des ALB

Blick in die BaumkroneZoombild vorhanden

Blick in die Baumkrone (Foto: L. Büsing)

Neben der Überwachung mit Pheromonfallen, Spürhunden und Baumkletterern gehört das Begehen der Bestände mit Bodenpersonal zu den wichtigsten Monitoringaufgaben in der Quarantänezone. Derzeit sind für das AELF zwei Personen tätig, die regelmäßig die Bestände durchkämmen und auf verdächtige Merkmale untersuchen. Auffälligkeiten werden von den Mitarbeitern vermerkt und dem AELF mitgeteilt, welches dann eine geeignete Kontrolle, z.B. mit Spürhunden oder Baumsteigern veranlasst. Natürlich werden Sie als Grundstückseigentümer informiert, sollte sich ein Verdacht erhärten.
Zur Orientierung nutzt unser Personal z.T. verrottbare Papierbänder, keinesfalls aber Spraydosen-Markierungen. Sollten Sie solche Bänder im Bestand vorfinden, bitten wir Sie, diese möglichst zu belassen, oder uns zu informieren, wenn Sie die Bänder als störend empfinden.
Alb LarveZoombild vorhanden

ALB-Larve (Foto:G.Süß)

Da der aus Asien eingeschleppte Käfer zu den gefährlichsten Quarantäneschädlingen weltweit zählt, erlässt die EU genaue Vorgaben, wie im Falle einer Einschleppung vorgegangen werden muss. Auf Basis der EU-Vorgaben werden ein Quarantänegebiet und die zu ergreifenden Maßnahmen in einer so genannten Allgemeinverfügung festgelegt. Diese gibt wichtige Handlungsanweisungen für Waldbesitzer, deren Grundbesitz in der Quarantänezone liegt.
Die Allgemeinverfügung für das Befallsgebiet in Kelheim trat am 04.06.2016, einen Tag nach ihrer Veröffentlichung im Bayerischen Staatsanzeiger, in Kraft und steht Ihnen hier zum Download bereit. Am 27.01.2017 wurde eine Ergänzung veröffentlicht und die Quarantänezone nach Süden erweitert, da im Bereich der B16 ein neuer Befall mit dem Asiatischen Laubholzbock entdeckt wurde.

Allgemeinverfügung des AELF Abensberg für das Befallsgebiet Kelheim pdf 4,8 MB

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Grundstück sich im Quarantänegebiet befindet, sollten Sie zunächst auf der Übersichtskarte ihr Grundstück suchen und evtl. zusätzlich auf der passenden Detailkarte der Kreisränder (z.B. Detailkarte 13) überprüfen, ob das Grundstück vollständig oder nur teilweise in der Zone liegt.Bei Grundstücken, die von dem Außenrand der Pufferzone (rote Linie) geteilt werden, gelten die Bestimmungen der Allgemeinverfügung nur für den Grundstücksteil innerhalb der Zone. Dieser Bereich ist in den Karten gelb bzw. gelbgrünlich eingefärbt. Bei Fragen können Sie sich jederzeit an Frau Büsing wenden.

Übersichts- und Detailkarten auf der Seiten des Landesanstalt für Landwirtschaft Externer Link

Standorte der Pheromonfallen im Kelheimer BefallsgebietZoombild vorhanden

Standorte der Pheromonfallen im Kelheimer Befallsgebiet (Foto: LFL)

Neben der Kontrolle mit Bodenpersonal, Baumsteigern und Spürhunden hat sich auch das Monitoring mit so genannten Pheromonfallen bewährt.Die Käfer kommunizieren, wie viele andere Insekten auch, mit chemischen Botenstoffen. Die in den Fallen verwendeten Stoffe locken die noch unverpaarten Weibchen an. Die Oberfläche der Fallen ist mit einer Antihaftsubstanz beschichtet. Die Käfer können sich nicht festhalten und fallen in das Fanggefäß. Eine Ausrottung allein mit Lockstofffallen ist unmöglich, jedoch können Sie Aufschluss darüber geben, ob im Bereich der Falle Käfer unterwegs sind. Da die Fallen einen relativ geringen Einzugsbereich haben (max. 100 Meter), werden mehrere Fallen an Waldrändern angebracht, welche für den Käfer aufgrund der Sonneneinstrahlung besonders attraktiv sind.

Auch in Kelheim werden von Frühsommer bis Oktober/November 20 Pheromonfallen im Bereich Winzerer Hänge und Hafen ausgebracht, die je nach Witterung alle 4-6 Wochen von einem Mitarbeiter geleert und kontrolliert werden.
Baumstämme auf einem LagerplatzZoombild vorhanden

Baumstämme auf einem Lagerplatz (Foto: A. Hönig)

Die weitreichendste Einschränkung für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer betrifft das Verbringen von Holz. Um eine Ausbreitung des ALB zu verhindern, schreibt die EU-Kommission vor, dass Holz der spezifizierten Pflanzen und der Gattung Sorbus nur noch unter bestimmten Voraussetzungen verbracht werden darf. Darunter können auch kurze Transporte innerhalb des abgegrenzten Gebietes fallen. Deshalb müssen alle Maßnahmen, bei denen entsprechendes Holz transportiert wird (in der Regel sind dies auch alle Hiebsmaßnahmen) zwei Wochen vorher dem AELF Abensberg angezeigt und von diesem genehmigt werden. Soll das Holz verbracht werden, muss ein Pflanzenpass ausgestellt werden. Dafür muss das Holz entweder in Hackschnitzel kleiner 2,5 cm gehackt werden oder entrindet, unter bestimmten Bedingungen erhitzt und markiert werden, wobei letztere Variante in der Durchführung beim Holzeinschlag eher schwierig zu realisieren ist. Mit Pflanzenpass kann das Holz dann frei gehandelt werden. In der Praxis wird dies aber nur in seltenen Fällen praktikabel bzw. rentabel sein. Alternativ zur Verbringung kann das Holz entsorgt werden. Dazu muss es gehäckselt, in geschlossenen Behältern transportiert und in einer bestimmten Anlage verbrannt werden.
Wir bitten Sie, uns rechtzeitig zu informieren, wenn Sie im abgegrenzten Gebiet entsprechende Hiebsmaßnahmen, Holztransporte (auch von bereits gefälltem Holz) oder ähnliche Maßnahmen planen. Gemeinsam mit Ihnen suchen wir dann die für Sie beste Lösung (z.B. Verbringen, Entsorgen, Verschieben der Maßnahme, Belassen oder Lagerung im Wald).
Holz, das nicht von den spezifizierten Pflanzen und der Gattung Sorbus stammt (also insbesondere alle Nadelhölzer und auch Eiche), ist von diesen Regelungen nicht betroffen und kann wie bisher frei bewegt werden.